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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Theater: Wenn aus Mitschülern Opfer werden

21.01.2014

Varel Wie schnell eine Schülerin zum Opfer von Mobbing werden kann, ist erschreckend: Ein kleiner Anlass genügt, und das Hänseln und Verfolgen, Beschimpfen und Bloßstellen beginnt und wird zum Selbstläufer. Das zeigte am Montagmorgen das Theaterensemble Radiks aus Berlin in der Aula der Oberschule Varel. Das Theaterstück über die Schülerin Lea trägt den Titel „Fake oder War doch nur Spaß“ von Karl Koch.

In den Zuschauerreihen hatten sich Schüler der siebten bis zehnten Klassen der Pestalozzi-Schule Varel und Achtklässler der Oberschule versammelt. Die Lehrer Herbert Ubben von der Pestalozzi-Schule und Kai Pankow von der Oberschule hatten das Berliner Ensemble eingeladen, das Stück zum Thema Cyber-Mobbing und Medienkompetenz auf der Bühne der Oberschule zu präsentieren.

Suizidversuche

In dem Stück träumt die 17-jährige Lea davon, Sängerin zu werden. Sie bekommt die Einladung einer Casting-Agentur – und macht damit ihre Mitschülerinnen neidisch. Dann genügen einige Kleinigkeiten – unbeholfenes Auftreten oder Kleidung, die nicht modisch genug ist – und die Mobbing-Spirale beginnt, sich zu drehen.

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Oberschulleiterin Irmgard Schläger weiß, das Cyber-Mobbing zum Schulalltag in allen Schulformen gehört. „Das nimmt Dimensionen an, das hätten wir nie gedacht“, sagt sie. Von Sexvideos, die öffentlich im Internet geteilt werden über andauernde Beleidigungen bis zu Drohungen und körperlichen Übergriffen – alles habe es schon gegeben. „Das Schlimmste ist, wenn das Mobbing in einem Suizidversuch endet. Auch das hatten wir schon mehrmals“, sagt Schläger.

Mittlerweile seien die Schüler so sensibilisiert, dass sich so manche Opfer von Mobbing an die Schulsozialarbeiter wenden, die ihnen auch weiterhelfen. Da kommt es dann schon mal vor, dass Schüler bei der Polizei angezeigt werden. Aber das sei oft der einzige Weg. „Den Jugendlichen ist die Tragweite der Veröffentlichungen im Internet gar nicht bewusst“, sagt die Schulleiterin. „Das sind Kinder, die wissen nicht, was sie tun.“

In dem Stück spielen nur zwei Schauspieler mit: Johanna Pollet, die das Mobbing-Opfer Lea, aber auch eine der fiesen Mitschülerinnen, Nadine, spielt, und Alexander Abramyan, der sowohl den besten Freund und Verehrer, als auch den gemeinen Mitschüler und den Vater von Lea verkörpert.

Alltagsnah erzählen die beiden die Geschichte von einem eher unscheinbaren Mädchen, das die Missgunst der Mitschülerinnen auf sich zieht und sich als perfektes Opfer gibt – Lea macht sich mit den gegensätzlichen Bedürfnissen, sich zu wehren und dazuzugehören, angreifbar. Und alles spielt sich im Netz ab: Mit beleidigenden Kommentaren, die oft unter die Gürtellinie gehen, Videos, Posts und ständigen Kurznachrichten wird Lea zermürbt. Sie hofft, das alles wäre doch nur Fake, wäre nur Spaß gewesen.

In der Schule ist das Theaterstück genau richtig, denn es erklärt mehr, als dass es zeigt. So soll wohl sichergestellt werden, dass auch junge Schüler den Plot trotz minimalistischem Bühnenbild verstehen.

Das ist kein Spaß

Wenn Beleidigungen in dem Stück fallen, lachen manche der jungen Zuschauer. Viele kennen es, ihre Mitschüler zu beleidigen und sind immer auf der Suche nach neuen Ausdrücken.

Manchmal scheinen die Schüler sogar über Lea und ihr Schicksal zu lachen, als wollten sie sagen: „Die ist doch selbst schuld.“

In der Diskussion nach der Aufführung wird deutlich, dass es auch ganz andere, reifere Schüler gibt, die wissen, dass sie andere Menschen nur so behandeln sollten, wie sie selbst behandelt werden wollen.

Denn es ist eben kein Spaß. Das will das Theaterstück zum Ausdruck bringen. Lea verlässt schließlich die Schule und begibt sich für einige Monate in eine psychiatrische Klinik.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 

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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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