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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Eine Flasche voll mit Dangaster Kippen

05.10.2019

Dangast Sandburgen am Strand zu bauen kann so schön sein – vorausgesetzt man stößt beim Buddeln im Sand nicht auf weggeworfene Zigarettenstummel. Schon im Mai hatte Zukunft Varel ein mögliches Rauchverbot am Dangaster Strand ins Spiel gebracht und forderte von der Kurverwaltung ein Konzept, mit dem verhindert werden soll, dass Raucher ihre Kippen einfach wegschnipsen.

Kurdirektor Johann Taddigs hält von Verboten allerdings wenig – zumal es schwierig werden dürfte, dieses Verbot auch mit Kontrollen durchzusetzen. Aber: Einige Sensibilisierungsmaßnahmen wurden mittlerweile auf den Weg gebracht.

Neuer Trend: Kippen-Sammeln

Unter dem Hashtag #fillthebottle (zu deutsch: „füll’ die Flasche“) geht in den sozialen Medien gerade ein Trend um, der zum Kippensammeln motivieren soll. Wer mitmachen will, nimmt sich eine leere Flasche und geht raus, um jede Menge Zigarettenstummel aus der Umwelt einzusammeln und sie in die Flasche zu füllen. Ist die Flasche voll, macht der Sammler ein Selfie mit der Kippen-Flasche und postet es unter dem genannten Hashtag auf Instagram.

Die Idee ist, nicht nur selbst etwas für die Umwelt zu tun, sondern auch andere zum Kippensammeln zu motivieren. Vor allem in Frankreich gab es dafür großen Zuspruch. Der Trend schwappt auch nach Deutschland.

NWZ-Praktikantin Nicole Rusniok sammelte in etwa einer Stunde auf der Strecke vom Dangaster Hafen, am Kurhaus vorbei und wieder zurück genug Zigarettenstummel, um eine ganze Flasche zu füllen.

Zum Einen wurde auf das Thema in den sozialen Medien aufmerksam gemacht. Auch auf die Berichterstattung des „Gemeinnützigen“ im Mai gab es in den sozialen Medien ein großes Echo. Außerdem hat die Kurverwaltung von der Firma British American Tobacco 2500 kostenlose Strandaschenbecher erhalten, die an der Tourist-Info kostenlos an Gäste abgegeben werden.

Darüber hinaus gibt es Strandaschenbecher mit einem Design des Dangaster Künstlers Michael Kusmierz. Sie werden an der Tourist-Info, im Quellbad, an der Kasse des Strandcampingplatzes und im Nationalpark-Haus verkauft. Die Kurverwaltung will dafür noch weitere Partner ins Boot holen – etwa das Kurhaus, das Sonnendeck und den Campingplatz an der Rennweide.

Außerdem hat die GPS vier Aschenbecher-Systeme für die Kurverwaltung gebaut. Das System besteht aus Rohren, in denen leere Getränkedosen stecken. Auf dem Weg zum Strand kann man sich eine Dose nehmen und als Aschenbecher benutzen, der später am Mülleimer ausgeleert werden kann. Die Dose kommt anschließend wieder zurück ins Rohr. Diese Systeme sollen zu Beginn der Saison 2020 in Dangast stehen.

Schilder und Plakate würden nach den Erfahrungen an der Tourist-Info kaum von den Gästen wahrgenommen. Man denke daher als Alternative über Flaggen am Strand oder Hinweise an den Gittern der Strandkörbe nach.

Nicht zu vergessen: In Dangast gibt es Menschen, die die weggeworfenen Kippen uneinsichtiger Raucher einsammeln und entsorgen.

Ratsherr Leo Klubescheidt (Zukunft Varel) der die Debatte gestartet hat, will bereits eine deutliche Verbesserung in Dangast festgestellt haben. „Ich bin sehr zufrieden, dass sich da einiges bewegt hat“, sagte er. Problembereiche am Hafen oder an der Edo-Wiemken-Straße sähen jetzt schon deutlich besser aus. Dennoch zeigt der Versuch des „Gemeinnützigen“ an der „Fill-the-Bottle-Challenge“ (siehe Infobox), dass sich in Dangast immer noch innerhalb kurzer Zeit jede Menge Kippen sammeln lassen.

Die negativen Auswirkungen von weggeworfenen Zigarettenstummeln auf die Umwelt werden oft unterschätzt. Das Problem sind vor allem die Filter. Sie werden nur sehr langsam zersetzt. Außerdem sammeln sich in ihnen Giftstoffe aus dem Tabakrauch. Gelangt ein Zigarettenstummel ins Wasser, werden die Stoffe herausgespült und können so die Umwelt vergiften. Manche Tiere verwechseln sie auch mit Nahrung, fressen die Zigarettenstummel und verhungern, weil die Kippen nicht verdaut werden. Werden Kippen in Gullys geworfen, landen sie mit dem Wasser oft auch in der Umwelt.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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