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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Bäume knicken wie Streichhölzer ab

06.10.2017

Jeverland Kaum brausten am Donnerstag kurz nach 12 Uhr die ersten Sturmböen übers Jeverland, waren die Freiwilligen Feuerwehren auch schon im Dauereinsatz: Überall knickten Bäume um wie Streichhölzer, blockierten Straßen und Gleise, drohten auf Häuser zu fallen oder begruben Autos unter sich.

Sturm „Xavier“ drückte etwa in Cleverns eine Pappel auf ein Auto auf der Parkfläche neben dem Dorfplatz. Die Besitzerin saß glücklicherweise nicht mehr darin.

Einige Ängste standen die Kinder im Kindergarten Cleverns aus: Die Orkanböen drückten die Äste der hohen alten Eichen auf dem Kindergartenwall gegen den Giebel des Kindergartens. Es krachte und knirschte. Die Kindergärtnerinnen verließen deshalb vorsorglich mit den Kindern die Räume und suchten Zuflucht im Foyer der Grundschule.

Auf Wangerooge riss der Sturm eine Litfaßsäule um und trieb sie durchs Dorf, beim Combi-Supermarkt in Schortens wurde der Unterstand für Einkaufswagen weggerissen.

Die Schifffahrt- und Inselbahn Wangerooge stellte den Fährverkehr zur Insel vorsorglich ein. Auch für diesen Donnerstag sind Fahrplanänderungen angekündigt – das Wasser soll sehr hoch auflaufen.

Der kräftige West- bis Nordwestwind hat die Hafen- und Strandflächen im Wangerland und auf Wangerooge überschwemmt. Mit einem Pegelstand von 1,30 Meter über mittlerem Tidehochwasser (MThw) meldete sich der Herbst mit einer bemerkenswerten Windflut an – von einer Sturmflut spricht man erst bei Wasserständen von 1,50 Meter über Normal. Allerdings lief das Hochwasser in Wilhelmshaven deutlich über die Sturmflutmarke auf und stand 1,70 Meter über normalem Hochwasser.

Rund 10 000 Kubikmeter Sandverlust meldete die Insel Wangerooge bereits am Nachmittag. Zusammen mit dem Sandverlust beim Sturm im September spricht Bürgermeister Dirk Lindner bereits von 30 000 Kubikmetern – 2018 wird für die Insel also wieder ein teures Jahr.

Weil der Hafenplatz am Wangersiel drohte, überflutet zu werden, trommelte die Segelkameradschaft Horumersiel am Donnerstagmorgen rasch einige Mitglieder zusammen, um die Grillbude am Hafen abzubauen. Rechtzeitig vor dem Steigen der Flut war der Hafenplatz komplett geräumt. Der Wind erreichte um die Mittagszeit seine größte Stärke. Während in Horumersiel Böen der Stärke 9 (88 km/h) gemessen wurden, herrschte auf Wangerooge in Böen sogar orkanartiger Sturm der Stärke 11 (ca. 110 km/h).

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat auch für das Nachthochwasser zum Freitag für das Jadegebiet vor Hochwasserständen bis zu 1,5 Meter über Normal gewarnt. Und das bedeutet, dass Wangerooges Strand noch kleiner wird.

Warum am Hooksieler Strand einige Strandkörbe trotz rechtzeitiger Sturmflutwarnung noch unmittelbar an der Brandungszone stehen blieben, bleibt wohl das Geheimnis der Wangerland-Touristik.

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