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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Bombe in Friedrichsfeld erfolgreich gesprengt

14.02.2020

Friedrichsfeld Der laute Knall um 18.45 Uhr war bis nach Varel zu hören: Auf dem ehemaligen Fliegerhorst und Standortübungsplatz Friedrichsfeld ist am Donnerstagabend eine 500-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. „Der Ausbau der Zünder war nicht möglich gewesen“, erläuterte Frank McAreavey, Fachbereichsleiter Kampfmittelräumung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Um 15.41 Uhr brachen die Experten der Kampfmittelräumfirma die Versuche ab und entschieden sich zur Sprengung der Bombe, die am Morgen bei Erdarbeiten gefunden worden war. Alarmiert wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Borgstede-Winkelsheide. „Sie gewährleistete den Brandschutz während des Entschärfungsversuchs“, sagte Varels Stadtbrandmeister Volker Sermond. Vor der Sprengung befüllte sie zwei große Säcke mit jeweils 25.000 Litern Wasser. Diese wurden über die Sprengladung gelegt, um die Detonation abzuschwächen. Das Wasser wurde aus einer Kuhle gezapft und in Güllefässern zum Fundort gebracht.

in den vergangenen Jahren gefunden

Auf dem ehemaligen Fliegerhorst und Standortübungsplatz in Friedrichsfeld fanden Experten der Kampfmittelsondierung in den vergangenen Jahren bereits verschiedene nichtdetonierte Großkampfmittel. Dazu gehörten 42 Splitterbomben mit einem Gewicht von zehn bis 23 Kilogramm. Die größten Bombenfunde waren eine 500 Kilogramm schwere sowie eine 250 Kilogramm schwere Sprengbombe mit Langzeitzünder.

Infolge des Fundes entschied die Gefahrenabwehrbehörde am 20. September 2018, das Gelände Friedrichsfeld für die nächsten drei Jahre zu sperren. Alle bisher gefundenen Bomben wurden entschärft oder kontrolliert gesprengt. Mittlerweile sind rund 85 Prozent der Sondierungsarbeiten abgeschlossen.

Warnung: Die Behörden warnen davor, das Gelände in Friedrichsfeld zu betreten. Wie in diesem Fall liegen die rostigen Sprengsätze mitunter sehr dicht unter der Oberfläche.

Die Auswahl von Friedrichsfeld als Ausgleichsfläche für die Küstenautobahn A 20 erfolgte unter verschiedenen Gesichtspunkten. Ein wichtiger Faktor ist, dass sich das Gelände bereits in Bundesbesitz befindet. So wird der Flächendruck auf die Landwirtschaft für Ausgleichsmaßnahmen deutlich reduziert. Zudem bietet das Gelände Potenzial zur Aufwertung bei bereits hoher Wertigkeit als Biotop. Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen werden – begleitet von der Kampfmittelsondierung – Freiflächen zur Ansiedelung von Wiesenbrütern wie dem Kiebitz hergestellt und bebaute Flächen entsiegelt.

Kritik an dem Projekt „Ausgleichsfläche für die Autobahn 20“ gab es von Naturschützern. Sie protestierten bis zur Sperrung des Geländes mehrfach für den Erhalt der Fläche als Naherholungsgebiet.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Bevölkerung in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort herum evakuiert. Nach Angaben von Holger Boomhuis vom Ordnungsamt der Stadt Varel waren insgesamt 300 Menschen betroffen. Darunter war auch ein frisch operierter Patient und eine Schwangere, die mit einem Krankenwagen abgeholt wurden.

Das Altenheim in Osterforde brauchte nicht geräumt werden. Aber zahlreiche Pferde eines Reiterhofs mussten in die Ställe geführt und versorgt werden. Die Polizei kontrollierte alle Gebäude, ob jede Personen der Evakuierungsaufforderung nachgekommen war und meldete um 15.17 Uhr: „Frei zur Entschärfung.“

„Bis zu 30 Personen aus Osterforde hätten im Pflegeheim Osterforde aufgenommen und betreut werden können“, sagte Bockhorns Bürgermeister Thorsten Krettek. Dort fand sich aber nur ein halbes Dutzend Anwohner vorübergehend ein.

„Viele haben noch schnell ihre Haustiere abgeholt“, sagte ein Mitarbeiter des Bauhofes Bockhorn. Gemeinsam mit den Kollegen des Stadtbetriebs Varel sorgten sie für die Absperrungen der Straßen. Dafür wurden sie von ihrem normalen Dienst abgezogen und harrten in ihren Fahrzeugen viele Stunden aus. Zusätzlich zum Ort Osterforde waren auch die Altjührdener Straße und die Friedrichsfelder Straße gesperrt.

Bei dem Sprengsatz handelte es sich um eine 500-Kilogramm-Bombe. „Sie verfügte über keinen Langzeitzünder“, hätten die Experten laut Frank McAreavey festgestellt. Der Sprengsatz lag nur 40 Zentimeter unter der Grasnabe. „Deshalb ist es so gefährlich, das Areal zu betreten“, sagte Wilfried Alberts, Leiter des Ordnungsamtes Varel. Obwohl das Gelände, das zur Ausgleichsfläche für die neue Küstenautobahn A 20 umgestaltet wird, vom Kreis Friesland im September 2018 für drei Jahre komplett gesperrt wurde, missachten viele Reiter und Spaziergänger dieses Verbot.

Im Rathaus an der Windallee in Varel und im Bockhorner Rathaus wurden kleine Krisenstäbe eingerichtet. Beteiligt waren die Ordnungsämter der beiden Kommunen, auf deren Gebiet Friedrichsfeld liegt, sowie die Polizei.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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