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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Appell: Nie auf eigene Faust weit hinaus ins Watt

22.07.2019

Hooksiel Die Flut hatte zum Glück noch lange nicht eingesetzt – Hochwasser war für 3.36 Uhr angesetzt –, doch die Dämmerung brach herein: Eine fünfköpfige Urlauberfamilie hat am Freitagabend einen Großeinsatz am Strand von Hooksiel verursacht.

Die Familie – zwei Erwachsene, drei Kinder – war am Abend auf eigene Faust ins Watt spaziert. Rund 800 Meter vom Strand entfernt verließen die Wattwanderer die Kräfte und sie wurden unsicher: Nachdem sie einen Priel mit Mühe durchwatet hatten, standen sie vor dem nächsten Pril. In Hooksiel ist das Watt sehr schlickig, das Durchwaten ist mühsam. Und kaum zu erkennen ist, wie tief ein Priel ist.

Die Urlauber wussten nicht weiter, fühlten sich in Gefahr und riefen per Notruf um Hilfe. Die Leitstelle Oldenburg setzte die Rettungskette mit dem Alarmstichwort „Drei Personen im Watt“ in Gang.

Um 21.55 Uhr rückten rund 45 Retter aus – neben den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Hooksiel und Waddewarden der Rettungsdienst, die DGzRS Hooksiel und Horumersiel mit der „Johann Fidi“ und der „Baltrum“, die DLRG Wangerland mit zwei Booten und die Wasserschutzpolizei.

„Glücklicherweise stellte sich heraus, dass der Priel, der die Urlauber vom sicheren Strand trennte, nur sehr wenig Wasser führte und einfach durchlaufen werden konnte“, sagte Hooksiels Ortsbrandmeister Jörg Nöchel. So konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Fünf an Land führen – sie sind nun um eine aufregende Urlaubs-Erfahrung reicher.

Die Feuerwehr und alle anderen Retter, die regelmäßig am Strand und im Watt im Wangerland Einsatz sind, um entkräftete Kitesurfer oder Wattwanderer zu retten, appellieren an alle Urlauber, auf keinen Fall ohne Ortskenntnis und ausreichende Kenntnisse über die Gezeiten und deren Auswirkung eine Wattwanderung auf eigene Faust zu unternehmen. „Und schon gar nicht bei einsetzender Dunkelheit“, so Nöchel.

Bei Dämmerung/Dunkelheit hinaus ins Watt?

Helle Nacht und noch fünf Stunden bis zum Hochwasser: Die fünfköpfige Urlauber-Familie – zwei Erwachsene und drei Kinder – ist ein Paradebeispiel für Ahnungslosigkeit im Angesicht der See. „Oft wissen die Leute gar nicht, was alles passieren kann“, sagt der zertifizierte Nationalpark-Wattführer Gerke Enno Ennen.

Das Watt vor Hooksiel ist tief und schlickig – der Spaziergang durch den Modder ist anstrengend. Grundsätzlich gilt: Bei Dämmerung/Dunkelheit und bei widrigem Wetter sollte man überhaupt nicht ins Watt. Denn die Sicht kann sich von einer Sekunde auf die nächste drastisch verschlechtern – schnell ist jegliche Orientierung dahin. Und selbst wenn die Sicht am Abend gut wirkt: Die Lichter, die am Strand funkeln – oder eben wie in Hooksiel nicht – führen in die Irre. „Und wenn dann das Wasser kommt wird es ganz blöd“, meint Ennen.

Deshalb gilt: Im Watt nicht zu weit vom Strand entfernen. Und wenn es ein ausgiebiger Wattspaziergang sein soll, dann am besten mit einem der ausgebildeten und erfahrenen Wattführer – die bieten an der gesamten Küste Wattwanderungen an.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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