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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

60 Jahre – und noch nicht genug

11.01.2017

Wiarden Eine Sirene im Dorf statt Melder am Gürtel, eine Tragkraftspritze, die auf einem Anhänger geschoben werden muss und ein Trecker statt ein großes Löschfahrzeug – was für viele Menschen kaum vorstellbar ist, hat Helmut Siefken alles miterlebt: 1956 ist er in die Freiwillige Feuerwehr in Wiarden eingetreten, ist also schon mehr als 60 Jahre dabei. Und damals sah die Arbeit der Feuerwehr noch ganz anders aus.

„Mit 23 Jahren bin ich in die Feuerwehr eingetreten“, erinnert sich Siefken, der heute 83 Jahre alt ist. Damals war er frisch nach Wiarden gezogen und wollte eigentlich nur eine Versicherung abschließen. „Der Bearbeiter war aber auch der damalige Ortsbrandmeister – und er fragte mich, ob ich nicht eintreten möchte. Immerhin bräuchten sie noch junge, starke Männer.“ Und Siefken sagte zu.

Die Einsätze blieben seitdem eher klein, meint Siefken. „Es brannte vielleicht mal ein Holzschuppen oder ein Müllcontainer. Größere Einsätze gab es damals eigentlich kaum – zum Glück.“ Schließlich war die Ausstattung der Feuerwehr damals nicht so wie heute. „Ich bin froh, dass sich das geändert hat.“

Nur an einen größeren Einsatz kann sich Siefken noch genau erinnern. „Freitagabends um acht Uhr ging die Sirene im Dorf los – ein Scheunenbrand an der Kaiserei. Der Brand war so groß, dass wir auch die Hohenkirchener zur Verstärkung riefen.“ Bis Sonntag blieb Siefken dort, denn immer wieder entzündeten sich kleine Glutnester.

Feuerwehreinsatz, das heißt aber lange nicht nur Brände löschen – und so leisteten Siefken und seine Kameraden zum Beispiel bei der Sturmflut 1962 Hilfe, indem sie Sandsäcke am Deich Horumersiel stapelten, und sie halfen bei der Schneekatastrophe 1978/79. „Dort war dann meine Aufgabe, das Wasser, das sich hinter einem Wall gesammelt hatte, abzupumpen. Denn ich war nicht nur der, der von der Arbeit frei bekommen hatte, sondern auch der einzige, der das überhaupt konnte.“

Eigentlich hatte Siefken dann mit 62 Jahren seine aktive Zeit in der Feuerwehr beendet und trat in die Altersabteilung ein. Doch so wie damals mit 23 Jahren wurde Siefken erneut gefragt, ob er nicht dabei sein möchte – diesmal allerdings bei der Verpflegungstruppe der Feuerwehr Wiarden.

„Seitdem stehe ich regelmäßig in der Küche, habe die Kameraden während ihres Hochwassereinsatzes an der Elbe verpflegt oder auch bei Jubiläen bis zu 350 Portionen Erbsensuppe zubereitet.“ Und das kam dann sogar so gut an, dass er auch zu anderen Gelegenheiten derartige Großportionen austeilte – zum Beispiel beim Schützenfest in Accum.

Mehr als 60 Jahre lang ist Siefken nun also bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv – doch genug hat er davon nicht bekommen. „Die Feuerwehr war schon immer mein Zugpferd“, sagt er und schmunzelt. Und wer weiß, welche Aufgaben auch in Zukunft noch auf ihn warten.

Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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