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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Bombe oder Boiler?

05.05.2017

Ellenserdammersiel Bombe oder Boiler? Ein Metallfund in Ellenserdammersiel hat beim Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven für Alarm gesorgt. Nun wird untersucht, ob es sich dabei tatsächlich um Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Bestätigt sich das, wird am Sonntag, 14. Mai, der Bereich im Umkreis von 1000 Metern um die Fundstellen herum evakuiert.

Dann werden die möglichen Bomben vom Kampfmittelräumdienst geborgen und entschärft oder noch vor Ort gesprengt. Betroffen wären 120 Anwohner. Stellt sich das Altmetall indes als harmlos heraus, findet die Evakuierung nicht statt.

Bei Vermessung entdeckt

„Bei Vermessungsarbeiten im Bereich der Bahngleise wurden zwei Anomalien festgestellt“, berichtete Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen am Donnerstag. Er wurde von der Deutschen Bahn über die Funde informiert. Die Gemeinde ist als Gefahrenabwehrbehörde in diesem Fall zuständig. Nun werden weitere Gespräche und Ortstermine angesetzt, um im Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Um die Fundstellen genauer untersuchen zu können, seien zunächst umfangreiche Vorarbeiten notwendig. „Diese werden bereits von einer Fachfirma durchgeführt“, sagte Meinen. Endgültig abgeschlossen werden sie aber erst am Samstag, 13. Mai, sein. „Erst dann steht fest, ob es sich tatsächlich um Blindgänger handelt.“

Sollte es zu einer Entschärfung oder kontrollierten Sprengung kommen, müssten die Bürger in Ellenserdammersiel und Umgebung ihre Häuser und Wohnungen am 14. Mai bis 9 Uhr verlassen. Die Betroffenen wurden bereits vom Bezirksvorsteher Hans Rautenberg unterrichtet, der ein Schreiben der Gemeinde überbrachte.

„Mit so etwas hatten wir es noch nie zu tun. Ist es tatsächlich eine Bombe, wäre das für die Gemeinde eine riesige Aktion“, sagte Bürgermeister Meinen. Schon jetzt arbeite die Verwaltung eng mit der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Freiwilligen Feuerwehr zusammen. „Wir werden uns in den kommenden Tagen weiter intensiv abstimmen“, sagte Andreas Meinen.

Es müssen im Ernstfall nicht nur Straßen gesperrt und abgesichert werden. Auch mögliche Transporte von kranken, pflegebedürftigen oder nicht gehfähigen Personen aus dem Evakuierungsgebiet müssten organisiert werden. Das größte Problem: Die direkt am Fundort gelegene Autobahn 29 müsste samt Umleitungstrecken bei einer Bergung gesperrt werden.

Experten rücken an

Zur Seite steht der Gemeinde Bockhorn dabei auch die Autobahnmeisterei in Borgstede. Am Montag rücken zudem die Experten des Kampfmittelräumdienstes zu einer Ortsbesichtigung an.

Die Vorarbeiten zur Untersuchung sind so umfangreich, weil es sich bei dem Boden um das Schwarze Brack handelt, der sehr wasserreich ist. Deshalb müssen laut Anke Emken, Leiterin des Ordnungsamtes, zunächst Spundwände eingelassen werden, um überhaupt einen Schacht bis zu den Fundstücken in drei beziehungsweise sechs Metern Tiefe zu graben.

Anfang April war mit den Bauarbeiten an der Bahnstrecke begonnen worden. Eine Spezialfräse fährt dabei mit einem bis zu neun Meter langen Schwert mit einer Umlaufenden Kette in den Boden ein und vermischt diesen mit Zement. Dadurch wird der Untergrund tragfähig gemacht. Muss kontrolliert gesprengt werden, droht eine Beschädigung der Gleise und die Behinderung des Bahnverkehrs. Die Bahn wird daher zur Sicherheit Kabel und Schienen bereithalten.

Das ist zu beachten

Was wurde an der Bahn gefunden?

Es handelt sich um zwei große Metallstücke. Das eine liegt in sechs Metern Tiefe unter dem Bahnübergang Sielstraße. Das andere 80 Meter weiter Richtung Sande in drei Metern Tiefe.

Könnten es tatsächlich Blindgänger sein?

Ja. In der Nähe liegt ein Bahnhof, der möglicherweise im Zweiten Weltkrieg bombardiert worden ist. Zudem wurden damals Angriffe auf den Kriegshafen in Wilhelmshaven geflogen.

Wer wird bei einer Entschärfung evakuiert?

Alle Anwohner im Umkreis von 1000 Metern um den Fundort herum müssten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Sie werden im Bürgerhuus in Bockhorn versorgt.

Wo kann man sich informieren?

Infos erteilt Anke Emken im Ordnungsamt unter Tel. 04453/70844. Das Büro ist auch am 13. und 14. Mai besetzt. Ansprechpartner sind zudem Bezirksvorsteher Hans Rautenberg und Jörg Steinker, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft.

Was sollten Betroffene noch beachten?

Sie sollten ihre Handy-Nummern hinterlassen oder die Festnetznummer an ihrem Aufenthaltsort, damit sie nach der „Entwarnung“ zeitnah Bescheid erhalten können.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501