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Mehrere Fahrzeuge auf A28 verunglückt – Teilsperrung
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Aktualisiert vor 5 Minuten.

Unfall In Oldenburg
Mehrere Fahrzeuge auf A28 verunglückt – Teilsperrung

NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Ende eines stolzen Wahrzeichens

10.08.2013

Der Wetterbericht für Sonntag, 11. August 1963, kündigte Gewitter für die Küstenregion an. In der Mittagszeit überquerte die Unwetterfront das Jeverland und gegen 12 Uhr traf ein Blitz die Waddewarder Mühle. Vermutlich war es ein Kugelblitz, berichten Zeugen später: Ein glühender Lichtball schlug auf die Mühlenkappe auf, rollte über das trockene Reetdach ab und setzte das leicht brennbare Material in wenigen Sekunden in Brand.

Kurze Zeit später stürzte der hohe hölzerne Mühlenkorpus ein. Glücklicherweise fielen die brennenden Trümmer nicht in Richtung des Müllerhauses, sondern auf eine freie Fläche östlich, so dass das Wohnhaus nicht beschädigt wurde.

Mühle noch in Betrieb

Der 84-jährige Rolf Arjes, der die Mühle 1907 erworben hatte und seitdem als Müller betrieb, und sein Sohn Hinrich mussten zusehen, wie ihr Lebenswerk in wenigen Minuten vernichtet wurde.

Feuerwehrmann Helmer Gerdes, Ortsbrandmeister in Waddewarden von 1972 bis 1992, hatte genau wie Mühlennachbar Jürgen Eden das Gewitter herannahen sehen und die Situation nicht als so bedrohlich empfunden. Doch plötzlich hörten sie einen gewaltigen Schlag mit einem lauten Knall – Blitz und Donner kamen zeitgleich direkt über der Mühle. Eine Feuersäule mit schwarzer Rauchfahne stieg auf und in wenigen Augenblicken stand die gesamte Mühle in Flammen. Der Feuerschein war weithin sichtbar, erinnern sich Gerdes und Eden.

Die Feuerwehr von Waddewarden – damals war Waddewarden selbstständige Gemeinde – rückte unter Leitung von Gemeindebrandmeister Karl Drieling aus, doch sie hatte kein Tanklöschfahrzeug für den Erstangriff und musste zunächst eine Schlauchleitung vom nahe gelegenen Graben zur Mühle aufbauen.

Auch der Einsatz der jeverschen Löschfahrzeuge mit ihrer Mannschaft, die in kürzester Zeit anrückten, konnte den Vollbrand nicht eindämmen. Es gelang den Einsatzkräften jedoch, ein Übergreifen des Feuers auf das Müllerhaus und die anliegenden Gebäude zu verhindern. Das aus Klinkern gemauerte, etwa zehn Meter hohe Mauerwerk wurde von der Feuerwehr mit Wasser gekühlt und blieb größtenteils erhalten.

1963 war die Waddewarder Mühle rund 100 Jahre alt – eine der letzten Windmühlen im Jeverland, die sich majestätisch 100 Meter vor Waddewardens Ortseinfahrt von Jever aus etwas abseits von der Landesstraße erhob.

Zuvor hatte es bereits eine Mühle zwischen Waddewarden und Sillenstede gegeben, noch heute heißt der Bereich „Alte Mühlenstätte“. Sie war abgebrochen worden und am Ortseingang von Waddewarden als Galerieholländer wieder aufgebaut worden. Die Mühle soll eine der schönsten Mühlen im Jeverland gewesen sein.

Heute Wohnhaus

Der Waddewarder Bauunternehmer Arthur de Jonge erneuerte und restaurierte nach dem Brand das Mauerwerk, das besonders an der westlichen Eingangsseite zur Mühle stark beschädigt war, und deckte den Mühlenrumpf neu ein. Einige Jahre führte Hinrich Arjes noch das Landhandelsgeschäft. Die Mühle gehörte einst der jeverschen Kaufmannsfamilie Minssen, die die Mühle 1907 an den Müller Rolf Arjes verkauft hatte. Hinrich Arjes übte das Müllerhandwerk bis zum Brandausbruch aus.

1979 kaufte die Familie Deneckes das Mühlengelände mit seinem Gebäudebestand. Der leerstehende Mühlenrumpf wurde zu einer geschmackvollen Wohnung umgebaut und auch das Müllerhaus ist ins historischen Mühlenensemble integriert. Ein hoher Grüngürtel umschließt das Gelände heute – der Bereich ist dadurch nicht mehr einsehbar.

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