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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Varel Sucht Menschen Des Jahres: „Vieles fängt mit der Selbstreflexion an“

17.12.2019

Varel „Vieles fängt mit der Selbstreflexion an“, sagt Alexander Westerman. Das bezieht er nicht nur auf andere, sondern explizit auch auf sich selbst. Im April 2016 war er noch schwerer Alkoholiker und verbrachte neun Tage in einer Suchtstation. Dort kam er zu dem Schluss, dass es nicht so weitergehen kann – und entsagte dem Alkohol. Heute ist er Ratsmitglied in Varel und hat seit seinem Erfolg bei der Kommunalwahl im September 2016 schon viel bewegt. Darum schlugen Gabi und Peter Beyersdorff ihn nun als Kandidaten für die Wahl zum „Menschen des Jahres“ der NWZ und OLB vor.

„Ich habe eine Wende um 180 Grad hingelegt“, sagt Alexander Westerman über seine Zeit in der Suchtstation. „Ich trinke seitdem keinen Alkohol mehr und bin Vegetarier geworden. Der damals geplante Hähnchenmaststall in Dangast war außerdem der Antrieb, mich politisch zu engagieren.“ Nach zehn Wochen Wahlkampf erreichte er als Parteiloser sein Ziel und wurde Ratsherr. „Damals haben alle gedacht, dass ich das angesichts meiner Vorgeschichte sowieso nicht lange durchhalte“, sagt der 43-Jährige. Mittlerweile sind aber mehr als drei Jahre vergangen, in denen viel passiert ist – auch dank Alexander Westerman.

Als erstes Projekt brachte er im November 2017 mit Hilfe der Stadt den „Heißen Teller“ an den Start, bei dem am letzten Samstag jeden Monats im Integrationscafé nicht nur gratis warmes Essen angeboten wird, sondern auch eine Kleiderbörse stattfindet.

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Inspiriert vom Schlagersänger Frank Zander, der seit Jahren in Berlin ein Weihnachtsfest für Obdachlose und Bedürftige ausrichtet, gibt es dieses Jahr am Heiligabend von 10 bis 15 Uhr zudem ein „Weihnachtsspezial“. Dabei wird er nicht müde, seine Helfer zu loben: „Ich bin für die Hilfe der anderen, die alle ihre Zeit für das Projekt opfern, sehr, sehr dankbar.“

Dankbar ist er auch für das bisher Erlebte – ob es nun ein ALG-II-Empfänger ist, der trotz der eigenen Not unbedingt 50 Euro spenden will, oder die beiden Dauerkunden, die im Mai eine Arbeit gefunden haben. „Solche Dinge kann keiner in Geld aufwiegen“, sagt Alexander Westerman.

2018 hatte er die Idee für die Aktion, die bisher am meisten Aufmerksamkeit erlangte und über die sogar der NDR und die Tagesschau berichteten. Beim Projekt „Meer Menschlichkeit“ versammelten sich am 9. September 2018 etwa 2500 Menschen, die auf dem Deich von Dangast bis Petersgroden eine Kette bildeten und so gegen das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer protestierten.

„Ich habe in den sozialen Medien lauter Kommentare gelesen, dass man die Flüchtlinge doch absaufen lassen solle oder in denen gefeiert wurde, wenn wieder jemand ertrunken war“, sagt Alexander Westerman. „Dem wollte ich unbedingt etwas entgegensetzen und die Leute dazu bewegen, ihr Konsumverhalten und dessen Folgen für die anderen Menschen auf der Welt zu hinterfragen. Denn viele der Fluchtursachen resultieren aus unserem Lebenswandel.“

Auch für die Umwelt setzt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann sich ein. Er fährt nicht nur kein Auto mehr und beteiligt sich an Müllsammelaktionen, sondern organisierte 2019 zusammen mit den „Deichfreunden“ auch die Verhüllungen des Phallus’ in Dangast und des Schneemanns in Varel Ende Juli, um auf die Umweltverschmutzung durch Plastik aufmerksam zu machen.

Dass sein Einfluss begrenzt ist, ist ihm bewusst. „Mein Potenzial an Möglichkeiten will ich aber ausschöpfen, damit ich guten Gewissens in den Spiegel schauen kann“, sagt Alexander Westerman, „und vielleicht diene ich durch mein Vorbild ja als Multiplikator.“

Florian Mielke Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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