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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Kein Hospiztag ohne Kuchen

13.12.2019

Varel Von Renate Glebas Engagement am Hospiztag war Uwe Brennecke tief beeindruckt .„Sie hat dort in einem 50 Quadratmeter großen Zelt mit einem selbst rekrutierten Team ein Hospiz-Café, in dem zahlreiche selbst gebackene Kuchen für den guten Zweck verkauft worden sind, organisiert – und Teile des Musikprogramms“, sagt der Mann, der für den Hospiztag am 24. Mai die Zelte besorgt hatte. Wegen dieses besonderen Einsatzes schlägt er Renate Gleba als Kandidatin für die Wahl zum „Menschen des Jahres“ der NWZ und OLB vor.

Um mit den anderen Ehrenamtlichen überhaupt Kuchen verkaufen zu dürfen, musste sie beim Gesundheitsamt nach einem eintägigen Kurs eine Prüfung für ein Gesundheitszeugnis ablegen und sich danach an viele Vorgaben halten. Auch ansonsten war viel zu organisieren. „Man ist im Vorfeld natürlich viel unterwegs“, sagt die 70-Jährige, „und auch mein halber Hausstand war im Zelt.“

Laut Anke Kück, 1. Vorsitzende der Hospizbewegung Varel, konnten in Renate Glebas Café weit über 1000 Euro Spenden für das stationäre Hospiz gesammelt werden. „Wenn man sich überlegt, dass wir um zwei Euro Spenden für ein Stück Kuchen und einen Euro für Kaffee und Tee gebeten haben, kann man sich ja ausrechnen, wie viel wir zu tun hatten“, sagt Renate Gleba stolz.

Für das Kuchenbacken gewann sie unter anderem Freundinnen und Bekannte – und backte auch selbst. Für das Rahmenprogramm setzte sie sich ebenfalls über persönliche Kontakte ein: „Da wir gegenüber vom Lothar-Meyer-Gymnasium (LMG) wohnen, konnte ich den Posaunenchor des LMG gewinnen“, sagt Renate Gleba, „und weil ich bei ,Let’s Dance’ tanze, ist auch eine Gruppe von da aufgetreten.“ Über einen Freund, der dort spielt, konnte sie außerdem das Mobile Blasorchester Jever für den Hospiztag gewinnen.

In der „alltäglichen“ Hospizarbeit begleitet sie immer einen Sterbenden. „Manchmal ist das nur ganz kurz, einmal waren es aber auch zweieinhalb Jahre“, sagt Renate Gleba. Bei ihrem Einsatz sieht sie nicht nur das Negative: „Natürlich ist Hospiz und Sterben traurig, aber ich habe auch tolle Erlebnisse“, sagt sie. „Einmal bin ich mit einer alten Dame mit Rollator in den Tierpark Jaderberg gefahren. Auf einmal wollte sie in den Freizeitpark und wir sind Achterbahn gefahren.“ Aber nicht nur die Sterbenden, auch die Familien sind ihr oft dankbar. Dankbar ist Renate Gleba vor allem ihrem „tollen Ehemann“, mit dem sie 47 Jahre verheiratet ist: „Es geht nur, weil er mich so unterstützt.“ Über ihre Arbeit in der Hospizgesellschaft hinaus besucht sie regelmäßig einen 87-Jährigen, unterhält sich mit ihm und spielt mit ihm Spiele, damit er nicht einsam ist.

Ihre Vergangenheit als Kranken- und OP-Schwester hat sie für ihr ehrenamtliches Engagement motiviert. Als 19-Jährige arbeitete sie auf einer Krebsstation in Bremen. Weil es dort nur Sechs-Bett-Zimmer und wenig Platz gab, musste sie Patienten zum Sterben in ein Badezimmer schieben. „Ich fand es grausam, dass Leute so – alleine und mit ganz viel Angst – aus dem Leben gehen“, sagt Renate Gleba. „Darum habe ich mich gleich engagiert, als die Vareler Hospizbewegung gegründet wurde.“

Florian Mielke Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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