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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Immer 100 Prozent gegeben

28.01.2017

Neugarmssiel Eigentlich hatte sich Heino Alken ja nach seiner Zeit als Soldat vorgenommen, nie wieder eine Uniform anzuziehen. Doch es kam anders: er wurde Feuerwehrmann. „Und zwar ein 100-prozentiger Feuerwehrmann“, stellt der 92-Jährige schnell klar und lacht.

Mit 23 Jahren trat er in die Freiwillige Feuerwehr in Neugarmssiel ein, also im Jahr 1950. Damals lief alles aber noch etwas anders, als wir es heute kennen. „Die Feuerwehr war sozusagen ein Mädchen für alles“, sagt Alken. „Wir haben natürlich auch Katzen vom Baum gerettet.“

Verständigt wurde sie übrigens nicht über Melder. Oder über eine Sirene. Oder über ein Telefon. „Ach, wer hatte denn ein Telefon? Nur Kaufleute – und der Ortsbrandmeister“, erinnert sich Alken. „Wenn der über einen Einsatz informiert wurde, ging er mit einem Horn durchs Dorf und verständigte die Kameraden.“

Hilfeleistungen für Unfälle – das zählte dann erst später zu den Aufgaben der Feuerwehr. „Erst mit der zunehmenden Mobilität kamen dann auch mehr Unfälle. Schlimm, wenn junge Menschen dabeiwaren, die sogar gestorben sind“, sagt Alken. Das fiel ihm natürlich nicht leicht. „Aber auch nur, wenn ich daneben stand und das einfach nur mit ansehen musste. Ich wollte lieber mithelfen, etwas tun, und nicht groß darüber nachdenken, was wir da eigentlich gerade sehen.“

Seine Arbeit machte Heino Alken gut – denn 1968 wurde er zum Gemeindebrandmeister der Gemeinden Tettens, Hohenkirchen und Waddewarden gewählt. Doch dabei blieb es nicht, es ging noch weiter: 1971 kam nämlich die so genannte „Gebietsreform“, das heißt: die bisher eigenständigen Gemeinden Tettens, Hohenkirchen, Waddewarden, Minsen und Hooksiel wurden zu einer Gemeinde Wangerland. Der erste Gemeindebrandmeister dieser Großgemeinde? Heino Alken.

„Das war zuerst gar nicht so leicht“, sagt Alken. „Auf einmal war ich für so viele Gebiete zuständig. Aber es war natürlich auch schön, dass ich gewählt wurde.“ Und außerdem zählte für ihn: ganz oder gar nicht. „Entweder man übernimmt das Amt mit all seinen Aufgaben und steht auch dazu – oder man lässt es bleiben.“

100 Prozent eben – die hat Alken in der Tat schon immer gegeben. Und dafür hat er dann auch Auszeichnungen bekommen. „Für unseren Einsatz während der Sturmflut 1962 im Elisabethgroden haben wir Orden bekommen. Wir nannten ihn dann ,Sandsackorden‘“, erinnert sich Alken und lacht.

Für seinen Einsatz bei der Schneekatastrophe wurde Alken dann sogar zum „Ehrenbeamten“ ernannt. Die Ernennung war auch dafür gut, dass er mehr Rechte hatte. „Jeder starke und gesunde Mann sollte ja schließlich mithelfen. Und so hatten wir eine Handhabe, sie auch tatsächlich zur Hilfe zu bewegen.“

Doch Alken selbst half natürlich auch. „Ich weiß noch, dass sich einmal ein Krankenwagen festgefahren hatte. Ein Kamerad und ich wollten ihn befreien und schoben von hinten an. Der Schnee peitschte uns um die Ohren – und obwohl wir direkt nebeneinander standen, konnten wir uns nicht sehen.“ Trotzdem haben sie es geschafft, den Krankenwagen flott zu bekommen.

Obwohl derartige Aufgaben nie einfach waren, blieb Alken immer in der aktiven Feuerwehr – und später bei den Alterskameraden. „Aufhören? Das kam nie in Frage. Dafür war ich viel zu sehr Feuerwehrmann.“

Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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