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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

„Der eine holt den anderen raus“

22.10.2016

Hooksiel Die Katze auf dem Baum musste Carsten Behnk zwar noch nie retten. „Dafür aber den auf dem Wasser festgefrorenen Schwan“, erinnert sich der 52-Jährige und lacht. Dass das nur eine von vielen Geschichten ist, die Carsten Behnk erzählen kann, ist klar. Immerhin ist er schon seit 43 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Mit neun Jahren fing alles an mit der Feuerwehr – damals aber noch nicht in Hooksiel. Ursprünglich kommt Carsten Behnk nämlich aus Sehnde bei Hannover. Dort hat er schon allerhand Erfahrungen sammeln können. „Einmal ist zum Beispiel ein Tankwagen mit Salzsäure ausgelaufen. Das war schon etwas dolles, immerhin mussten wir uns voll und ganz darauf verlassen, dass unsere Schutzanzüge dicht sind.“

Sofort aufgenommen

Dann hat Carsten Behnk seine Lebensgefährtin kennengelernt, die aus Hooksiel stammt – wo sie dann auch zusammengezogen sind. Das war 2005. So ziemlich eins der ersten Dinge, das Carsten Behnk dann getan hat, war: in die Freiwillige Feuerwehr eintreten. „Ich wurde sofort aufgenommen. Aber so ist das bei der Feuerwehr: Wir sind alle Kameraden – nicht einfach Kollegen.“

An seinen allerersten Einsatz dort kann er sich auch noch gut erinnern. „In Waddewarden brannte ein Haus. Das war übrigens auch meine erste Einsatzfahrt, die ich selbst unternommen habe – auch in Sehnde war das bisher nie vorgekommen.“ Und, deshalb aufgeregt? „Klar, irgendwie bin ich das immer ein wenig, das ist doch ganz normal.“ Sobald der Melder losgeht, schießt das Adrenalin hoch und Carsten Behnk sieht nur noch einen Film. „Ein kurzer Blick auf den Melder und dann geht’s los.“

Seitdem war Carsten Behnk in Hooksiel an den unterschiedlichsten Einsätzen beteiligt. „Im Wangerland ist eigentlich schon von allem etwas passiert – ob Brand oder Verkehrsunfall.“ Besonders schlimm ist es für den Feuerwehrmann, wenn Menschenleben nicht gerettet werden können. „Dann rede ich lange mit meiner Lebensgefährtin darüber.“

Seine Lebensgefährtin – das ist Birgit Müller. Sie unterstützt Carsten Behnk, wo sie kann. „Die Feuerwehr nimmt schon einen großen Platz ein – aber so habe ich ihn ja auch kennen gelernt“, sagt die 54-Jährige und lächelt Carsten Behnk an. „Manchmal springe ich sogar ein, wenn Carsten zu einem Einsatz muss und sich nicht mehr um die Jugendfeuerwehr kümmern kann.“ Denn Carsten Behnk ist auch Jugendwart der Hooksieler Wehr.

Ab zehn Jahren können Kinder und Jugendliche in die Jugendfeuerwehr eintreten. „Dort machen wir verschiedene Übungen genau wie mit den Erwachsenen“, sagt Carsten Behnk. „Aber eigentlich geht das noch darüber hinaus.“ Denn: „Wir reden auch über alles mögliche, lernen, wie man vernünftig isst oder dass das Smartphone auch mal ausgestellt werden kann.“ Und eines wird natürlich auch schon beim Nachwuchs ganz groß geschrieben: Zusammenhalt. „Die Kinder lernen, dass man bei der Feuerwehr nur weiterkommt, wenn man im Team arbeitet.“

Nachwuchs fehlt

Das ist übrigens auch das, was Carsten Behnk selbst an der Feuerwehr fasziniert. „Ohne Kameradschaft funktioniert nichts. Der eine holt den anderen raus. So etwas verbindet.“

Schade findet er nur, dass offenbar immer weniger junge Menschen genau daran Interesse haben. In der Jugendfeuerwehr fehlt nämlich der Nachwuchs. „Wer Lust hat, kann einfach mal vorbei schauen, jeden Mittwoch ab 18 Uhr im Feuerwehrhaus Hooksiel.“ Carsten Behnk würde sich sehr darüber freuen – immerhin macht ihm die Arbeit mit den Jugendlichen sehr viel Freude.

„Und es ist toll, wenn sie Interesse zeigen. Ganz oft auch an den Einsätzen der Erwachsenen, von denen ich dann erzähle.“ Bestimmt hat Carsten Behnk ihnen dann auch die Geschichte mit dem festgefrorenen Schwan erzählt. Die geht übrigens noch weiter: „Als ich ihn gerade packen wollte, flog er weg. Von wegen festgefroren. . .“

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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