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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Serie: Loch fault ins Innere der Hexeneiche

01.07.2017

Zetel Es hat einen Durchmesser von rund 10 Zentimetern und ist fast 20 Zentimeter tief: Ein Loch klafft in der rund 300 Jahre alten Eiche an der Oldenburger Straße in Zetel. Bei der Wegeschau hat Heinz Thormählen vom Bauamt der Gemeinde Zetel das Loch entdeckt.

Ist das Loch ein Grund zur Sorge um die Eiche, die seit 1946 als Naturdenkmal unter Schutz steht? „Nein“, sagt Heinz Thormählen. „Der Eiche geht es gut.“

Vor rund zehn Jahren hat der Baumpfleger Friedrich Haschen aus Schortens der Eiche einen Ast amputieren müssen. „Der Ast war durch Baufahrzeuge massiv beschädigt worden“, erinnert sich Haschen. Also hat die Firma den Ast entfernt. Der Baum versucht seitdem, die Wunde zu verschließen, aber in der Mitte schafft er es nicht. Dort ist das Loch hineingefault. Ein Problem für den Baum sei das nicht, meint Haschen. Er hat sich die Eiche vor wenigen Tagen noch einmal angesehen und ihn auch gedüngt. Am Dienstag will er noch einmal in Zetel sein, um die Krone der Hexeneiche zu beschneiden.

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Das Loch im Ast ist tatsächlich nicht das größte Problem der Eiche. „Der Baum ist von Straßen und Gewerbeflächen eingekesselt. Normalerweise ist das tödlich für einen Baum. Doch er hat sich gut regeneriert“, sagt Haschen. „Die Zellteilungsschicht ist noch intakt.“

Über den Zustand der Hexeneiche machen sich Gemeinde und Landkreis viele Gedanken, zweimal im Jahr wird ihr Zustand überprüft. Schließlich geht es nicht nur um das Naturdenkmal, sondern auch um die Sicherheit der Menschen, die jeden Tag auf dem Fußweg unter der mächtigen Krone der Eiche entlanggehen.

Und da kann ein Loch an der falschen Stelle schnell zum Problem werden – nämlich dann, wenn die Standfestigkeit des Jahrhunderte alten Baumriesen und damit die Sicherheit der Bürger gefährdet ist. Was dieses Loch angeht, bleibt also das Fazit: Das ist noch mal gut gegangen.

Hexeneiche als Logo

„Wir vom Heimatverein Zetel planen, die Hexeneiche in unser Vereinslogo aufzunehmen. Sie ist einfach ein Wahrzeichen der Gemeinde Zetel und wir hoffen, dass sie uns noch sehr lange erhalten bleibt.“

Herbert Oltmanns, Heimatverein Zetel

Früher mal ein ganzer Wald

„Einst war die Hexeneiche eine Waldeiche. Der ganze Wald musste weichen, nur diese eine Eiche ist noch da. Es ist ein bombastischer Baum. Warum er Hexeneiche heißt? Das ist nicht überliefert. Man kennt die Eiche einfach unter dem Namen in Zetel. Sie ist noch fit, aber eben dem Alter entsprechend. Deswegen schauen wir sie uns grundsätzlich zweimal im Jahr an, einmal belaubt und einmal ohne Laub. Schließlich steht sie direkt an der Straße und am Radweg.“

Jens Eden vom Landkreis Friesland

Früher Gerichtssitzungen am Fuß des Baumes

Im Jahr 1968 hat der Gemeinnützige über die Hexeneiche berichtet, als die neue Kreisstraße gebaut wurde. Im Text vom 29. November 1968 heißt es: „Die alte Eiche beim Geschäft Lonecke heißt im Volksmund Hexeneiche; sie steht unter Naturschutz. Wenn man lebendig gebliebenen mündlichen Überlieferungen glauben will, fanden unter ihrer mächtigen Krone früher Gerichtssitzungen statt. Die alte Eiche ist durch den geplanten zweiten Abschnitt des Ausbaues einer neuen Ortsdurchfahrt im Zuge der Kreisstraße 102 gefährdet. Jeder andere dort stehende Baum wäre vermutlich gefallen wie die zahlreichen Linden, die bis vor kurzem zu beiden Seiten der Urwaldstraße standen und gefällt werden mußten. Die Hexeneiche wird überleben.“

