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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

„Bombe“ gehörte wohl zu Sieltor

16.05.2017

Ellenserdammersiel Eine Bombe war es nicht – aber was war es dann, das in Ellenserdammersiel den Kampfmittelräumdienst auf den Plan rief? Bei der Bergung am Wochenende schätzte Ralph Blumroth, leitender Bauüberwacher der Deutschen Bahn, noch, dass es sich bei dem massiven und schweren Stahlteil um eine Injektionslanze handele.

Das war es aber offenbar nicht: Nach etwas genauerer Untersuchung teilt Ralph Blumroth nun mit, dass es sich bei dem Fundstück wahrscheinlich um einen Teil eines Schleusen- oder Sieltores handelt. Dort diente das Teil mit seiner Kette wohl zum Öffnen und zum Schließen der Tore. „Da auch das Hiddelser Tief einstmals schiffbar war, wird das wohl ein Teil des ehemaligen Ellenserdammer Sieles sein“, schreibt Blumroth.

Allerdings sei es an der Stelle einmal zu einem Deichbruch gekommen. Das ganze Areal wurde unterspült und es bildete sich ein riesiger so genannter Kolk, eine wassergefüllte Vertiefung, die entsteht, wenn das Wasser über die Deichkrone kommt und auf der anderen Innenseite den Deich abträgt, bis er bricht. Dieser Kolk sei noch heute der Grund für den schlechten Boden an der Stelle.

Einen großen Deichbruch gab es 1825. Bei der später Februarflut genannten Sturmflut am 4. und 5. Februar kam es bei Ellenserdamm in der Nacht am Zeteler Siel zum Deichbruch und weite Teile der Friesischen Wehde wurden überflutet.

Als dann in den 1860er Jahren die Bahnstrecke in Richtung Wilhelmshaven gebaut wurde, sei der Kolk weitestgehend mit Hilfe einer Trassierung umgangen worden. Was von den alten Sieltoren noch im Boden verborgen lag, wurde einfach überbaut. Das Teil, das jetzt ausgegraben wurde, würde Ralph Blumroth gerne dem örtlichen Heimatverein überlassen.

Unterdessen hat Anke Emken, Leiterin des Bockhorner Ordnungsamtes, sich bei allen bedankt, die an der „Mammutaufgabe“ am Wochenende beteiligt waren – angefangen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst über den Kampfmittelräumdienst bis hin zu Bahnmitarbeitern, Beteiligten Firmen und Behörden. Dank gelte auch dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Jörg Steinker, und Bezirksvorsteher Hans Rautenberg, die sämtliche Informationen reibungslos an die Bewohner Ellenserdammersiels weitergeleitet hätten. „Die Dorfbewohner haben die Ankündigung der eventuellen Evakuierung mit der den Küstenbewohnern eigenen Gelassenheit hingenommen; niemand hat sich beschwert“, erklärte Anke Emken.

Christopher Hanraets
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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