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Projekt „Blühendes Friesland“ Sie sind nicht faul, sondern vorbildlich


Petra Walentowitz (von links) und Susanne Ekhoff zeigen die Pflanzenvielfalt auf der extensiven Fläche beim Vareler Bahnhof.
Traute Börjes-Meinardus

Petra Walentowitz (von links) und Susanne Ekhoff zeigen die Pflanzenvielfalt auf der extensiven Fläche beim Vareler Bahnhof.

Traute Börjes-Meinardus

Varel - „Die waren wohl ein bisschen faul und hatten keine Lust, Rasen zu mähen.“ Solche Sprüche bekommen die Hausmeister und Mitarbeiter der Bauhöfe in Friesland jetzt häufiger zu hören. „Viele Bürger wundern sich, dass viele öffentliche Flächen nicht mehr akkurat gemäht werden“, berichtet Arnd Groen, Hausmeister der Grundschule und Oberschule Bockhorn. Dabei leisten er und seine Kollegen vorbildliche Arbeit im Sinne der Natur: Die Hausmeister sowie Mitarbeiter von Bauhöfen machen mit beim Projekt „Blühendes Friesland“. Zum Abschluss der diesjährigen Schulungen haben sich die Teilnehmer jetzt ein neues Projekt angesehen: die Blühwiese am Vareler Bahnhof.

Für Artenvielfalt

Im Landkreis Friesland findet das Pilotprojekt zur Förderung der Biodiversität an Straßen- und Wegrändern und auf öffentlichen Grünflächen bereits im dritten Jahr statt und der Landkreis Friesland und die Mobile Umweltbildung-Mobilum haben wieder Mitarbeiter der Bauhöfe der Städte und Gemeinden sowie Hausmeister der Schulen zu Schulungen eingeladen. Ziel ist es, dass sie im Laufe dieses Jahres entlang der Straßen- und Wegränder und auf öffentlichen Flächen ein Netzwerk an Biotopstrukturen im Landkreis bilden. Damit soll den heimischen Pflanzen und Tieren mehr Raum für ihre Entwicklung gegeben und etwas für die Artenvielfalt getan werden.

„Sie machen genial mit“, lobte Jens Eden vom Landkreis Friesland den Einsatz der Mitarbeiter der Bauhöfe in den Städten und Gemeinden und der Hausmeister. Dank ihres Engagements konnte viel für die Artenvielfalt getan werden. Begonnen wurde zunächst an den Straßenrändern der Kreisstraßen, die weniger als bisher gemäht wurden. Mittlerweile machen alle Städte und Gemeinden im Landkreis mit und lassen es blühen und gedeihen an Straßenrändern und auf öffentlichen Flächen.

Mehr Insekten

Am Beispiel der großen Streuobstwiese am Vareler Bahnhof erläuterten Petra Walentowitz und Susanne Ekhoff vom Mobilum den Bauhof-Mitarbeitern und Hausmeistern, welch große Bedeutung extensiv bewirtschaftete Flächen für Insekten, Vögel und letztlich auch für den Menschen haben. „Wenn man an den Straßen entlang fährt, merkt man, dass es dort wieder mehr Insekten gibt“, berichtete Susanne Ekhoff von ersten Erfolgen.

Auf vielen kleinen Flächen in Friesland geschieht Großes für die Umwelt. So wird neuerdings der Kreisel bei Jeff Green extensiv bewirtschaftet, ebenso die Abfahrt der B 210 in Jever. Wachsen darf es auch auf den Hohlwegen in Friesland und an vielen Schulen wie an den Oberschulen Varel und Bockhorn dürfen auf den Rasenflächen Wildkräuter gedeihen. Auch der Dorfplatz in Grabstede wurde mit heimischen Stauden bepflanzt und Staudenbeete gibt es auch an Kreuzungen in Zetel und beim Vereenshuus, berichtet Dennis Wardenburg vom Bauhof der Gemeinde Zetel.

„Wir würden uns über viele Nachahmer auch in Privatgärten freuen“, sagt Susanne Ekhoff vom Mobilum. Immer noch gebe es trotz vieler Appelle zu viele Schottergärten.

Traute Börjes-Meinardus
Traute Börjes-Meinardus Redaktion Varel
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