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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Freiwillige Feuerwehr: Frauen stehen im Krieg ihren Mann

30.09.2011

MINSEN Mit einem Kommersabend im Feuerwehrhaus feiert die Freiwillige Feuerwehr Minsen an diesem Freitag, 30. September, 75-jähriges Bestehen. Erwartet werden dazu neben Vertretern von Vereinen und Kirche sowie Gemeinde und Landkreis auch Abordnungen der Wangerländer Wehren und Gäste von der Partnerfeuerwehr Dachsenhausen bei Koblenz.

Am Sonnabend, 1. Oktober, folgt um 20 Uhr das Feuerwehr-Fest im Kursaal Horumersiel. Zum Tanz spielen „The-Joys“ auf, der Eintritt kostet 2,50 Euro. Enthalten ist darin die Teilnahme an einer Verlosung. „Wir feiern in Zivil“, betont Ortsbrandmeister Norbert Siebolds: Keiner soll sich gezwungen fühlen, Anzug oder Abendkleid aus dem Schrank zu holen.

Eine Feuerwehr gibt es in Minsen bereits seit 1932. „Das war allerdings eine Pflichtfeuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 18. Oktober 1936 gegründet“, so Siebolds. Da sich die Minser Aktiven in der Tradition des Freiwilligen-Engagements sehen, feiern sie 75 Jahre Feuerwehr.

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Der Chronik zufolge, die Siebolds zusammengestellt hat, hatten Minsen und Wiarden schon 1878 eine gemeinsame kleine Spritze. Auch für die Jahre 1922 und 1923 ist eine Feuerwehr belegt.

Bei der Gründung der Pflichtfeuerwehr Minsen 1932 stand den 14 Kameraden eine Handdruckspritze zur Verfügung. Wurde die Wehr damals per Horn und Kirchenglocken alarmiert, mussten Nachbarn bei Einsätzen mithelfen.

1933 schaffte die Wehr unter Brandmeister Hinrich Hobbie einen Tragkraftspritzen-Anhänger an, der bis 1939, als die Feuerwehr einen sechssitzigen Borgward anschaffte, von Pferden zu Einsätzen gezogen wurde.

Ab 1936 wurde das Spritzenhaus gebaut, das 1938 fertig war und bis 2002 genutzt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs ersetzten ältere Kameraden, aber auch Fremdarbeiter aus Holland und Belgien die Feuerwehrleute, die zum Einsatz an der Front eingezogen waren. Außerdem hatte Minsen als erste Feuerwehr im Oldenburger Land eine Frauen- und Mädchen-Einsatzgruppe, die im Mai 1944 in der Feuerwehrschule Loy zu Feuerwehr-Helferinnen ausgebildet wurden.

Bis zur Heimkehr der Männer aus dem Krieg oblag ihnen der Feuerschutz – und das waren offenbar nicht wenige Einsätze: Wie Siebolds herausgefunden hat, musste die Feuerwehr zu Einsätzen nach Jever, Wilhelmshaven und sogar Bremen ausrücken. Nach Kriegsende übernahmen die heimgekehrten Männer wieder die Feuerwehr-Aufgaben.

Von 1949 bis 1952 erwähnt die Chronik keine Besonderheiten – bis auf die Tatsache, dass nur verheiratete Männer mit Eigentum aufgenommen wurden. Grund dieser Bestimmung – einzigartig in Friesland – war, dass Geld für Lehrgänge und Ausrüstung gespart werden sollte.

Im Lauf der 50er Jahre wurden die Aufgaben der Wehr vielfältiger: Die 24 Kameraden fuhren mit ihrem Mercedes LF8/8 sowie einer Tragkraftspritze 8/8 Metz mit VW-Industriemotor zu Einsätzen in Neubaugebiete, Hotels und zum Campingplatz Schillig.

1962 sorgte die Februarsturmflut für einen wochenlangen Einsatz der Kameraden.

1965 erhielten die Minsener ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16, dafür wurde das Gerätehaus erweitert. 1968 erhielten die Fahrzeuge Funk. 1975 wurde das LF8, liebevoll „alte Oma“ genannt, durch ein LF8/8 ersetzt. Als Großeinsatz ging die Schneekatastrophe 1979/80 in die Chronik ein. 1991/1992 wurde die Sirene durch Meldeempfänger abgelöst, 1998 wurde das TLF 16 ausgemustert und durch ein TLF8/18 ersetzt. Da inzwischen das alte Spritzenhaus aus allen Nähten platzte, musste 2001 neu gebaut werden. Das Gebäude wurde 2002 eingeweiht. 2008 wurde das LF8/8 durch ein Löschgruppenfahrzeug 10/6 ersetzt.

Heute hat die Wehr 35 Aktive und 14 Alterskameraden. „Frauen haben den Weg zur Feuerwehr bisher noch nicht gefunden“, bedauert Norbert Siebolds, seit 2001 Brandmeister: Denn das Gerätehaus ist bereits für eine gemischte Wehr ausgestattet. Um stets Nachwuchs zu haben, nimmt die Feuerwehr 16-Jährige als Feuerwehr-Anwärter auf, „die ausgebildet werden und in die Arbeit hineinwachsen“, so Siebolds.

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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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