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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Frieslands neuer Flitzer-Blitzer

19.11.2019

Jever /Friesland Das Gerät ähnelt von der Silhouette her ein wenig einem Tarnkappenbomber und auch der Name „Enforcement Trailer“ klingt nach schwerer Bewaffnung. Tatsächlich steckt im Inneren des unförmigen weißen Kastens auch allerhand Technik. Und wer zu schnell daran vorbeifährt, merkt anhand eines kurzen roten Blitzes auch, dass die Technik funktioniert. Der futuristisch anmutende Enforcement Trailer Poliscan FM 1 ist, ganz simpel übersetzt, ein Flitzer-Blitzer.

Geschwindigkeitskontrolle mit dem Enforcement Trailer

Der Enforcement Trailer ist ein Radargerät, das per Anhänger zu den jeweiligen Messstellen gefahren und dort abgesenkt und aufgestellt wird.

Das Gerät ermöglicht laut Hersteller Vitronic die autonome Geschwindigkeitsüberwachung ohne Personaleinsatz und dank unabhängiger Stromversorgung durchgängig bis zu zehn Tage. Dank mehrspurfähiger Laser-Messtechnik kann das Gerät mehrere Fahrzeuge gleichzeitig blitzen. Die Datenübertragung erfolgt drahtlos.

Gegen Vandalismus ist der Blitzer-Anhänger mit beschussgeschützter Außenhülle und einem komplexen Alarmsystem geschützt.

Der Landkreis Friesland hat in die Anschaffung 165000 Euro investiert.

Die Messtechnik erkennt präzise, wann, wo und wie schnell Fahrzeuge fahren. Das Messprinzip beruht auf dem Aussenden eines Fächers aus (augensicheren) Laserstrahlen. Auch Durchfahrts- und Überholverbote lassen sich damit kontrollieren.

Es ist ein semistationäres Gerät für die Geschwindigkeitsüberwachung auf Frieslands Straßen. Ab sofort wird das Gerät landkreisweit eingesetzt, um der Raserei auf den Straßen Einhalt zu gebieten und die Autofahrer daran zu erinnern, sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten zu halten. Das Gerät hat 165 000 Euro gekostet. Es liegt nun an den Autofahrern, wie schnell der Landkreis die Kosten dafür „wieder einfährt“.

Mehrwöchige Tests

Thorsten Hinrichs, Fachbereichsleiter Straßenverkehr beim Landkreis Friesland, Stephan Rohlfs und Markus Oldenettel von der Abteilung Verkehrsüberwachung und -ordnungswidrigkeiten und Torsten Klinke vom Hersteller Viatronic aus Wiesbaden stellten den Blitzer und seine Anwendungsmöglichkeiten am Montag vor.

Vor zwei Jahren wurde der Vitronic Enforcement Trailer erstmals in Jever vorgestellt. Der Landkreis hatte solch ein Gerät damals zu einer mehrwöchigen Versuchsreihe ausgeliehen. Im vergangenen Jahr gab es mit dem Gerät eines Mitbewerbers noch einen zweiten Test. Nachdem die Testreihen ausgewertet waren, wurde der Politik eine Vorlage an die Hand gegeben. Dort wurde dann entschieden, die Technik der semistationären Verkehrsüberwachung einzuführen. Vitronic hat daraufhin das Vergabeverfahren gewonnen.

„Wenn wir uns mit Verkehrssicherheit befassen, ist die intensive und transparente Verkehrsüberwachung eine wichtige Säule“, meint Hinrichs. Im Landkreis Friesland gebe es wenige Unfallhäufungsstellen. Die Unfallkarte ähnele mehr einem Streuselkuchen. Heißt: Es kracht überall und nirgends und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. „Das heißt: Wir müssen intensiv überwachen, denn wir haben zu viele Verkehrsunfälle – oft durch überhöhte Geschwindigkeit. Daher müssten wir auch überall und nirgends zu jeder Tages- und Nachtzeit stehen“, so Hinrichs. Da das nicht möglich ist, soll das neue semistationäre Gerät diesen Job übernehmen.

Allerdings: Die Polizei spricht in Unfallberichten selten von überhöhter Geschwindigkeit, sondern von „nicht angepasster Geschwindigkeit“ als Unfallursache.

Vorteile vereint

Das Blitzer-Konzept des Landkreises basierte bisher aus den Bausteinen der mobilen Verkehrsüberwachung und der stationären Überwachung mit den Blitzer-Säulen. Die semistationäre Technik verbinde die Vorteile beider Konzepte. Der Blitzer-Anhänge mit unabhängiger Stromversorgung wird an einer Messstelle positioniert und eingerichtet – auch für mehrere Tage. Dort misst er rund um die Uhr. Nach einem bestimmten Rhythmus wird der Anhänger abgeholt, die Akkus aufgeladen und zur nächsten Messstelle gebracht. Das können auch Straßen sein, die Bürger an den Landkreis melden, weil dort ihrem Empfinden nach zu schnell gefahren wird.

Der Hänger ist mit einem Alarmierungssystem ausgestattet, das anschlägt, sobald sich jemand am Gehäuse zu schaffen macht. Das ist übrigens auch der Grund für die seltsame Optik des Kastens: Die soll ein Erklimmen des Gerätes erschweren.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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