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NWZonline.de Region

An 17 Punkten könnten Bomben liegen

18.11.2017

Friedrichsfeld Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld (Landkreis Friesland) sind derzeit Waldarbeiter damit beschäftigt, die sogenannten Rücke­gassen, also die Schneisen, die für Forstarbeiten nötig sind, frei zu machen. Der Grund: Um das Gelände naturschutzfachlich aufzuwerten, damit es zur Ausgleichfläche für den Bau der Küstenautobahn 20 dienen kann, müssen Kampfmittel gesucht und beseitigt werden.

Warum liegt dort überhaupt Munition?

Friedrichsfeld wird seit 100 Jahren militärisch genutzt. Im Zweiten Weltkrieg war es ein Flugplatz, auf dem Kampfhandlungen stattfanden. Er wurde bombardiert. Danach machte die Bundeswehr einen Standortübungsplatz für Panzer daraus. Deshalb besteht für Friedrichsfeld grundsätzlicher Kampfmittelverdacht.

Wie wurde gesucht und was wurde gefunden?

Bei der Suche nach Altlasten wurden alte Quellen ausgewertet sowie Luftbilder. So konnten 17 konkrete Verdachtspunkte geortet werden, an denen mögliche Blindgänger von Fliegerbomben liegen könnten.

Wie werden die georteten Punkte untersucht?

Eine Kampfmittelsuchfirma wurde beauftragt, die frei gemachten Schneisen und die Punkte im Wald – auf diesen werden die Bäume gefällt – zu untersuchen. Das geschieht mit Sonden. Wird etwas gefunden, wird der Kampfmittelräumdienst aus Hannover zur Bergung der Munition hinzugeholt. Zu Beginn des Jahres wurden die ersten Sondierungen vorgenommen.

Wurde schon etwas gefunden?

Nein. Der Verdacht habe sich bei den ersten Punkten nicht bestätigt. „Es wurden keine Anomalien oder Metallkörper gefunden“, sagt Ansgar Behrens, Projektkoordinator A 20 von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Besteht eine Gefahr für die Spaziergänger?

„Nein, es besteht keine akute Gefahr“, beteuert Ansgar Behrens. Wenn, dann liegen die Bomben in einer Tiefe von vier bis sechs Metern. „Zudem ist schon die Bundeswehr mit schwerem Gerät darüber gefahren.“

Wie geht es nun in Friedrichsfeld weiter?

Sobald ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt der A 20 vorliegt (erwartet Januar 2018), soll mit den eigentlichen Arbeiten für die Ausgleichsfläche begonnen werden. Dazu werden mehrere Wald- und Gebüschbestände gefällt, Hochbauten entfernt und Wegebefestigungen entsiegelt. Alle Arbeiten werden durch Kampfmittelberater überwacht. Denn unter den Baumstümpfen, die samt der Wurzeln entfernt werden, könnte sich Explosives verstecken.

Die roten Kreise werden zugänglich gemacht. Die hellgrüne Fläche wird gesperrt. BILD: landesbehörde für straßenbau und Verkehr

Hier entsteht die Ausgleichsfläche für die neue Küstenautobahn 20

260 Hektar umfasst das Areal in Friedrichsfeld. Es liegt als Eigentum seit jeher in öffentlicher Hand. Daher ist es für den Bund eine finanzgünstige Lösung als Ausgleichfläche.

130 Hektar werden im südlichen Bereich entsiegelt. Das ist der Ausgleich für die Versiegelung eines Teils der A 20. Beton- und Schotterwege sowie Gebäude werden zurückgebaut.

Geschaffen wird offenes Grünland, das Bodenbrütern und Wiesenvögeln zugutekommt, die vom derzeitigen Wald Abstand nehmen würden. Der Wald auf dem Areal wird abgeholzt.

40 bis 45 Hektar Wald werden entfernt. Der südliche Teil ist dann nicht mehr zugänglich. Gebiete, auf denen noch die Gebäude stehen, dürfen indes dann betreten werden.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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