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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Jugendbande das Handwerk gelegt

18.02.2017

Varel „In Varel, Bockhorn und Zetel ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Manfred Schulz, Leiter des Kriminalen Ermittlungsdienstes der Polizei Varel, der gemeinsam mit Rainer Schönborn, Leiter des Polizeikommissariats, die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt hat. Die Zahl der Straftaten in der Stadt Varel und den Gemeinden Bockhorn und Zetel ist 2016 im Vergleich des herausragenden Vorjahres wieder gestiegen, bewegt sich aber noch unter dem Niveau von vor 2015. Die Zahl der aufgeklärten Straftaten liegt mit 66,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

„King von Bockhorn“ geschnappt

1889 von 2840 Straftaten wurden aufgeklärt, sagte Rainer Schönborn. Dazu gehört auch, dass der selbst ernannte „King von Bockhorn“ seit einigen Wochen in Haft sitzt. Der junge Mann aus Bockhorn war der Schrecken vieler Eltern, so Schulz. Er hatte sich an etwa zehn Mädchen ab 14 Jahren herangemacht, war mit ihnen ohne Führerschein durch die Gegend gefahren. Einige der Mädchen waren ein bis zwei Tage von zu Hause weg und wurden mit Hilfe der sozialen Netzwerke gesucht.

Zahlen und Fakten zur Statistik

Einbrüche: Die Polizei Varel vermeldet für 2016 insgesamt 130 Einbrüche in der Stadt Varel sowie den Gemeinden Bockhorn und Zetel (2015: 164/2014: 262/2013: 152/2012: 158).In Wohnungen wurde 68 Mal eingebrochen (59/ 121/59/64), In Gewerbebetriebe 42 Mal (71/ 100/68/77) und in Gaststätten 20 Mal (34/41/ 25/17).

Körperverletzungen: 2015 gab es 464 so genannte Rohheitsdelikte. (444/ 483/488/460). Reine Körperverletzungen gab es in Varel 344 (308/335/334/ 340) Das ist ein Anstieg um etwa zehn Prozent und liegt damit noch im Landesdurchschnitt.

Aufklärungsquote: Im gebiet des Polizeikommissariats Varel wurden 2016 1889 von 2840 Straftaten aufgeklärt. Das ist eine Quote von 66,51 Prozent. 2015 lag sie noch bei 63,52 Prozent (2014: 63,07 Prozent).

Hinzu kam, dass der Mittzwanziger mehrere Ladendiebstähle begangen hatte. Vor einigen Wochen wurde er vom Amtsgericht Varel zu einer Haftstrafe verurteilt.

Zerstreuen konnte die Polizei die Jugendbande, die im Spätsommer des vergangenen Jahres in Varel ihr Unwesen getrieben hat. Angeführt von einem 13-Jährigen, waren ein Mädchen sowie vier Jungs im Alter von 13 bis 18 Jahren drei bis vier Monate in Varel auf Diebestour. Sie klauten Räder, Handys und Geld.

Besonders dreist waren sie im Krankenhaus unterwegs, berichtet Rainer Schönborn. Sie gaben vor, etwas für „Oma holen zu müssen“ und stahlen Wertsachen aus den Schränken. Nach intensiver Betreuung durch die Polizei und teilweise in Wohnheimen sei die Gruppe jetzt zerstreut worden.

Ansonsten sei das Jahr 2016 aus polizeilicher Sicht „unspektakulär verlaufen“, so Schönborn. Mit 2840 Straftaten in der Stadt Varel sowie den Gemeinden Bockhorn und Zetel sei das Jahr 2016 durchschnittlich gewesen. Erfreulich sei der Rückgang der Fahrraddiebstähle.

Einbrecher bleiben stecken

In Gaststätten ist im Jahr 2016 20 Mal eingebrochen worden, 42 Mal in Gewerbebetriebe und 68 Mal in Wohnungen, „wobei fast 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium steckengeblieben sind“, sagte Schönborn: „Unsere erfolgreiche Präventionsarbeit zahlt sich aus.“

Er empfiehlt Pilzkopfsicherungen für die Fenster; mit ihnen könne man mit geringem Aufwand viel Wirkung erzielen.

Angestiegen ist auch die Zahl der Drogendelikte: 111 Fälle gab es 2015, 263 im vergangenen Jahr. „Wir haben in Varel kein Drogenproblem“, sagte Schönborn, „aber gut geschulte Kollegen, die zum Beispiel erkennen, wenn ein Autofahrer Drogen konsumiert hat“.

Angestiegen ist in Varel wie auch landesweit der Anstieg der Körperverletzungen um etwa zehn Prozent. „Einfache Körperverletzungen werden eher angezeigt als früher“, so Schönborn, „die Akzeptanz beim Opfer ist geringer“.

Einen Anstieg von 14 Prozent verzeichnet die Polizei in Varel, Bockhorn und Zetel auch bei den einfachen Diebstählen, beispielsweise aus dem unverschlossenen Haus oder dem Auto.

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