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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Zur Eröffnung gab es den ersten Unfall

13.01.2018

Hohenberge Vor 125 Jahren dampften die ersten Züge auf den neu eröffneten Bahnstrecken von Ellenserdamm nach Bockhorn und von Varel nach Bramloge. Damit hatten sich die Ziegeleibesitzer in Varel und der Friesischen Wehde neue und rasche Transportmöglichkeiten für ihre Produkte erschlossen. Das Streckennetz wurde bis 1913 ausgebaut und reichte in seiner größten Ausdehnung von Rodenkirchen bis Neuenburg und von Westerstede bis Ellenserdammersiel.

Diese Postkarte aus dem Jahr 1906 zeigt den Bahnhof an der Chaussee nach Rodenkirchen. BILD: Privatarchiv Rolf Sander

Netz von Nebenbahnen von Varel aus gebaut

Varel wurde erst 1867 ans Bahnnetz angeschlossen, als die Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven in Betrieb ging. Da war die Bahnlinie von Bremen nach Bremerhaven bereits fünf Jahre in Betrieb. Die Bahnlinie von Bremen nach Hannover war bereits 1847 eröffnet worden. Ostfriesland hatte bereits 1854/56 Bahnanschluss (Emden-Leer; Leer - Lingen - Rheine - Osnabrück). Ab 1893 wurde von Varel ein Netz von Nebenbahnen gebaut, das Bockhorn, Zetel und Neuenburg ans Bahnnetz anschloss. Nach der Eröffnung der Strecken Bremen-Oldenburg und Oldenburg-Wilhelmshaven 1867 folgten Oldenburg-Leer 1869 sowie 1873 Hude-Nordenham (Weserbahn) und schließlich 1875 die Südbahn (Oldenburg - Osnabrück).

Der Bericht zum 125. Jahrestag der Streckeneröffnung in der Nordwest-Zeitung vom 28. Dezember hat Erinnerungen bei Leser Rolf Sander aus Varel geweckt. Der heute 75-Jährige ist selbst an der Bahnlinie Varel-Rodenkirchen aufgewachsen, die 1913 eröffnet wurde. Er schreibt: „Ich bin 1942 in Hohenberge geboren, wo ich bis 1950 auch noch gewohnt habe. Mein Geburtshaus, ein altes Bauernhaus, lag zwischen den Bahnlinien Varel-Oldenburg und Varel-Rodenkirchen.“ Es gab einen Bahnhof in Hohenberge, der ganz in der Nähe des Geburtshauses von Rolf Sander lag.

„Dieser Bahnhof wurde in den 1950er Jahren abgerissen. Später musste mein Geburtshaus und ein weiteres Wohnhaus dem Bau einer Überführung der Bundesstraße 437 über die Bahnlinie Varel-Oldenburg weichen“, schildert Rolf Sander die Entwicklung. Sein Großvater Wilhelm Uhlhorn (1880 bis 1953) war am Bau der Eisenbahnlinie Varel-Rodenkirchen als Rangierer beteiligt.

Dabei verlor er seinen linken Fuß, als er vom Trittbrett abrutschte. Nach seinem Rangierunfall wurde Wilhelm Uhlhorn als Schrankenwärter in Hohenberge bei der Reichsbahn eingesetzt (die Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn, GOE, war von der Reichsbahn übernommen worden).

Übrigens gab es zur Eröffnung der Strecke Varel-Rodenkirchen einen kuriosen Unfall. Der festlich geschmückte Zug verließ zur Eröffnung der Strecke am 30. April 1913 den Vareler Bahnhof. Auf der ersten Station in Hohenberge rammte der Schornstein der Lok „Oranien“ die Ehrenpforte, die man errichtet hatte. Die Ehrenpforte war zu niedrig gebaut worden, sie stürzte ein. Ein junges Mädchen wurde verletzt. Der Eisenbahnhistoriker Peter Löffler notierte den Sinnspruch, der die zerstörte Ehrenpforte geziert hatte: „Beflügelten Fußes durcheilst du das Land, wir grüßen dich fröhlich mit Herz und Hand“.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke nach Rodenkirchen wurde 1958 eingestellt. 1950 gab es morgens, mittags und am späten Nachmittag jeweils zwei Züge Richtung Rodenkirchen: Der Zug benötigte für die 22 Kilometer von Varel nach Rodenkirchen 40 Minuten. Gehalten wurde in Hohenberge, Diekmannshausen, Schweiburg, Schweierzoll und Schwei sowie in Rodenkircherwurp und Rodenkirchen. 1953 waren es nur noch drei Züge täglich, die Richtung Rodenkirchen abfuhren, allerdings setzte die Bahn nun Schienenbusse ein, die etwas schneller unterwegs waren und für die 22 Kilometer inklusive sechs Zwischenhalten 37 Minuten benötigten.

Erhalten blieb der Abschnitt Varel-Diekmannshausen, wo noch bis in die 90er Jahre Güterverkehr stattfand. Gefördert wurde östlich von Varel Erdöl, das dann auf Waggons abtransportiert wurde. Zweimal in der Woche, dienstags und donnerstags, so erinnert sich der Eisenbahn-Historiker Helmut Herde aus Varel, wurden die Waggons aus Diekmannshausen abgeholt. Als sich die Förderung nicht mehr rentierte, wurde der Bahnverkehr eingestellt und auch der letzte Streckenabschnitt demontiert.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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