Vom Absterben bedroht

Im Jahr 1983 berichtete die Nordwest-Zeitung darüber, dass die Hexeneiche „operiert“ werden musste. Sie war krank und drohte, zu sterben. In dem Bericht vom 2. September 1983 heißt es: „Mitarbeiter einer Zeteler Straßenbaufirma sind zur Zeit damit beschäftigt, die bislang befestigte Fläche rund um die Pflanze - die sogenannte Baumscheibe - freizulegen. Damit wird nach Informationen des Bauamtes der Gemeinde Zetel erreicht, daß der vom Absterben bedrohte Baum besser bewässert und mit Luft versorgt wird. Noch im Herbst soll der Baum dann „chirurgisch“behandelt werden. So wird die Krone, die schon bedrohlich den Kopf hängen läßt, beschnitten. Ein Seilanker soll die im oberen Bereich gespaltene Eiche wieder fest zusammenfügen. Außerdem müssen Faulstellen entfernt werden.“

„Eiche wird Politiker überleben“

Im Jahr 2009 stritten die Mitglieder des Zeteler Bauausschusses darüber, ob die Gemeinde Zetel nicht schon planen sollte, wo neue Bäume zu pflanzen wären, wenn die Hexeneiche einmal stirbt. In dem Bericht der Nordwest-Zeitung vom 25. Juni 2009 heißt es:

„Obwohl in einem Gutachten festgestellt wurde, dass die Hexeneiche an der Oldenburger Straße in Zetel noch lange lebt, beschäftigten sich die Ausschussmitglieder mit Ersatzpflanzungen und ihren möglichen Standorten. Die Überlegung, dass der Baum zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt gefällt werden muss oder soll, stand zwar immer wieder im Raum, aber die beiden Ratsfrauen Anita Dierks (SPD) und Gisela Grützner (FDP) brachten die Sache auf den Punkt. „Es steht uns gar nicht zu, zu sagen, wir pflanzen da neue Bäume“, wandte sie ein im Hinblick darauf, dass der Landkreis Friesland über Sein oder nicht Sein des Naturdenkmals zu entscheiden hat. Und Gisela Grützner meinte: „Die Totgesagten leben länger. Ich halte das hier für eine Phantomdiskussion. Wenn der Baum eines Tages tatsächlich nicht mehr zu retten ist, sind wir alle doch schon längst nicht mehr im Rat.“ „Man sollte den Baum so lange genießen, wie es geht“, empfahl Wilhelm Wilken, und einheitlich entschieden sich die Ausschussmitglieder schließlich dafür, gar nichts zu überplanen und alles so zu belassen, wie es ist.“

„Der Baum verdient unseren Respekt und unsere Mühe, ihn noch lange zu erhalten.“ – Rolf Rochau von den Freunden des Neuenburger Holzes, in einem Bericht der Nordwest-Zeitung vom 16. Juli 2010.

„Menschen haben ein begrenztes Blickfeld“

Im Jahr 2013 berichtete der Gemeinnützige über die Eiche. In dem Bericht vom 16. August 2013 heißt es: „Für Gert Müller und Rolf Rochau vom Verein Freunde des Neuenburger Holzes ist sie ein lebendiges Zeugnis aus der Vergangenheit, das verdeutliche, dass das menschliche, geschichtliche Blickfeld sehr begrenzt sei. Die Eiche habe zu leben begonnen, als sich in Zetel die ersten Hauswebereien entwickelten. Und sie sei schon mehr als 50 Jahre alt gewesen, als die ersten Ziegelbrennereien entstanden. Bei seinen Ermittlungen zum Ursprung des Namens ist Rochau leider nicht fündig geworden. Herausgefunden hat er aber, dass es den Namen schon 1935/40 gegeben haben muss, als noch Pferdefuhrwerke an der Hexeneiche vorbeifuhren.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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