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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

100 Jahre Feuerwehr Bockhorn: Feuerwehr jongliert mit vielen Aufgaben

25.04.2019

Bockhorn Kaum vorstellbar: Wenn vor Jahrzehnten nachts ein Gehöft in Brand geraten war, schallte die Sirene durch ganz Bockhorn. Feuerwehrkameraden stolperten dann schon mal auf Socken und im Schlafanzug in das einzige Feuerwehrauto des Dorfes und rasten, gefolgt von einem Autokorso aus Schaulustigen, so schnell es ging zur Brandstelle. Der Einsatz wurde anschließend nur handschriftlich mit einem Zweizeiler in einer Kladde vermerkt. „Früher war die Feuerwehr eben noch eine Feuerwehr“, sagt Holger Reuter.

Große Party zum 100. Geburtstag

Die Bockhorner Feuerwehr lädt den ganzen Ort und alle Freunde der Wehr am Freitag, 3. Mai, zur großen Open-Air- und Hallenfete ein.

Gefeiert wird auf der gesperrten Schulstraße, vor und im Feuerwehrhaus an der Schulstraße. Los geht es um 19 Uhr. „The Wild Boys Band“ spielt live.

Eintrittskarten für die 100-Jahr-Feier der Feuerwehr Bockhorn sind im Vorverkauf zu haben bei GVO Versicherungen Stefan Bieling (Urwaldstraße 4), Firma Eichenwege GbR (Lange Straße 48), Firma Drenkwitz (Gartenstraße 4) und bei der Öffentlichen Versicherung in Grabstede (Hauptstraße 15). Die Karten kosten 5 Euro pro Stück.

Vor 100 Jahren wurde die Feuerwehr Bockhorn gegründet, und seitdem hat sich viel verändert. Darüber kann die Familie Reuter viel erzählen: Drei Generationen sind Mitglied der Bockhorner Feuerwehr: Hans-Hermann Reuter in der Altersabteilung, dessen Sohn Holger Reuter ist Gemeindebrandmeister und sein Sohn Tim Reuter ist gerade im Übergang von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr. Die Linie geht noch weiter zurück: „Mein Großvater saß 1919 bei der Gründung mit am Tisch“, sagt Hans-Hermann Reuter. Mit der Nordwest-Zeitung haben die drei zum 100. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Bockhorn darüber gesprochen, was sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Feuerwehr verändert hat – und das ist eine ganze Menge.

Die Einsätze

Hauptsächlich gab es früher Brandeinsätze, nicht selten richtige Großbrände. „Das ist deutlich weniger geworden“, sagt Holger Reuter. Das liege unter anderem an den Brandschutzbestimmungen im Bau und daran, dass weniger mit offenem Feuer hantiert werde. Dafür ist aber die Zahl der technischen Hilfeleistungen deutlich gestiegen. „Der Verkehr hat zugenommen und damit auch die Unfälle.“ Hans-Hermann Reuter erinnert sich: „Wenn früher jemand nach einem Unfall im Auto eingeklemmt war, sind wir da mit einer Brechstange beigegangen. Hydraulische Scheren und Spreizer gab es nicht.“

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Außerdem werde die Feuerwehr heute viel öfter alarmiert, wo früher einfach die Nachbarschaftshilfe gegriffen habe: „Wasser steht im Keller, ein Ast liegt auf der Dachrinne, eine Tür muss geöffnet werden, ein Papierkorb raucht – wir werden wegen aller möglicher Dinge gerufen“, sagt Holger Reuter. „In den 70er Jahren gab es viele Großbrände auf landwirtschaftlichen Gehöften. Das hat seitdem deutlich abgenommen.“

Das Wetter

„Das Wetter verändert sich“, sagt Holger Reuter. „Wir haben im Vergleich zu früher unglaublich viele Sturmeinsätze und fahren oft zu Hochwassereinsätzen. Auch Starkregenereignisse, bei denen die ganzen Straßen überschwemmt sind, hatten wir früher kaum.“

Die Sirene

Alarmiert wurde bis 1989/90 noch mit zwei ohrenbetäubenden Sirenen, die durch den ganzen Ort schallten. Das hatte gleich zwei Nachteile: Feuerwehrkameraden, die außerhalb wohnten, bekamen oft nichts mit und kamen nicht zu den Einsätzen. Anwohner, die gar nicht bei der Feuerwehr waren, kamen dafür umso mehr zum Feuerwehrhaus, wenn die Sirene ging – einfach, um dem Feuerwehrauto hinterherzufahren und bei den Großbränden zu gaffen. In den 90er Jahren bekamen dann alle Feuerwehrkameraden Meldeempfänger.

Die Kameradschaft

„Früher sind die Bockhorner mit 18 Jahren in die Feuerwehr eingetreten und drin geblieben, bis sie in die Altersabteilung kamen“, sagt Hans-Hermann Reuter. Das hat sich verändert: „Gerade in der mittleren Altersstruktur, zwischen 40 und 50 Jahren, fehlen uns Kameraden“, berichtet der Gemeindebrandmeister Holger Reuter. Der Grund: „Die Lebenswege sind einfach anders geworden. Beruflich und privat verändert sich heute viel mehr, die Leute wohnen oft nicht ihr Leben lang im gleichen Ort.“ Um Nachwuchs zu gewinnen, hat die Feuerwehr in Bockhorn vor 24 Jahren eine Jugendfeuerwehr eingerichtet. „Das war der Meilenstein, so sichern wir die Zukunft der Wehr.“

... und vieles mehr

Die Verwaltungsaufgaben werden immer mehr, alles muss dokumentiert werden. Dafür müssen die Feuerwehrkameraden in der Ausbildung nicht mehr marschieren lernen. Heute haben die Kameraden hochwertige Schutzkleidung, früher kamen sie im Blaumann zum Löschen. Die Sicherheit der Kameraden steht heute an erster Stelle – noch vor der Schnelligkeit. Es gibt unzählige Lehrgänge und Seminare, Bestimmungen und Richtlinien. Im Schlafanzug steht heute keiner mehr am Einsatzort.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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