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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Gold-Geschäfte vor Gericht

21.05.2019

Jever /Schortens Mit fragwürdigen Goldgeschäften ei­nes 25-jährigen Schortensers befasst sich seit Montag das Amtsgericht Jever. Der junge Mann ist wegen Betrugs angeklagt und sitzt seit Anfang März in Untersuchungshaft. 41 Fälle listete die Anklageschrift auf. Die Schadenssumme wird mit 155 000 Euro beziffert, die die Gold-Käufer auf diverse Konten des Schortensers überwiesen haben. Für seine Geschäfte mit Goldbarren und Krügerrandmünzen nutzte der Schortenser die Internet-Plattform Ebay.

Doch noch ist nicht erwiesen, was der Schortenser da überhaupt angeboten und verkauft hat: War es Falschgold oder doch Feingold? Nur eine einzige Goldmünze aus den angeklagten 41 Straftaten sei bislang geprüft worden, hieß es zum Prozessauftakt. Und zumindest bei diesem einen Geschäft soll es sich um echtes Gold gehandelt haben. Alle anderen Münzen und Goldbarren seien von den – möglicherweise geschädigten – Käufern angefordert worden. Sie werden aktuell beim Landeskriminalamt untersucht.

12 Tage und 21 Zeugen

Um die ganze Geschichte zu durchleuchten und zu bewerten, sind bis Mitte August zwölf Verhandlungstage angesetzt und insgesamt 21 Zeugen geladen. Dabei sollen auch die Rechtmäßigkeit dreier Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahmung von Handys untersucht werden, um die Herkunft der vermeintlich unechten Goldwaren zu ermitteln. Und es geht auch um die Entgegennahme eines an den Beschuldigten adressierten Wertbriefs, den eine Polizeibeamtin bei einer Wohnungsdurchsuchung an der Haustür unrechtmäßigerweise an genommen haben soll.

Die Geschichte mit den Gold-Geschäften nimmt ihren Anfang im Oktober 2016. Der damals 22-Jährige begann über Ebay Unzen, Goldbarren und Krügerrandmünzen anzubieten. Angeblich soll in der Artikelbeschreibung ausdrücklich betont worden sein, dass es sich um unechte und ungeprüfte Ware handelt. Für die Verteidigung ein klarer Beleg, dass nicht betrogen worden sei. Die Käufer seien in der Artikelbeschreibung darauf hingewiesen worden, dass sie eventuell nur Dekoware ersteigern. Doch nicht nur die Expertisen zu den Goldwaren, auch die Artikelbeschreibungen lagen zum Prozessauftakt noch nicht vor.

Bei den Geschäften flossen anfangs kleinere Beträge von mehreren hundert Euro, später ging es in die Tausende. In einem Fall soll ein Gold-Käufer mehr als 62 000 Euro überwiesen haben. Es soll in wenigen Fällen auch zu einem persönlichen Kontakt zwischen dem Angeklagten und Käufern gekommen sein, bei denen die Geschäfte bar abgewickelt wurden. Doch statt Bargeld will der Angeklagte nur Päckchen erhalten haben, in denen sich „Papierbündel in Banknotenformat“ befunden haben.

Seit März in Haft

Die Goldgeschäfte endeten im März mit der Festnahme des Mannes. Sämtliche Konten sind inzwischen gesperrt. In den nächsten Verhandlungstagen wird zu klären sein, was der 25-jährige Goldhändler tatsächlich verkauft hat und ob er dabei in betrügerischer Absicht handelte.

Unter Auflagen ist die Haftanordnung gegen den 25-jährige mit festem Wohnsitz in Schortens außer Vollzug gesetzt. Er hat sich dreimal die Woche bei der Polizei zu melden, muss seine Personalpapiere bei den Behörden abliefern und darf kein neues Konto eröffnen und Internetgeschäfte über Dritte tätigen.

Sollten sich die Vorwürfe gegen den Schortenser erhärten, muss er mit einer Haftstrafe zwischen zwei und vier Jahren rechnen. Der Prozess wird am Freitag mit der weiteren Beweisaufnahme und Zeugen-Anhörung fortgesetzt.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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