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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Freiwillige waren einst „Feuerlöschpolizei“

11.05.2018

Bockhorn Vom Spritzenmeister zum Hauptmann: Diesen Karrieresprung machte einst der Schmiedemeister Ludwig Wagner in Bockhorn. Damit begann die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bockhorn, die im kommenden Jahr das 100-jährige Bestehen feiert. „20 Jahre Feuerlöschzug Bockhorn“ berichtete „Der Gemeinnützige“ im Mai 1939 und bezog sich in dem Artikel auf die Gründung dieser Einheit, die aus der früheren Pflichtfeuerwehr hervorgegangen war. Die war mit einer einzigen Handdruckspritze nur ungenügend ausgerüstet, heißt es in der Chronik – was jene 20 Männer ändern wollten, die sich in Warnkens Gasthaus‚ „Zum Tempel“ zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr trafen.

Ludwig Wagner, dessen Familie schon seit 100 Jahren das Feuerlöschwesen „im Dorfe Bockhorn“ betreute, wurde Hauptmann, Eduard Müller sein Stellvertreter. Schon bald zählte die Feuerwehr 80 Mitglieder, die sich allerdings noch ein Jahr lang mit der Handspritze begnügen mussten. Erst 1920 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung einer motorbetriebenen Spritze, gezogen von einem Pferdegespann. 1925 folgte die Neuorganisation der Einheit. Die Mitgliederzahl wurde von 86 auf 60 herabgesetzt, drei Züge sorgten für Sicherheit und Brandschutz: ein Löschzug, Steiger- und Rettungszug sowie Polizei- und Absperrzug. Ebenfalls in dem Jahr erfolgte die Uniformierung. 1926 wurde der Schlauchturm gebaut – mit Steinen, die das Oldenburger Klinkerwerk kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

„Wiederholt hat die Feuerwehr in Ernstfällen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, aber bei dem ausgedehnten Gemeindebezirk war es ein großer Uebelstand, daß die Wehr mit ihrer Motorspritze durch Pferdebespannung nicht schnell genug zur Brandstelle gelangen konnte“, hieß es in dem Rückblick. So wurde am 29. Dezember 1928 die Anschaffung einer „Automobilspritze“ beschlossen. Mit ihr konnte bei günstigen Wasserverhältnissen aus sechs Rohren gespritzt werden. Für daraus resultierende Erfolge in der Brandbekämpfung erhielten die Kameraden Barprämien – die wiederum in „Rauchmasken und Oelmäntel“ umgesetzt wurden.

1933 wurden die drei Wehde-Gemeinden Bockhorn, Zetel und Neuenburg zur „Gemeinde Friesischen Wehde“ zusammengefasst, und auch die Feuerwehren schlossen sich zusammen – mit „Parteigenosse Heinz Aschmann“ aus Bockhorn als Gemeindebrandmeister. 1939 wurde aus der Freiwilligen-Wehr die „Feuerlöschpolizei“ – bis 1948 die drei Gemeinden wieder ihre Selbstständigkeit erhielten.

Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Bockhorn 54 Aktive, dazu 16 Kameraden in der Altersriege. Drei Frauen gehören zur Einheit, in der 23 Mitglieder starken Jugendfeuerwehr sind auch zwei Mädchen. Ausrücken können die Einsatzkräfte mit insgesamt vier Fahrzeugen – und das passiert im Jahr etwa 40 Mal. Aktiv ist die Einheit auch im vorbeugenden Brandschutz – mit ihren Brandschutzerziehern.

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