• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

„Ihr habt hier nur gutes Wetter“

30.12.2016

Horumersiel Etwas neidisch ist Jón Arnar Gestsson schon: „Die Ausrüstung der deutschen Seenotretter ist großartig – das hätten wir auf Island auch gern.“ Acht oder neun große Seenotrettungsboote sind auf Island im Einsatz, hinzu kommen offene Boote für jede der rund 90 Stationen rund um die Insel.

„Dabei habt Ihr hier ja eigentlich nur gutes Wetter“, sagt der isländische Seenotretter und schmunzelt. „Gutes Wetter? Wir hatten gerade eine Sturmflut“ – auf diese Entgegnung hin lacht Jón Arnar Gestsson: Das sei doch keine Sturmflut gewesen. Da ist er von Island her ganz anderes gewohnt. „Ich hatte gedacht, dass die Nordsee etwas rauer ist“, setzt er noch einen drauf.

Jón Arnar Gestsson ist ehrenamtlicher Seenotretter bei der Icelandic Search and Rescue Association (ICE-SAR), dem isländischen Äquivalent zur DGzRS. Er lebt in Sudureyri im Nordwesten und hat die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um dem Horumersieler Rettungsmann Carsten W. Ihnken einen Gegenbesuch abzustatten.

Im September hatte Ihnken im Rahmen des internationalen Austauschprogramms der Seenotretter als Vertreter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger eine Woche lang die Arbeit der Retter in der Region Westfjorden im äußersten Nordwesten Islands kennen lernen.

„Die machen dort alles außer Brandbekämpfung“: Ihnken kam schwer beeindruckt aus Island zurück. Und genau so beeindruckt ist nun auch Arnar Gestsson. „Die DGzRS macht deutlich mehr und ist viel besser ausgestattet als wir.“

Den Besuch der Seenotrettungszentrale Bremen, eine Fahrt mit dem Horumersieler Rettungsboot „Baltrum“ nach Hooksiel zum Rettungskreuzer „Vormann Steffens“ und natürlich einen Blick in den Horumersieler Rettungsschuppen mit dem alten Rettungsgerät des Vereins historische Seenotrettung hatte Ihnken für seinen Gast organisiert. Und natürlich hatte der hauptsächlich Augen für die Technik an Bord.

Arnar Gestsson ist einer von rund 40 000 ehrenamtlichen Seenotretter auf Island. Bisher war er Kapitän eines Rettungsboots, nun arbeitet er in der Leitstelle. Mit Deutschen hatte er auf Island schon eine Menge zu tun: „Angelurlauber, deren Boote plötzlich vom Radarschirm verschwinden, weil sie zu dicht unter der Küste fischen. Oder die den Signalgeben schlicht abgestellt haben. Da müssen wir regelmäßig nach dem Rechten sehen“, erzählt er.

Über Weihnachten gab es einen Rettungseinsatz für chinesische Touristen: Die waren in Halbschuhen auf einen verschneiten und vereisten Berg gestiegen – und kamen nicht mehr herunter. Auch dann rücken die Retter der ICE-SAR aus – denn neben der Seenotrettung sind sie auch für Berg- und Höhenrettung zuständig. Auch bei Verkehrsunfällen werden sie gerufen.

Diese Vielfalt hatte Ihnken sehr begeistert. „Wenn etwas passiert, läuft jeder Isländer los, ob jung oder alt, Mann oder Frau“, weiß er. „Und auffällig ist, dass es in den Stationen sehr familiär zugeht – die Kinder sind ebenfalls dabei. So ist natürlich auch für den Retter-Nachwuchs immer gesorgt.“

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

Weitere Nachrichten:

DGzRS | Weihnachten

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.