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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Knöllchenfrust vorm Krankenhaus in Sanderbusch

12.02.2019

Sande Ärgerlich: Rund 20 Minuten stand Taxifahrer Gerrit Füßlein mit seinem Taxi auf einer mit einem großen gelben X gekennzeichneten Sperrfläche vor dem Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch. Er holte aus dem zweiten Stockwerk eine gehbehinderte Patientin ab und brachte sie in ihrem Rollstuhl zum Taxi. Als er zurückkehrte, hatte er ein Knöllchen unterm Wischer: 25 Euro Verwarngeld soll er zahlen.

Täglich in der Bredouille

„Es war wieder alles zugeparkt und vollgestellt, nirgends war auch nach mehrmaligen Runden über das Gelände ein Parkplatz zu bekommen“, seufzt Füßlein. In seiner Parkplatznot habe er sich schließlich auf die Sperrfläche gestellt. Natürlich wisse er, dass er dort nicht stehen darf. Er habe insgeheim gehofft, dass das Abholen der Patientin nur einen kurzen Augenblick dauern würde. Es dauerte aber doch etwas länger, weil die Dame noch im Arztgespräch war.

Was den Taxifahrer wurmt, sind nicht nur die 25 Euro, die er wohl aus eigener Tasche zahlen muss. Vielmehr ärgert und sorgt es ihn, dass er als Taxifahrer beim Krankenhaus nahezu jeden Tag in eine solche Parkplatz-Bredouille gerät. Gerriet Füßlein fährt täglich Dialyse-Patienten oder gehbehinderte Fahrgäste ins Krankenhaus Sanderbusch oder holt sie von dort ab. Nicht etwa aus Bequemlichkeit, sondern weil seine Fahrgäste oft körperlich nicht dazu in der Lage sind, hält er so nah wie möglich am jeweiligen Eingang auf dem großen Krankenhausgelände und begleitet seine Fahrgäste auf die Station.

Dass auf dem Krankenhaus-Areal ordnungsgemäß geparkt wird und dass Auto- und auch Taxifahrer die Krankentransporte und Einsatzfahrzeuge nicht behindern, darauf achtet das Ordnungsamt der Gemeinde Sande. „Einen freien Parkplatz beim Krankenhaus zu finden, ist eine Herausforderung. Das wissen wir. Dennoch müssen wir gerade auf dem Krankenhaus-Gelände streng darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden“, betont Sandes Ordnungsamtsleiter Hans-Hermann Tramann. Den Frust und den Ärger des Taxifahrers könne er verstehen, aber Ausnahmen gebe es nun mal nicht: „Verstöße müssen wir ohne Ausnahme ahnden.“ Zumal für die Mitarbeiter des Ordnungsamts meist auch nicht ersichtlich ist, weshalb ein Fahrzeug auf entsprechend markierten Sperrflächen verbotswidrig steht. Für Behinderte gebe es entsprechend ausgewiesene Stellplätze.

Aber auch die reichen offenbar nicht aus.

Hoffen auf Anhörung

Gerriet Füßlein will die 25 Euro vorerst nicht zahlen und stattdessen auf Post vom Landkreis warten. Im dortigen Anhörverfahren kann er seine Klemme schildern, in die er als Taxifahrer vermutlich immer wieder kommt. Immer dann, wenn er Patienten zum Nordwest-Krankenhaus fährt oder von dort abholt und er sein Fahrzeug oft nirgendwo ordnungsgemäß abstellen kann. „Vielleicht kommt man beim Landkreis ja zu der Erkenntnis, dass es hier und da doch mal Ausnahmen geben kann und das Knöllchen wird mir erlassen.“

Viel lieber wäre dem 40-Jährigen jedoch eine Idee, wie er und seine Kollegen, die ebenfalls Patienten fahren, ihre Arbeit ohne Furcht vor einem Verwarngeld oder Bußgeld nachgehen könnten.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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