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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Lasst die Finger von dem Scheiß“

23.08.2017

Zetel Über sein Leben als Aussteiger aus der Drogenszene hat Rainer Biesinger mit rund 100 Schülern der Haupt- und Realschule und Integrierten Gesamtschule Zetel gesprochen. Auf Einladung von Ann Kathrin Wehmeyer vom Kreispräventionsrat war Rainer Biesinger gemeinsam mit Dirk Grünhagen von der Polizei Jever in der Schule zu Gast.

„Ich gebe den jungen Leuten einen Raum, wo sie sich öffnen können. Denn viele haben Redebedarf und allzu oft hört keiner hin“, weiß er aus seiner mehr als zehnjährigen Präventionsarbeit. Drei Stunden dauerte das Gespräch über Drogen, Alkohol, Verharmlosung von Cannabis und Gruppenzwang, aber auch Depressionen, Traurigkeit und die erste Liebe. Lehrer waren nicht dabei.

Rainer Biesinger baute schnell ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen auf, von denen sogar einige zugaben, schon einmal Drogen probiert zu haben. „Drogen machen einen Superjob, sie schenken Vergessen, machen scharfe Kanten weich und nehmen den Dingen ihre Schwere, aber sie machen den Menschen kaputt“, sagte Biesinger und mahnte: „Also lasst die Finger von dem Scheiß.“ Leider leben Eltern den von der Gesellschaft akzeptierten Alkoholkonsum oft vor, sagte der Coach. Die jungen Leute, die mal eine Tüte Gras rauchen, seien keine Kriminellen, doch wenn sie erwischt werden, haben sie ein Strafverfahren am Hals.

„Wenn mir damals einer rechtzeitig in die Fresse gehauen hätte, hätte ich mich vielleicht früher geändert“, sagte Biesinger.

„Er geht nicht pädagogisch vor, er knallt es den Kids vor den Kopf und erreicht sie dadurch“, sagte Dirk Grünhagen. Wichtig seien Selbstvertrauen und Vertrauen zu den Eltern.

Am Nachmittag standen die beiden für Einzelgespräche bereit und am Abend gab es eine Infoveranstaltung für Lehrer und Eltern, zu der Swenja Joseph ins Jugendzentrum „Steps“ eingeladen hatte. Eugen Schnettler von der Polizei Varel wies auf einen hohen Anstieg an Cannabiskonsumenten in den letzten Jahren in der Region hin, auch der Selbstanbau nehme zu.

„Und viele neue Drogen sind im Anmarsch“, sagte der Polizist. „Es kommen immer neue chemische Verbindungen auf den Markt, die oft noch nicht als Drogen klassifiziert sind.“

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