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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Prävention: Wenn Alkohol zur Sucht wird

26.02.2019

Zetel „Hat man auf einer Party nicht weniger Spaß, wenn man nichts trinkt und alle anderen um einen herum schon?“ Diese Frage stellte ein Schüler der achten Klasse einem, der es wissen muss: Georg Gerdes, Mitglied der Guttempler Zetel, trockener Alkoholiker. Seine Antwort ist ehrlich: „Ich habe Spaß, bis die Stimmung kippt. Bei Richtfesten zum Beispiel, wo viel getrunken ist, würde ich spätestens um Mitternacht nach Hause gehen. Es macht keinen Sinn mehr, auf einer Party zu sein, wenn man kein Gespräch mehr führen kann, weil alle um einen herum betrunken sind.“

Georg Gerdes trinkt seit Jahren nicht mehr. Als seine Frau mit der Scheidung drohte, sein Chef mit der Kündigung und sein Arzt mit dem Tode sei ihm klar geworden, dass er etwas ändern musste. Seine Geschichte erzählte der Zeteler am Montagmorgen Achtklässlern der Integrierten Gesamtschule Zetel, die in dieser Woche an einer Projektwoche zum Thema Suchtprävention teilnehmen.

Georg Gerdes sagte den Mädchen und Jungen, er wünsche keinem von ihnen, dass sie irgendwann mal Alkohol trinken müssten. Denn nach Wollen und regelmäßig Tun kommt irgendwann Müssen. „Dann trinkt man Alkohol, damit das Zittern aufhört oder damit man überhaupt vernünftig sprechen kann. Abhängigkeit ist eine grausame Zeit.“

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Auch Marion Hundorf von den Guttemplern war in der Schulklasse zu Gast. Sie hat selbst nie ein Alkoholproblem gehabt, dafür aber ihr erster und auch ihr zweiter Ehemann. „Mein erster Mann hat viel getrunken und wurde aggressiv. Es wurde immer schlimmer, er hat mich geschlagen und versucht, mich umzubringen.“ Doch sich zu trennen sei in so einer Situation nicht einfach. „Er hatte mich so eingeschüchtert, ich habe mich nicht getraut, mich zu trennen. Meine Eltern haben mir geholfen.“ Schlimm seien nicht nur die Angriffe gewesen, sondern auch die Lügen. „Als Angehöriger eines alkoholkranken Menschen musst du immer lügen. Man lügt, weil man den Zustand vertuschen will.“ Und auch der Alkoholkranke lügt: „Nachher, als wir getrennt waren und ich seine Sachen ausgeräumt habe, habe ich überall verstecke gefunden, das war schon phänomenal. Im Spülkasten und im Kaninchenstall.“

Auch Marion Hundorfs zweiter Mann war alkoholabhängig – jedoch abstinent. Er trank keinen Alkohol mehr.

Die Erfahrungsberichte der Guttempler-Gemeinschaft Zetel sind ein wichtiger Teil der Projektwoche zur Suchtprävention. Außerdem wird eine Staatsanwältin noch über Alkohol im Straßenverkehr sprechen, ein Polizist wird mit den Schülern über die Legalisierung von Drogen diskutieren und der Lehrer Rafael Pust spricht über verschiedene Rauschmittel und Spielsucht. Auch Internet-Sucht ist ein Thema der Projektwoche, und das betrifft die onlineaffinen Jugendlichen besonders.

Jahrgangsleiter Ulf Düselder sagt: „Die Jugendlichen sind jetzt in der Phase, wo sie auch mal etwas ausprobieren und wo sie sich selbst finden. Deswegen ist es wichtig, dass sie gut informiert sind und dass sie lernen, nein zu sagen.“

NWZonline.de/gesundheit
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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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