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John McAfee tot im Gefängnis gefunden

NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Geschichte: Als ein Schwerverbrecher die Wehde unsicher machte

21.01.2017

Friesische Wehde Im Juni 1952 gingen merkwürdige Dinge in der Friesischen Wehde vor sich: In der Nähe des Lagers Friedrichsfeld entdeckten Kinder eine mit Grassoden ausgelegte Höhle. Offenbar hatte es sich jemand darin einigermaßen bequem gemacht. Davor fanden sich Zeichen; ein Kreis mit zwei Kreuzen an den Seiten. Außerdem hatte irgendjemand in der Nähe des Fuhrenkamps in Bohlenbergerfeld nachts Kühe gemolken und war wieder verschwunden.

Wer steckte dahinter?

Der Verdacht fiel schnell auf Thadäus Wisniewski, ein flüchtiger Schwerverbrecher, der schon Ende März aus einem Gefängnis in Werl im Ruhrgebiet ausgebrochen war und seitdem im ganzen Oldenburger Land und eben auch in der Friesischen Wehde sein Unwesen trieb. Der Pole war 1946 mit einigen Komplizen zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Raubüberfällen, Einbrüchen und Autodiebstählen verurteilt worden. Als er türmte, hätte er noch zehn weitere Jahre im Zuchthaus einsitzen müssen.

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Die NWZ  warnte seinerzeit ausdrücklich vor Wisniewski, schließlich soll er bewaffnet gewesen sein. „Vorsicht, Waffenträger!“, hieß es in der Ausgabe vom 12. Juni 1952. „Es handelt sich um einen ausgesprochenen Schwerverbrecher, dem jedes Mittel recht ist, sich der Festnahme zu entziehen“, lautete die Warnung.

Wenig zimperlich waren deshalb auch die Polizisten, die auf Wisniewski trafen. In der Nähe des Lagers Marx wurde der flüchtige Verbrecher von den Beamten erwischt, als er sich mit einem Fahrrad aus dem Staub machen wollte. Irgendwie gelang es ihm aber, zu Fuß zu entwischen – obgleich die Polizisten auf ihn schossen. „Es konnte nicht festgestellt werden, ob er durch die Schüsse getroffen worden ist“, heißt es weiter in der alten Zeitung.

Offenbar nicht, denn Wisniewski sollte die Wehde noch ein paar Tage auf Trab halten.

Zwei Tage später berichtete der Gemeinnützige dann davon, dass Wisniewski offenbar die Kühe gemolken hat, um über die Runden zu kommen, und sich in der Höhle versteckte. Als die Polizei eintraf, war die Höhle zerstört. Außerdem meldeten mehrere Leute aus Varel, Langewerth, Zetel und Ruttelerfeld einen Mann im blauen Anzug gesehen zu haben, zu dem die Beschreibung der Polizei gepasst habe.

Ein Landwirt aus Bohlenbergerfeld wurde im Fuhrenkamp gar von jemandem in gebrochenem Deutsch und polnischen Akzent angesprochen – auch das soll Wisniewski gewesen sein.

Auch im Lager Marx soll sich der Verbrecher immer wieder herumgetrieben haben. Allerdings meldete sich keiner der Lagerbewohner bei der Polizei – aus Angst vor Vergeltungsaktionen. Wisniewski galt nicht umsonst als schwerer Junge. Der Gemeinnützige schrieb damals: „Verständlicherweise hat sich der Bevölkerung mit dem Auftauchen des gesuchten Schwerverbrechers eine gewisse Psychose bemächtigt.“

Wisniewski war weiter auf der Flucht – doch verließ ihn sein Glück.

Die vielen Hinweise aus der Bevölkerung führten die Polizei noch einmal zum Lager in Marx. In der Nacht des 15. Juni, ein Sonntag, umstellte ein siebenköpfiges Polizeikommando die Baracke im Lager, in der sich Wisniewski aufhalten sollte. Der Gemeinnützige vom 17. Juni beschreibt detailliert, was dann passierte: „Als die Kriminalbeamten, die entsicherte Pistole bereits in der Hand, sich auf dem Gang der Baracke befanden, öffnet sich plötzlich die Tür. Eine Frau tritt heraus. Drinnen Wisniewski, der beim Anblick der Beamten unter den Tisch springt.“

Es wird geschossen. Ein Polizist feuert zwei Mal kurz hintereinander auf Wisniewski und trifft ihn am Arm. Wisniewski, verletzt und von der Polizei völlig überrascht, ergibt sich. Die Verletzung erwies sich als ungefährlich: Es war ein glatter Durchschuss.

Im Oktober stand Wisniewski dann in Oldenburg vor dem Landgericht. „Der Angeklagte ist als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher anzusprechen“, der „einzig und allein seinem hemmungslosen verbrecherischen Trieb gefolgt“ sei, wird der Staatsanwalt am 30. Oktober in der NWZ  zitiert. Acht weitere Jahre will er Wisniewski ins Zuchthaus schicken und ihn anschließend in der Sicherungsverwahrung unterbringen.

Der Richter entscheidet sich hingegen für ein vergleichsweise mildes Urteil: vier Jahre Zuchthaus – natürlich zuzüglich der Strafe, die Wisniewski ohnehin noch absitzen musste. In der Urteilsbegründung hieß es, dass der 28-Jährige zwar einen verbrecherischen Trieb habe, aber kein Gewohnheitsverbrecher sei. Zudem sei der verursachte Schaden nicht allzu hoch gewesen, weil fast die gesamte Beute wieder an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden konnte.

Insgesamt erwartete Wisniewski nach dem Urteil eine 14-jährige Haftstrafe.

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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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