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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Feuerwehr: Für Kätzchen Straße aufgerissen

29.10.2016

Hooksiel Es ist gar nicht mal so leicht, einen angemessenen Anfang für die Geschichte von Fred Jacobi zu finden – so viel hat der 58-Jährige schon erlebt, so viel hat er gesehen und so vielen Menschen geholfen. Da sind ein Flugzeugabsturz, ein Zugunglück, Kellerbrände, Autounfälle, eine aufwendige Rettungsaktion für eine Katze und vieles mehr, was er erlebt hat.

Fred Jacobi ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel. Ursprünglich kommt er aus Wuppertal. „Und da durfte ich schon mit vier Jahren ab und zu mal zur Wache“, erinnert er sich. Eine Jugendfeuerwehr gab es damals allerdings noch nicht, und so trat er mit fast 18 Jahren endlich bei den „Großen“ ein. Gereicht hat ihm das offensichtlich nicht. Denn später machte Jacobi sein Ehrenamt zum Beruf und wurde Berufsfeuerwehrmann.

Obwohl er in der Zeit bei der Berufsfeuerwehr Wuppertal viel erlebt hat, erinnert sich Fred Jacobi noch genau an seinen allerersten Einsatz als Freiwilliger mit 18 Jahren. „Das war ein Zugunglück, eine Person wurde überrollt. Ich habe noch genau das Gesicht vor Augen – solche Bilder vergisst man nicht.“ Abgeschreckt hat ihn das aber nicht. Er machte weiter.

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Auch, als er seinen bisher „spektakulärsten“ Einsatz erlebte. „Ein Flugzeugabsturz. Am 8. Dezember 1988. Eine Amerikanische Thunderbird“. Das kommt wie aus der Pistole geschossen, auch da muss Fred Jacobi nicht lange überlegen.

Als der Feuerwehrmann damals zum Einsatz gerufen wurde, war das Ausmaß des Unfalls zunächst noch nicht ganz klar. „Erst hieß es: ein Straßenzug brennt. Erst später stellte sich heraus, dass dort ein Flugzeug abgestürzt und das Triebwerk in ein Haus gestürzt war.“ Doch schon nach kurzer Zeit wurde alles zum „Amerikanischen Hoheitsgebiet“ erklärt und militärisch abgesichert. „Unter den Augen des Militärs mussten wir unsere Arbeit leisten, wir durften keine Entscheidungen mehr treffen.“

Jacobi weiß noch genau: „Uns flogen Granaten um die Ohren, als sie explodierten.“ Angst um sein Leben hatte er nie – weder bei diesem, noch bei anderen Einsätzen. „Ich schalte dann ab und es zählt nur noch eines für mich: den Menschen zu helfen.“

Wobei – nur Menschen? „Nein, natürlich auch Tieren“, sagt der Feuerwehrmann und schmunzelt. Und dafür ist ihm nichts zu aufwendig. „Einmal ist eine Katze in ein Fallrohr gerutscht. Während andere sie schon aufgegeben hatten, habe ich einfach die Straße aufgerissen und sie gerettet.“ Und mehr noch: Jacobi nahm sie sogar mit nach Hause und päppelte das geschwächte Tier wieder auf. „Wenn die Möglichkeit besteht, dann mache ich alles bis zum Ende.“

Allein dadurch wird schon deutlich: Für Fred Jacobi ist Feuerwehr nicht bloß ein Beruf oder ein Hobby, es ist viel mehr als das. Noch ein Beweis dafür? Er besucht sogar andere Kameraden, wenn er in den Urlaub fährt. „Als wir zum Beispiel vor vielen Jahren in Tunesien waren, da bin ich auch zur Feuerwehrwache gegangen. Mal gucken. Das ist doch interessant.“

Auch als Fred Jacobi gemeinsam mit seiner Frau vor etwa zwei Jahren nach Hooksiel zog, war natürlich eines der ersten Dinge, die er tat: Zur Feuerwehr gehen. Gerade mal zwei Wochen war er in der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel – da gab es auch schon seine ersten Einsätze, darunter Strandkorbrettung am Strand. „Einige machen sich darüber schon lustig und sagen nach dem Einsatz: Bis später – als würde ich die Einsätze nur so anziehen.“

Jacobi stellte aber schnell fest: Im Wangerland sind es weitaus weniger Einsätze als in Wuppertal – und somit hat er auch weniger zu tun. Das muss er natürlich ausgleichen.

Gemeinsam mit Ortsbrandmeister Jörg Nöchel kümmert er sich ausgiebig um Brandschutzmaßnahmen im Wangerland. Dafür erstellen sie Rettungspläne für größere Häuser, Firmen oder ähnliches. Außerdem organisiert Jacobi Übungen, um die anderen Kameraden für den Ernstfall zu trainieren.

Auch wenn das nur Übungen sind, für Fred Jacobi ist das „Mitmischen“ unglaublich wichtig. Schon jetzt denkt er traurig darüber nach, was in etwa zehn Jahren sein wird, wenn er nicht mehr aktiv an Einsätzen teilnehmen kann. „Wahrscheinlich“, beginnt Jacobi und überlegt lächelnd, „wahrscheinlich würde ich bei Einsätzen trotzdem mit meinem Auto mit rausfahren.“ Denn ein Leben ohne Feuerwehr – nein, das geht für Fred Jacobi einfach nicht.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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