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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Entsetzen bei Schülern und Ministerin

08.07.2013

Wittmund /Jever Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt geht alleine über den Parkplatz auf den Schulhof der Alexander-von-Humboldt-Schule in Wittmund zu. Dort wird sie am Sonnabend bereits von Vertretern des Landkreises Wittmund erwartet.

Der Anblick, der sich der Gruppe bietet, löst Entsetzen aus. Das Feuer, das am Freitagnachmittag in der Schule ausbrach (die NWZ  berichtete), hat weite Teile des Hauptgebäudes in Schutt und Asche gelegt. Nach ersten Schätzungen dürfte die Schadenshöhe in einem Bereich um acht Millionen Euro liegen.

Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Brandursache war die Explosion einer Gasflasche auf dem Dach gewesen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr hatten bis zum Sonnabendmorgen gedauert. Am Sonnabend und Sonntag besichtigten auch viele Schüler, viele von ihnen wohnen in Jever, die Schule um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Neben der Kultusministerin waren auch der Wittmunder Kreisrat Hans Hinrichs, der stellvertretende Landrat Friedhelm Hass, der Wittmunder Bürgermeister Rolf Claußen (CDU) und Vertreter von Polizei und Feuerwehr an der Unglücksstelle.

Als sie von dem Feuer erfahren habe, sei sie spontan nach Wittmund gereist, erklärte die beim Anblick der Ruine sichtlich geschockte Frauke Heiligenstadt gegenüber der NWZ .

Auch bei den angereisten Schülern und dem Personal ist das Entsetzen greifbar. Für sie ist der Zugang zum Gelände aus Sicherheitsgründen untersagt.

„Man möchte schon gerne rein, aber das geht ja nicht“, sagt die Achtklässlerin Sherin Noeske. „Da hinten, wo die Stühle aus dem Fenster hängen, ist unser Klassenraum“, ergänzt ihre Freundin Nina Wagner. „Man hat schon ein komisches Gefühl, weil Unterricht in Containern droht“, setzt Wiebke Link hinzu. Alle drei betonen, wie geschockt sie sind.

„Drei Abschnitte haben wir gehalten“, sagt Wittmunds Kreisbrandmeister Johann Folkers. Die Zerstörung großer Teile der Schule konnte die Feuerwehr, auch mit Hilfe aus Jever, aber nicht verhindern. Von einem „Super-Gau“ für Wittmund spricht Kreisrat Hans Hinrichs.

Währenddessen fahren drei Tanklastzüge auf den Schulhof. Aus dem Keller wird Löschwasser abgepumpt und bei der Wittmunder Kläranlage in Container verfrachtet. Es muss auf Belastung durch Chemikalien untersucht werden – auch der naturwissenschaftliche Trakt war Opfer der Flammen geworden.

Bereits während der Brandbekämpfung hatten die rund 300 Helfer von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst alle Wasserabflüsse vom Schulgelände blockiert, um eine Umweltgefährdung zu verhindern. Chemikalien und andere Gefahrenstoffe hatte ein Gefahrgutzug der Feuerwehr geborgen.

Manche Gebäudeteile sind allerdings so schwer durch Löschwasser beschädigt worden, dass ein Einsturz droht. „Da gehen wir nicht einmal als Feuerwehr rein“, so Folkers. Diese Abschnitte müssten von oben her abgetragen werden.

Tragisch: Die Gasexplosion fand oberhalb eines mit Brandschutzmauern speziell gesicherten Gebäudeteils statt – gegen Feuer von oben halfen sie indes nicht.

Kreisrat Hinrichs sagt, man wolle versuchen, möglichst alle Schüler künftig in mobilen Klassenräumen vor Ort zu unterrichten. „Die Frage ist, wo bauen wir die Container auf ?“, sagt der stellvertretende Schulleiter Dr. Reinhard Aulke.

Er sieht zudem psychologische Schwierigkeiten auf die rund 130 Lehrkräfte und die Schüler zukommen, die nach den Sommerferien eine zerstörte Schule vorfinden. Bis zu einem Wiederaufbau dürften wohl mindestens zwei Jahre vergehen.


Eine Bilderstrecke unter   www.nwzonline.de/fotos-region 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 

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