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NWZonline.de Region

Filmpremiere erst im Jahr 2041

04.11.2017

Varel Lothar Meyer ist nicht nur der Namensgeber des Gymnasiums in Varel, sondern seit Freitag auch Wächter einer Schließkassette – und das für die nächsten 24 Jahre. Denn hinter seinem Abbild im Eingangsbereich der Schule ist die Kassette versteckt. Darin befinden sich eine DVD, eine Speicherkarte und ein besonders langlebiger USB-Stick. Alle drei enthalten ein und denselben Film. Was hat das zu bedeuten?

Dahinter steckt eine Art Zeitkapselprojekt. Fredo Eilers und Syiam Atmar, die beide im vergangenen Schuljahr ihr Abitur am Lothar-Meyer-Gymnasium gemacht haben, haben den Film für das Projekt gedreht. Zu sehen sind darin insgesamt eineinhalb Stunden Videomaterial mit Impressionen der Schule und Interviews mit Schülern aus allen Jahrgangsstufen. Auch Musik spielt in dem Film eine Rolle. „Man soll sehen, wie die Schule heute aussieht und was die Schüler darüber denken“, sagt Lehrerin Maren Rogge. Sie begleitete das Projekt der beiden Schüler.

Über das Lothar-Meyer-Gymnasium

Im Mai 1841 wurde in Varel die sogenannte „Bürgerschule“ eingerichtet. Fünf Lehrer unterrichteten dort drei Klassen. Ungewöhnlich für damals: Jungen und Mädchen wurden gemeinsam unterrichtet.

Varel war damals mit rund 3500 Einwohnern etwa halb so groß wie Oldenburg und entwickelte sich zu einem wichtigen Industrie- und Handelszentrum. Daher wurden auch gebildetere Arbeitskräfte benötigt.

Lothar Meyer, nach dem die Schule später benannt wurde, besuchte die Bürgerschule 1841. Meyer war an der Entwicklung des Periodensystems beteiligt.

Was genau auf dem Film zu sehen ist, wird nicht verraten, denn der soll erst gezeigt werden, wenn die Zeitkapsel im Jahr 2041 geöffnet wird. Die einzigen, die den Film schon gesehen haben, sind natürlich Fredo Eilers, Syiam Atmar und Maren Rogge.

Entstanden ist die Idee nach der Projektwoche zum 175-jährigen Bestehen des höheren Schulwesens in Varel. Danach machten sich Fredo Eilers und Syiam Atmar über Monate hinweg daran, den Film zu drehen und zu schneiden. Eine Menge Arbeit, zumal beide nebenbei noch ihr Abi machen wollten.

Im Jahr 2041 wird dann der 200. Geburtstag des höheren Schulwesens gefeiert – und dabei auch feierlich der Film präsentiert. Vorausgesetzt, er lässt sich dann noch abspielen. „Deshalb haben wir auch drei verschiedene Speichermedien genommen“, erklärt Fredo Eilers. In der Hoffnung, dass sich in 24 Jahren noch die passende Technik findet, um eine DVD oder einen USB-Stick zu benutzen. Ob das Dateiformat dann noch abgespielt werden kann, ist ungewiss, aber irgendein Weg wird sich schon finden.

Die Aufsicht über den Schlüssel für die Schließkassette hat Schulleiterin Astrid Geisler. Der Schlüssel wird dann an künftige Schulleiter weitergereicht, bis er 2041 zum Einsatz kommt. Damit das Projekt zwischenzeitlich nicht in Vergessenheit gerät, wurde unterhalb des Lothar-Meyer-Bildes außerdem eine Plakette angebracht, die auf die Zeitkapsel hinweist. Für zukünftige Schulleiter gibt es außerdem eine kurze Anleitung, damit sie wissen, was sie zu tun haben, wenn sie zur Feier des 200. Bestehens die Kassette öffnen.

Bis es soweit ist, wird Lothar Meyer aber noch eine ganze Weile darauf aufpassen müssen.

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