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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Vergütung statt Schulgeld

11.10.2019

Wangerland /Wittmund Als Schulabgänger oder als schon etwas älterer Quereinsteiger in den Pflegeberuf? Und das von Anfang an mit einer Vergütung, die gut zum Leben reicht? Das will die im Wangerland ansässige Traumfänger GmbH als Träger der Eingliederungshilfe in Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Wittmund jetzt in einem Pilotprojekt realisieren. Angesprochen ist vor allem ein Personenkreis, der schon als Betreuungshilfe in der Pflege arbeitet, sagt „Traumfänger“-Geschäftsführerin Elisabeth Haddick. Gefragt seien aber auch solche Personen, die aus anderen Berufen und Beschäftigungsverhältnissen kommen.

Kontakt und weitere Infos

Die Traumfänger GmbH mit Sitz in Hohenkirchen betreibt vier Wohnstätten und eine Tagesförderstätte für schwerst behinderte Menschen vom Baby- bis zum Erwachsenenalter. Betreut werden sie im Wangerland und in Oldenburg. Ein sechstes Objekt ist in Planung.

Die Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wittmund sind schulischer Kooperationspartner der Traumfänger GmbH für deren neues Ausbildungsangebot. Start soll dort am 1. August 2020 sein.

Kontakt und weitere Infos gibt es bei der Traumfänger GmbH in Hohenkirchen, Tel. 04463/93 93 90 oder per E-Mail an info@die-traumfaenger.org.

    www.die traumfaenger.org

In den Heil- und Pflegeberufen herrscht Fachkräftemangel, sagt Elisabeth Haddick. „Mit unserem Vorstoß wollen wir allen, die bereits in der Pflege arbeiten oder sich vorstellen können, in diesem Beruf zu arbeiten, die Chance geben, zur Fachkraft zu werden.“ Interessenten gibt es durchaus, ist Haddick überzeugt. Allerdings viel zu wenige: Denn vielerorts halten die finanziellen Rahmenbedingungen mögliche Bewerber ab.

Neue Anreize schaffen

„Die Bewerber oder Auszubildenden in Pflegeberufen müssten tendenziell eher Schulgeld mitbringen, statt dass sie eine Vergütung erhalten. Wir wollen das System nun auf den Kopf stellen“, sagt Haddick: „Wir schaffen mit der Vergütung in der Größenordnung einer Betreuungshilfe neue Anreize für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.“

Ab sofort bietet „Traumfänger“ zum Start des Pilotprojekts zehn Ausbildungsplätze. Mit im Boot sind die Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wittmund. Mit der Idee sei man zudem an die Landesschulbehörde und ans Kultusministerium herangetreten. Dort rannten die „Traumfänger“ offene Türen ein.

Die Traumfänger GmbH haben Elisabeth Haddick und ihr Mann Thomas Schlegel 2006 gegründet. Auf einem ehemaligen Gulfhof in Landeswarfen bei Hohenkirchen entstanden zunächst 27 Wohnplätze für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schweren und schwersten Behinderungen. In den Folgejahren entstanden weitere Einrichtungen im Wangerland und in Oldenburg für schwerst behinderte und pflegebedürftige Menschen, die anderswo nur ganz schwer eine Lebensperspektive finden. 2012 errichtete „Traumfänger“ schließlich eine eigene Tagesförderstätte, weil immer mehr Menschen selbst in den Werkstätten für Behinderte überfordert wären. In der Alten Pastorei in Hohenkirchen entstanden 18 Plätze, die den Betreuten dort eine sinnvolle Tagesstruktur geben.

An allen Standorten mit insgesamt 70 Pflegeplätzen (plus 20 in der Tagesförderung) sind inzwischen mehr als 100 Heilerziehungspfleger, Erzieher, Altenpfleger, Sozialassistenten und Pflege-Quereinsteiger beschäftigt. Und der Bedarf an gut ausgebildeten Kräften wird immer größer, so Haddick. Die Traumfänger GmbH betreue in ihren Häusern mittlerweile Menschen aus ganz Deutschland.

Vergütung ab Tag eins

„Alle jammern, dass man es doch hinbekommen muss, diese Berufsgruppe aufzuwerten“, sagt Thomas Schlegel. „Wir wollen jetzt in Bildung, Zukunft und Aufwertung der Pflegeberufe investieren – und somit nicht zuletzt auch in unsere Standorte selbst.“

Viele Quereinsteiger hatten eine Ausbildung zur Fachkraft bisher abgelehnt, weil es in der drei Jahre dauernden schulischen Ausbildung in Vollzeit keine Vergütung gibt. „Das können sich viele einfach nicht leisten – vor allem, wenn man schon Verantwortung für ein Kind hat und Auto und Wohnung finanzieren muss“, so Elisabeth Haddick. Mit dem neuen Vergütungsmodell soll die Ausbildung vom ersten Tag an aufgewertet werden. „Wir wollen Gleichstellung nicht nur für unserer Behinderten, sondern auch für die Menschen, die sich um sie kümmern und sie betreuen.“ Vielleicht ein Modell auch für andere.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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