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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Jugend-Treffpunkt sorgt für Ärger

22.06.2019

Zetel Kaum eine Nacht hätten sie im Sommer ruhig schlafen können, sagten einige Anwohner des Markthamms in Zetel am Dienstagabend im Rathaus. Sie waren zur Sitzung des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses gekommen, um über das Problem mit den lauten Jugendgruppen zu sprechen, die den Markthamm als Treffpunkt nutzen. Die Ausschussmitglieder und Vertreter der Sozialarbeit der Gemeinde haben mit ihnen über ihre Sorgen gesprochen.

Das sagen die Anwohner am Markthamm

Vor allem im Frühjahr und Sommer ist am Markthamm viel los, sagen die Anwohner. Am späten Nachmittag treffen sich die Roller- und Mofafahrer und drehen über Stunden ihre Runden auf dem Platz – eine erhebliche Lärmbelästigung, sagen die Anwohner. Am Abend treffen sich dann die Autoposer. Damit sind zumeist junge Erwachsene gemeint, die sich mit aufgemotzten Autos ein Stelldichein auf dem Markthamm beziehungsweise dem Hankenhof-Rondell geben und mit lauten Motoren- und Auspuffgeräuschen und aufgedrehten Musikanlagen auf sich aufmerksam machen. Außerdem treffen sich am Markthamm auch Gruppen junger Leute ganz ohne fahrbaren Untersatz.

Man könne im Sommer abends kaum noch ein Fenster aufmachen, geschweige denn auf dem Balkon sitzen, beklagen die Anwohner. Die Lärmbelästigung sei erheblich. Auf Beschwerden würde die Polizei nicht angemessen reagieren, meinen die Anwohner. Dass die Mitarbeiter der Gemeinde außerdem jeden Morgen den Müll der jungen Leute wegräumen, sei ein Unding, schließlich müssten die Jugendlichen lernen, selbst ihren Dreck wegzumachen.

Das sagen die
Sozialarbeiter

Swenja Joseph, Leiterin des Jugendzentrums „Steps“ in Zetel, sagte, der ZOB und der Markthamm seien ein sehr beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. „Vor allem die jungen Leute, die nicht zu uns ins Jugendzentrum kommen, nutzen diesen Treffpunkt. Dort sind sie zentral und gleichzeitig für sich“, sagte Swenja Joseph. Sie habe zusammen mit Joann Hagen von der Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle der Gemeinde Zetel mit Anwohnern gesprochen und Hilfe angeboten, wenn es zu schwierigen Situationen kommen sollte. „Wir gehen außerdem regelmäßig dort hin und kommen mit den Jugendlichen vor Ort ins Gespräch.“

Joann Hagen (IVA-Stelle) machte deutlich, dass sie im regen Austausch mit der Polizei stehe und der Markthamm „strafrechtlich“ keine Relevanz habe: Kriminalität oder Schlägereien seien dort kein Thema. Auch sie sei im Sommer oft auf dem Markthamm gewesen, um mit den Jugendlichen zu sprechen. Nur: „Es gibt Jugendliche, die kann man mit Sozialarbeit nicht erreichen. Die wollen einfach nicht ins Jugendzentrum, die wollen ihre Ruhe haben.“

Obwohl sich viele junge Leute dort treffen, schätze sie die Situation am Markthamm als vergleichsweise ruhig ein, angesichts dessen, dass es sich um einen zentralen Marktplatz handele. „Aber ich wohne auch nicht dort“, räumte Joann Hagen ein.

Das sagt das
Jugendparlament

Es sei schon „ziemlich krass“, was abends am Markthamm abgehe, sagte Jannick Thomas. Er war als Vertreter des Jugendparlaments im Sozialausschuss dabei und hat sich an den Diskussionen beteiligt. Klar ist für Jannick Thomas aber auch: Wenn die Jugendlichen vom Markthamm vertrieben würden und sich im Außenbereich der Gemeinde einen Treffpunkt suchen, an dem sie niemanden stören, dann „nimmt der Alkohol- und Drogenkonsum nur noch mehr zu“. „Wenn sie nicht mehr in der Öffentlichkeit und somit unter Beobachtung sind, könnte es gefährlich werden. Das sehe ich sehr problematisch“, sagte Jannick Thomas. Er vermutet, dass es den Jugendlichen auch nicht bewusst ist, dass sie viele Anwohner um deren wohlverdienten Feierabend und Schlaf bringen.

Das sagt die
Gemeinde Zetel

Die Sozialarbeiter der Gemeinde Zetel mit Swenja Joseph und ihrem Team sowie Joann Hagen leisten gute Arbeit, da waren sich am Dienstag alle einig. Doch das allein reiche nicht. Bürgermeister Heiner Lauxtermann machte deutlich, dass man in Zetel und Neuenburg schon viel schlimmere Randale erlebt habe. „Wir hatten schon ganz andere Zustände. Dennoch müssen wir die Verträglichkeit des Geschehens auf dem Markthamm für die Nachbarschaft gewährleisten und daran müssen wir arbeiten.“ Eingedämmt werden könne die Situation nur in enger Zusammenarbeit mit der Polizei.

Ausschussvorsitzender Jörg Mondorf (CDU), der selbst Polizist ist, sagte: „Wir müssen uns auf jeden Fall mit dem Problem befassen, bevor der nächste Sommer kommt. Wir müssen überlegen, wie wir das in den Griff kriegen.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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