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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Zwischen Hüftschwung und Wiegeschritt

21.07.2017

Schortens „Eins-Zwei – Wiegeschritt. Und Rück-Seit-Schluss.“ Dass Annett und Lars Degebrodt einmal Tango tanzen würden, hätte das junge Paar aus Schortens vor wenigen Wochen noch nicht gedacht. „Seit der Hochzeit vor elf Jahren haben wir nicht mehr zusammen getanzt“, sagt Annett Degebrodt und in ihrem Blick liegt ein kleiner Vorwurf.

Im Fernsehen hat sie die Paare bei Tanzshows wie „Let’s dance“ bewundert und dann in der Zeitung vor einigen Wochen einen Artikel über den Verein „Tanzsport am Wald“ entdeckt. Der bot neue Tanzkurse und Schnupperstunden für Anfänger und Wiedereinsteiger ein. Annett und Lars schauten vorbei und sind seit acht Wochen begeistert dabei.

Aus den Lautsprechern tönt Max Raabe, eine Tangomelodie. Das Tanzlehrer-Paar Ruth und Gerd Caldewey guckt genau hin, gibt Hilfestellungen und erläutert noch mal die Schrittfolgen, die Übergänge zur Promenade und die Linksdrehung. Annett und Lars Degebroth tanzen und strahlen: „Das macht so ei­nen Spaß. Und ist auch gar nicht so schwer.“

75 Vereinsmitglieder

Den Verein „Tanzsport am Wald“ gibt es noch gar nicht so lange, erst rund eineinhalb Jahre. Getanzt wird in der früheren Gaststätte „Zum grünen Wald“ in Oestringfelde, die der Verein zu großen Teilen gemietet hat. An mehreren Tagen in der Woche tanzen und trainieren die inzwischen 75 Vereinsmitglieder. „Es gibt Gruppen vom Anfänger bis zu den ambitionierten Fortgeschrittenen“, sagt Sportwartin und Tanzlehrerin Ruth Caldewey.

Einige Paare tanzen nur für sich als Spaß an der Bewegung zur Musik, andere sind mit Wettkampf- und Turnierehrgeiz dabei. „Wir sind ja keine Tanzschule“, betont Vorsitzender Gerd Caldewey, „sondern ein Sportverein.“ Hier wird nicht wie in Tanzschulen in wenigen Wochen ein Crashkurs durchexerziert – bei „Tanzsport am Wald“ bestimmen die Mitglieder die Intensität des Tanzens und des Tanzenlernens selbst. Wenn man – wie aktuell in Urlaubszeiten – mal zwei, drei Wochen nicht da ist: kein Problem. Man kann Versäumtes immer nachholen und an so vielen Nachmittagen und Abenden üben und mittanzen wie man möchte.

„Es gibt beim Tanzen keine falschen Schritte – nur Variationen“, steht in großen Lettern im Eingang zum Tanzsaal. Soll heißen: Tanzen soll in erster Linie Spaß machen. Und man soll sich nicht verrückt machen, wenn es mal nicht auf Anhieb klappt mit den Botafogos beim Samba oder der Platzdrehung bei der Rumba.

Tanzgruppen treffen sich mittwochs, donnerstags und freitags ab 18 Uhr, einmal im Monat gibt es zudem lockere Tanztreffs. An den Übungsabenden ist ab 20 Uhr immer jemand da, der interessierte Paare beraten und informieren kann, sagt Ruth Caldewey, die den Verein mitgegründet hat. Aktuell gibt es im Verein fünf Tanzgruppen auf verschiedenen Levels mit dem klassischen Zehn-Tänze Programm.

Und es tanzen nicht nur (Ehe-)Paare: Auch Freunde, deren Partner erklärte Tanzmuffel sind, haben auf dem Parkett gemeinsam Spaß. Und es gibt hier auch eine reine Frauengruppe, die Spaß am Powerdance hat sowie, eine Seniorengruppe, in der überwiegend alleinstehende oder verwitwete Frauen tanzen.

Ingrid Petersen, Ingrid Landwehr und ein knappes Dutzend weiterer Frauen ohne Partner treffen sich hier regelmäßig. „Wer allein ist, muss nicht auf das Tanzen verzichten“, sagt Ruth Caldewey. „Tanzpartner gibt es in allen Gruppen.“ Dennoch: „Mehr alleinstehende ältere Herren, die den Weg in den Tanzverein finden würden, das wäre schon klasse.“

Tanzen macht nicht nur Spaß, tanzen ist vor allem auch gesund. Und man kann es bis ins hohe Alter betreiben. Wer mit seinem Partner das Parkett betritt, um einen Walzer, Tango oder Quickstep zu tanzen, schärft seine Aufmerksamkeit und erhöht die Konzentration. Verschiedene Sinneseindrücke und Bewegungsabläufe werden kombiniert. Beim Tanzen werden Körper und Geist gleichzeitig aktiviert.

Neue Schnupperkurse

Die Mitglieder des Vereins kommen aus Schortens, aus Jever und Sande, aus dem Wangerland, Wittmund und Varel. Im Herbst starten neue Schnupperkurse. Weitere Vereinsangebote sind in Vorbereitung. Alle Kurse werden von Übungsleitern mit qualifizierter Ausbildung geleitet.

Zu den Neuen im Verein gehören auch Ute Rudolph und Olaf Thiedemann. Sein letzter Tanzkursus liegt 22 Jahre zurück – es war ein Crashkursus zur Hochzeit. „Ich bin ein Bewegungslegastheniker“, sagt der Jeveraner scherzhaft und hat sich inzwischen sagen lassen, dass er das keineswegs ist. „Allenfalls ein wenig eingerostet, was das Tanzen angeht“, knufft ihn seine Partnerin in die Seite.

Sie hat es im Tanzen schon weiter gebracht, hat nie aufgehört und sich bis zu „Silber“ getanzt. „Mir hat immer das Herz geblutet, wenn ich andere Paare tanzen sah“, sagt Ute Rudolph. Inzwischen hat sich das Paar im Verein eingegroovt. „Wir haben in Ruth und Gerd auch zwei sehr nette und geduldige Tanzlehrer“, sagt Ute Rudolph.


Sehen sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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