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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Krankenstände sorgen für immer mehr Zugausfälle

22.08.2018

Friesland Ein ungewöhnlich hoher Krankenstand von Triebfahrzeugführern sorgt zurzeit für vermehrte Zugausfälle der Nordwest-Bahn auch auf der Linie 59 zwischen Sande und Esens. Seit Anfang vergangener Woche häufen sich Beschwerden über ausgefallenen Verbindungen. Mal sind es Einzelreisende, die nicht weiterkommen, mal ganze Schulklassen, die steckenbleiben und kurzfristig umdisponieren müssen.

Seit 13. August fielen bisher 30 Verbindungen – jeweils 15 pro Richtung – aus. Das ergab eine Nachfrage der NWZ bei der Nordwest-Bahn in Osnabrück. So fielen auch am Montag wieder acht Züge aus und am gestrigen Dienstag mussten sechs Verbindungen abgesagt werden.

„Bei der Nordwest-Bahn sind zurzeit mehr Triebfahrzeugführer erkrankt als zu erwarten war“, sagt Unternehmenssprecherin Karin Punghorst. Hinzu kommen Personal-Ausfälle nach gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr– Suizide und Beinahe-Unfälle mit Personen, die sich auf den Gleisen aufhielten, haben weitere Lokführer buchstäblich aus den Verkehr gezogen. Sie durchlaufen nach Vorfällen dieser Art eine mehrwöchige Aufarbeitung beim psychologischen Dienst. Auch witterungsbedingte Einflüsse, in denen zum Beispiel ein großer Ast, die Frontscheibe eines Zuges durchschlagen hat, habe es gegeben, sagt die Sprecherin.

„Wir haben zurzeit eine ungewöhnliche Häufung von krankheitsbedingten Ausfällen“, so die Sprecherin der Nordwest-Bahn. Trotz erschwerter Bedingungen will das Unternehmen den Fahrplan einhalten, müsse aber immer wieder auf den Zwei-Stunden-Takt zurückgreifen. Bei fast allen ausgefallenen Zugverbindungen sei es gelungen, kurzfristig einen Bus-Notverkehr zu organisieren, Die Ausfälle betreffen zudem nicht nur die Linie 59, so Punghorst. Auch auf anderen Verbindungen gibt es aus denselben Gründen ähnliche Probleme.

Auf der Nordwest-Bahn- Homepage und über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter würden Zugausfälle so früh wie möglich kommuniziert, sagt Punghorst. Auch auf den Bahnsteigen würden Zugausfälle und der Bus-Notverkehr durchgegeben. „Allerdings gibt es auf einigen Bahnhöfen keine Lautsprecher und Displays oder sie sind defekt.“

Auf der Strecke Esens-Sande (RB 59) ist die Nordwest-Bahn normalerweise täglich zwischen 6 bis 23 Uhr 17-mal pro Richtung unterwegs. Um die Zahl der Zugausfälle so gering wie möglich zu halten, würden sogar Verwaltungsmitarbeiter, die eine Fahrberechtigung haben und die entsprechende Streckenkunde besitzen, in den Führerstand steigen.

Bei der Nordwest-Bahn ist man zuversichtlich, dass sich die Lage innerhalb der nächsten 14 Tage entspannt.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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