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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Zielstrebig ihren Weg gegangen“

06.04.2011

JEVER Das neue Unterstufengebäude des Mariengymnasiums Jever heißt nun offiziell „Sophie-Prag-Haus“. Am Dienstag enthüllte Schulleiterin Dorothe Levin gemeinsam mit Schülern und Gästen die beiden Namenstafeln: An der Außenwand steht der Schriftzug „Sophie-Prag-Haus“, im Eingangsbereich hängt eine Tafel mit dem Bild der Namensgeberin und einem kurzen Erklärtext zu ihrer Person.

Sophie Prag war 1915 die erste Schülerin, die am Mariengymnasium ihr Abitur ablegte, nachdem der Landesrabbiner in Oldenburg die Eltern davon überzeugt hatte, der Tochter eine höhere Schulbildung zu ermöglichen. Sie erfüllte sich anschließend ihren sehnlichsten Wunsch und studierte Medizin. Sie promovierte und ließ sich zunächst als Kinderärztin nieder. Nachdem die Nazis 1933 die Berufsausübung jüdischer Ärzte stark eingeschränkt hatte, verließ Dr. Sophie Prag Deutschland und ließ sich in Peru nieder, wo sie weiter praktizierte. 1954 starb sie im Alter von 59 Jahren in Lima.

„Wir erinnern mit der Namensgebung an eine außergewöhnliche Frau“, sagte Dorothe Levin. Sophie Prag sei trotz aller Widerstände zielstrebig ihren Weg gegangen und habe mit dem Entschluss, 1933 auszuwandern und ihre Familie nachkommen zu lassen, vermutlich das Leben dieser Menschen gerettet. „Auch wir möchten junge Menschen heranbilden, die auf der Basis einer guten Bildung ihr Schicksal mutig und entschlossen in die Hand nehmen, aber auch Verantwortung für Mitmenschen übernehmen“, so Levin. Sie dankte den Lehrern Hartmut Peters und Bernd-Uwe Janßen sowie Steffen Walentowitz und Pastor Volker Landig, die das Namenskonzept für den Schulcampus erarbeitet haben und begleiten, sowie Renate Janßen-Niemann vom Ehemaligenverein der Schule, der das Projekt finanziell unterstützt.

Wie berichtet, sollen nach und nach alle Schulgebäude nach besonderen Persönlichkeiten aus der Schulgeschichte benannt werden. Nachdem bereits die Salomon-Mendelssohn-Sporthalle, das naturwissenschaftliche Eilhard-Mitscherlich-Gebäude und der Georg-von-der-Vring-Kunsttrakt benannt worden sind, werden neben dem jetzt nach Sophie Prag benannten Unterstufengebäude nun noch das Lehrerhaus nach Christian Hinrich Wolke, das Oberstufengebäude nach Ulrich Jasper Seetzen, der „Turm“ nach Heinrich von Thünen und das Musikhaus nach Ludwig Meinardus benannt.

Bereits am Dienstagvormittag hatte im Sophie-Prag-Haus bereits eine „Tauffeier“ mit den Schülern stattgefunden. Der Kurs „Darstellendes Spiel“ von Dr. Anja Belemann-Smit zeigte dabei Szenen aus Sophie Prags Leben.

Ulrich Schönborn
stv. Chefredakteur
Chefredaktion
Tel:
0441 9988 2004

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Mariengymnasium | Tafel

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