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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Das wurde in Friedrichsfeld wirklich gefunden

28.09.2018

Friedrichsfeld Die Empörung ist immer noch groß: Seit 2005 war der ehemalige Standortübungsplatz Friedrichsfeld für jeden frei zugänglich. Seit letzter Woche gilt dort aber: Zutritt verboten. Der Landkreis begründete die Sperrung mit Munitionsfunden und Sprengungen auf dem Gelände. Was dort aber genau gefunden wurde, und – wenn es denn so gefährlich ist – warum das Areal 13 Jahre lang frei zugänglich war, das wurde bisher noch nicht beantwortet. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Bonn, die Eigentümerin des Geländes ist, hat jetzt auf Nachfrage der NWZ ein paar Antworten geliefert.

Was genau wurde in Friedrichsfeld gefunden?

Insgesamt habe man vierzehn Bomben verschiedener Größen, eine Brandbombe, sowie neun Gewehr- beziehungsweise Panzergranaten gefunden. Laut Bima handele es sich ausschließlich um Munition des Deutschen Reiches, mit der die seinerzeit dort stationierten Flugzeuge bewaffnet waren. Da die Zünder der Bomben sehr empfindlich seien, habe der Kampfmittelbeseitigungsdienst sie allesamt vor Ort gesprengt.

Wieso wurde das Gebiet zugänglich gemacht?

Die Frage drängt sich auf: Das Gelände wurde militärisch genutzt, Munitionsfunde dürften dort daher eigentlich niemanden überraschen. Dennoch wurde das Gelände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Bima aber schreibt an die NWZ: „Von dem Munitionsvorkommen hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bis zum aktuellen Fund keine Kenntnisse.“

Das passiert in Friedrichsfeld

Das Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld soll als Ausgleichsfläche für den Bau der Autobahn 20 dienen. Da hierfür das Gebiet erheblich umgestaltet werden soll und im Boden noch viel Munition und Sprengstoff vermutet wird, muss vor Beginn der Arbeiten der Kampfmittelräumdienst das gesamte Areal untersuchen und räumen.

Das Vorhaben steht allerdings erheblich in der Kritik. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert etwa, dass in Friedrichsfeld 75 Hektar Wald und Biotope zerstört werden, um eine Wiesenfläche für Bodenbrüter anzulegen. Die Naturschützer zweifeln, dass das gelingen wird. Es gab bereits Demonstrationen gegen das Vorhaben.

Bekannt gewesen sei lediglich, dass der damalige Flugplatz im Krieg am 24. März 1945 von Alliierten Flugzeugen bombardiert wurde. Dazu gebe es auch Luftbilder, deren Auswertung 17 so genannte Blindgängerverdachtspunkte ergeben habe.

Dort werden in einer Tiefe von mehr als vier Metern nicht explodierte Fliegerbomben vermutet. Gefunden habe man bei den Sondierungen bislang aber nichts. Noch seien aber nicht alle Punkte abgearbeitet, weil die Sondierung wegen der Brut- und Setzzeit in den Herbst verschoben werden mussten.

Wie wurde die Munition jetzt gefunden?

Laut Bima stammt die Munition nicht von dem Luftangriff. Sie wurde bei der Vorbereitung der umstrittenen Umgestaltungsmaßnahmen zur Kompensation des Baus der Küstenautobahn (A 20) gefunden. Dabei wurden die Rückewege für die Baumfällungen abgesucht. „Mit Funden in diesem Ausmaß hat keiner gerechnet“, schreibt die Bima.

Wann wird die Munition in Friedrichsfeld beseitigt?

Laut Bima wird je nach Sensibilität der Zünder entweder direkt vor Ort gesprengt oder die Munition an den Kampfmittelbeseitigungsdienst übergeben. Der kümmere sich dann um die Entsorgung.

Wann ist Friedrichsfeld frei von Munition?

Die Bima geht davon aus, dass die Beseitigung einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Die jetzt gefundenen Bomben und Granaten habe man ausschließlich auf den bisher abgesuchten Rückewegen entdeckt, die nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche ausmachten. Daher sei davon auszugehen, dass es noch lange dauern wird, bis das gesamte Gebiet abgesucht worden ist.

Wie wird das Gelände jetzt abgesichert?

„Es werden die in der Sperrverordnung vorgeschriebenen Schilder gut sichtbar aufgestellt“, heißt es von der Bima. Außerdem sollen alle Zugangsmöglichkeiten „unbrauchbar“ gemacht werden, es sei denn, sie werden für die Arbeiten auf dem Gelände benötigt.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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