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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Varels Schüler müssen auch weiterhin früh raus

06.04.2018

Varel Das Land Niedersachsen lässt den Schulen Freiheiten beim Beginn des Unterrichts. Früher als 7.30 Uhr sollte es nicht losgehen, nach hinten sind erst einmal keine Grenzen gesetzt. Theoretisch kann also jede Schule selbst den Unterrichtsstart bestimmen. Viele Experten sind der Meinung, dass gerade bei Jugendlichen ein späterer Unterrichtsbeginn besser sei. Doch ganz so einfach ist es nicht. Schulbusverkehr, Arbeitszeiten der Eltern, Stundenzeiten und einiges mehr muss bei solchen Überlegungen bedacht werden. Die NWZ hat bei verschiedenen Schulen und dem Stadtelternratsvorsitzenden nachgefragt, ob ein späterer Unterrichtsbeginn überhaupt möglich ist.

Oberschule Varel

Andreas Michalke ist der Schulleiter der Oberschule Varel. Seiner Meinung nach kommt es ganz auf die Perspektive an. „Für die Schüler ist das Thema natürlich interessant“, sagt er. Ein Hindernis bei der Änderung des Unterrichtsbeginns sei aber vor allem das „fragile Netz“ beim Busverkehr. Es handele sich um ein komplexes System, das mit den Zeiten von benachbarten Schulen abgestimmt werden müsse. „Deswegen denken wir über das Thema auch nicht nach“, sagt Andreas Michalke.

Zusätzlich werden die Pausenzeiten der Oberschule Varel mit den Pausenzeiten des benachbarten beruflichen Gymnasiums abgestimmt. Auch deshalb sei eine Verschiebung nicht ohne Weiteres möglich.

Oberschule Obenstrohe

Die Diskussion um einen späteren Unterrichtsbeginn komme an der Oberschule in Obenstrohe „immer mal wieder“ auf, sagt Schulleiterin Bettina Vogt. Ein früherer Unterrichtsbeginn sei nicht möglich – an der Oberschule Obenstrohe fängt der Schultag bereits um 7.30 an. Ein späterer Beginn sei keine Option, denn auch in Obenstrohe ist der Busverkehr eng getaktet. „Zehn oder fünfzehn Minuten später mit dem Unterricht zu beginnen, ist nicht möglich“, sagt Bettina Vogt. Denn die Busse fahren anschließend weiter zu anderen Schulen. Aus dem Grund gebe es auch keine Diskussionen, denn diese werden dadurch bereits „im Keim erstickt“.

Lothar-Meyer-Gymnasium

Auch beim Lothar-Meyer-Gymnasium (LMG) in Varel gestalte sich ein späterer Unterrichtsanfang schwierig, erklärt Lehrerin Karola Ehrich-Bulow. Solange die Außenstelle in Zetel noch bestehe, könne darüber sowieso nicht diskutiert werden, sagt sie. Laut Clemens Pauer, stellvertretender Schulleiter des LMG, könne darüber eventuell später diskutiert werden, wenn das Gymnasium in Zetel geschlossen sei. Bislang sei ein möglicher späterer Unterrichtsbeginn am Gymnasium aber noch kein Thema, aus demselben Grund, wie bei den Oberschulen – die Fahrzeiten der Busse machen jedem solchen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

Grundschule am Hafen

Regina Mattern-Karth ist Schulleiterin der Grundschule am Hafen. Dort wurde die Thematik bislang nicht angesprochen. Regina Mattern-Karth geht davon aus, dass die Diskussion eher Kinder und Jugendliche jenseits des Grundschulalters betrifft. Schulbeginn an der Grundschule am Hafen ist um 8 Uhr. Ihrer Meinung nach kommt das auch „vielen berufstätigen Eltern nach wie vor entgegen“.

Stadtelternrat

Auch für Kieran Morley, Vorsitzender des Stadtelternrats, war ein späterer Unterrichtsbeginn bisher kein Thema. Seiner Meinung nach ist das auch nicht so einfach umzusetzen. Man könne nicht darüber nachdenken, ob ein späterer Beginn für die Aufnahmefähigkeit der Schüler sinnvoll sei, wenn es „umwelt- und rahmentechnisch“ nicht möglich sei, sagt Kieran Morley. Er nennt ein Beispiel: Wenn der Unterricht am Lothar-Meyer-Gymnasium beginne, herrsche dort und in der näheren Umgebung, zum Beispiel auf der Mühlenstraße, viel Verkehr. Schüler der nahegelegenen Grundschule am Schlossplatz sollen möglichst aus dem Verkehrschaos herausgehalten werden. Deswegen werde dort auf einen Unterrichtsbeginn zu verschiedenen Zeiten geachtet.

Auch die Anzahl der Schulstunden spiele eine Rolle. Denn wenn es später losgehe, müssen trotzdem alle Stunden gehalten werden, sagt Kieran Morley. Dadurch verschiebe sich das Schulende natürlich auch weiter nach hinten.

Gerade bei jüngeren Kindern spielten auch die Arbeitszeiten der Eltern eine große Rolle. Deren größtes Problem sei meist, wie lange die Kinder in der Schule bleiben können. Wenn sich der Unterrichtsbeginn aber nach hinten verschiebe, müsse geklärt werden, ob es Räume und Plätze gebe, um die Kinder morgens sicher unterbringen zu können. Bereits jetzt seien die Kapazitäten der Schulen begrenzt.

Manuela Wolbers
Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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