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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Beliebte Alternative zur Krippe

19.05.2018

Zetel Zwei Kinder puzzeln zusammen im großen Wohnzimmer, ein Mädchen spielt mit den Rennautos und ein Junge hilft Tagesmutter Silvia Hohn, in der Küche die Spülmaschine auszuräumen. Die fünfte im Bunde ist müde geworden und macht nebenan einen Mittagsschlaf. Eher gemütlich geht es nach dem Mittagessen in der Großtagespflege zu. Gleich kommen die erste Eltern, um ihre Kinder abzuholen.

Unterschiede zur Krippe

Maximal acht Kinder werden in den Räumen im Mehrgenerationenhaus an der Hauptstraße in Zetel gleichzeitig betreut, und zwar von mehreren Tagesmüttern. Das ist der große Unterschied zur Kinderkrippe: In der Großtagespflege sind die Betreuer keine ausgebildeten Erzieher, kümmern sich dafür aber um weniger Kinder gleichzeitig. Dieses Konzept ist gefragt: In diesem Jahr feiert die Großtagespflege fünfjähriges Bestehen. Der Bedarf ist in den vergangenen fünf Jahren stetig gewachsen.

Tag der offenen Tür

Die Großtagespflege feiert das fünfjährige Bestehen am Samstag, 2. Juni, mit einem Tag der offenen Tür im Mehrgenerationenhaus Zetel. In der Zeit von 14 bis 17 Uhr wird den Besuchern viel geboten – vom Kinderkleiderflohmarkt über Mitmachaktionen bis zu einer Cafeteria. Jeder, der die Großtagespflege kennenlernen will, ist willkommen.

Auch über die Ausbildung zur Tagesmutter informieren die selbstständigen Tagesmütter an diesem Tag. Die Ausbildung umfasst 160 Stunden und läuft über den Landkreis Friesland. Alle, die mehr darüber erfahren wollen, sind willkommen.

Ein weiterer Unterschied zur Kinderkrippe sind die Beiträge. Die Großtagespflege hat keinen Träger, die Tagesmütter sind alle selbstständig. Die Räume im Mehrgenerationenhaus werden von der Gemeinde Zetel kostenlos zur Verfügung gestellt. Eltern zahlen keine pauschale Gebühr, sondern nur die Stunden, die ihr Kind auch tatsächlich in der Großtagespflege verbracht hat. Eine Stunde kostet für Eltern pro Kind 2,50 Euro, der Landkreis gibt einen Zuschuss von 1,70 Euro dazu, so kommen die Tagesmütter auf einen Stundenlohn von 4,20 Euro pro Kind.

Der Besuch einer Kinderkrippe in der Kernzeit von vier Stunden am Vormittag kostet für Eltern in Zetel pauschal 98 bis 173 Euro im Monat – je nach dem, was die Eltern verdienen und wie viele Kinder aus der Familie die Kinderkrippe besuchen. Auch da gibt es Zuschüsse vom Landkreis. Jede weitere angefangene halbe Stunde kostet 10 Euro. „Ich denke, im Großen und Ganzen ist der Unterschied bezogen auf die Kosten für Eltern zwischen Großtagespflege und Kinderkrippe nicht sehr groß. Aber das kommt auch darauf an, wie viele Stunden wir die Kinder in der Woche betreuen“, sagt Silvia Dreyer.

Die Großtagespflege punktet vor allem mit Flexibilität. Eltern können ihr Kind zum Beispiel auch nur zwei Stunden am Tag an drei Tagen in der Woche betreuen lassen. Dann bezahlen sie auch nur genau diesen Zeitraum.

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der Großtagespflege ist groß. „Wir sind eigentlich immer ausgebucht“, sagt Silvia Dreyer. „Und wir haben auch eine Warteliste.“ Eine der Mütter, die ihren Sohn seit zwei Jahren den Vormittag über in die Großtagespflege bringt, ist Christine Janßen aus Zetel. „Ich arbeite im Einzelhandel und bin einfach froh, wenn Milow hier gut aufgehoben ist“, sagt sie. Aber warum hat sie sich nicht für einen Krippenplatz entschieden? „In der Krippe sind mir einfach zu viele Kinder in einer Gruppe. Ich habe die Entscheidung bewusst getroffen. Ich habe Milow im Alter von 11 Monaten das erste Mal hergebracht, weil ich wieder arbeiten musste“, sagt sie.

Erfahrungen der Eltern

Mutter Anna Janßen hat schon das zweite Kind in der Großtagespflege: Ihre fünfjährige Tochter Emily war vormittags dort, bis sie in den Kindergarten gewechselt ist. Jetzt wird ihr Sohn Arian von den Tagesmüttern betreut. „Es ist so toll, die Kinder schließen in den kleinen Gruppen schon sehr früh Freundschaften. Und wir Eltern haben einen sehr engen Kontakt zu den Tagesmüttern. Sie machen alle eine tolle Arbeit. Meine Tochter und mein Sohn sind mit der Hilfe der Großtagespflege schnell trocken geworden“, sagt die Mutter. „Wir haben uns damals viele Einrichtungen angeguckt und der Funke ist hier einfach über gesprungen.“ Als Alleinerziehende ist sie darauf angewiesen, dass ihre Kinder betreut werden, während sie ihrer Arbeit in einer Zahnarztpraxis nachgeht.

Silvia Dreyer, die die Tagespflege vor fünf Jahren gegründet hat, ist sicher: „Der Bedarf wird hoch bleiben. Wir bräuchten mehr selbstständige Tagesmütter, um den Betreuungsbedarf decken zu können.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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