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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Ärger In Friesland: Anwohner von Hubschrauberlärm schwer genervt

06.05.2017

Mariensiel „Wir sind drauf und dran, unser Haus zu verkaufen, wir werden noch rammdösig“, sagt Meike Simon aus Mariensiel. Andererseits: Wer würde ein Haus kaufen, in dem man nicht nur tagsüber, sondern auch nachts immer wieder vom Lärm der Turbinen und Rotoren der Hubschrauber gestört oder gar aus dem Schlaf gerissen wird? Seit 20 Jahren wohnen Meike und Wolfgang Simon am Banter Weg in Mariensiel. Viele Jahre lang habe man sich mit Flugbetrieb und Geräuschkulisse arrangieren können, doch seit zwei, drei Jahren habe der Lärm und dessen Dauer erheblich zugenommen. An Schlafen bei offenem Fenster sei überhaupt nicht zu denken.

Wiking Helikopter Service GmbH

Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf den Versatz von Seelotsen per Hubschrauber unter allen Wetterbedingungen und zu allen Jahreszeiten.

Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Wiking als Spezialist für Offshore-Flüge in Nord- und Ostsee und betreibt sieben Hubschrauber der Typen Sikorsky „S-76“, Leonardo AW139 und bereits einen leiseren Airbus H145.

Darüber hinaus ist Wiking stark in der Versorgung von Offshore-Einrichtungen für die Windindustrie gewachsen. Seit 2012 hält Wiking mit der ADAC-Luftrettung einen Hubschrauber als Notfallkonzept für Mitarbeiter der Offshore-Wind-Industrie an der Basis Jade-Weser-Airport rund um die Uhr bereit. Das Unternehmen hat 85 Mitarbeiter.

Lärm macht krank

Zwei Nachbarn, die ebenfalls mitgekommen sind zu einem Abend des Bürgerdialogs bei der Firma Wiking Helikopter Service in Mariensiel, nicken zustimmend: „Man hört den ganzen Tag nur ein Dröhnen“, so Wilhelm Baytz. In seinem Garten habe ein Fachmann kürzlich 90 Dezibel gemessen, als ein Hubschrauber sein Haus überflog.

Lärm nervt, Lärm macht krank. Was tagsüber vielleicht noch auszuhalten ist in der Kakophonie aus allgemeinem Verkehrslärm, Lärm vom Bahngleis, aus Umweltgeräuschen aller Art und eben auch in Form von Motoren und Turbinen startender und landender Flugzeuge und Helikopter, das wird nachts zur Zerreißprobe für jeden Geduldsfaden.

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Lars Hilgert, Flugbetriebsleiter bei Wiking Helikopter Service, und Unternehmenssprecher Steffen Fischer hatten die Anwohner aus Mariensiel, dem Nachbardorf Cäciliengroden, aber auch aus der nahen Ebkeriege in Wilhelmshaven eingeladen, um über Fluglärm zu sprechen. Warum er entsteht, wann er entsteht und natürlich auch wie man ihn vermeiden beziehungsweise für die Anwohnerohren reduzieren kann.

Manches geriet dabei schon mal durcheinander. Zum Beispiel der subjektive Eindruck mancher Anwohner, Hubschrauber würden ihre Häuser „in Baumwipfelhöhe“ überfliegen und dass die Ursache allen Lärms allein von Wiking ausgehe. Der Infoabend wurde zwischendurch etwas temperamentvoller, blieb aber insgesamt sehr sachlich und fair. Hilgert und Fischer erläuterten das Aufgabengebiet von Wiking, gingen auf gesetzliche Vorgaben, auf Test- und Aufwärmphasen, Flugrouten und -zeiten ein.

Es geht nicht geräuschlos

Bei den Anwohnern hat sich Ärger aufgestaut, weil sie sich nicht ernstgenommen fühlen, keine Reaktion auf Beschwerden hören, wenn sie über Fluglärm am späten Abend oder mitten in der Nacht klagen. Die Kommunikation mit den Bürgern müsse und werde besser werden, versprach Steffen Fischer. Man werde zum Beispiel Kontakt mit dem Bürgerverein Mariensiel aufnehmen.

„Ganz geräuschlos wird es hier aber nicht werden“, sagt Hilgert. Zwar werde die Hubschrauberflotte modernisiert und die alten und lauten Maschinen sukzessive gegen neue und leisere Helikopter ausgetauscht. Auch eine Lärmschutzwand, hinter der die Maschinen für Wartungsarbeiten laufen können, und eine Verlegung auf eine andere Seite der Halle wäre eine Option. Doch Rettungseinsätze sind nicht vorhersehbar, so Hilgert. „Da müssen wir auch mal mitten in der Nacht raus.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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