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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Erste Hilfe für Bunker-Bienen

21.06.2018

Sanderbusch Sebastian Eberhard von der Firma Haschen Baumpflege aus Schortens hielt den Auftrag im ersten Moment für einen Scherz: „Als ich hörte, dass ich mit unserem Hubsteiger nach Sanderbusch fahren soll, weil sich dort ein Bienenvolk in zehn Metern Höhe in einem Bunker niedergelassen hat, wollte ich das gar nicht glauben.“ Trotzdem setzte sich der Baumpfleger hinters Steuer und lenkte den Hubsteiger auf den Parkplatz am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch und parkte ihn unterhalb des Bunkers.

Kasten aus Styropor

Der Motor läuft, Imker Peter Bünting bedient den Hubsteiger selbst, er hat praktischerweise keine Höhenangst. Die zehn Meter hat er gleich geschafft, dabei hat eine so genannte Beute. Das ist ein grüner Kasten aus Styropor, der der Königin und damit dem größten Teil des Volks, Bünting schätzt etwa 40 000 Tiere, als neue Heimat dienen soll – wenn alles gut geht. Die Idee: Die Beute wird vor das Einflugloch in der Bunkerwand gesetzt.

In der Beute befindet sich ganz junge Brut nahe dem Einflugloch. „Ich habe den Bienen also einen Kindergarten mitgebracht und hoffe, dass sie ihn finden und anfangen, sich um die Larven zu kümmern“, sagt Bünting. Denn: Bienen platzieren ihre Kinderstube in der Nähe des Einfluglochs, damit sie es schnell verteidigen können und damit sie den Kleinen Frischluft zuwedeln können.

Bünting hofft nun, dass die Bienenkönigin auch nach vorn in die Brut wandert und dort ihre Eier dazulegt. „Es ist ein Experiment, ich weiß nicht, ob das schon mal ein Imker in solcher Höhe gewagt hat.“

Würde die Königin trotz der Bemühungen im Bunker bleiben, dann wäre das ihr Todesurteil – und damit auch das ihres Volkes. Denn der Bunker ist ein denkbar schlechter Standort für ein Bienenvolk. Sie können in dieser Höhe nicht versorgt oder behandelt werden. Und ob die Königin im Bunker einen Winter überleben würde, ist auch fraglich. Denn der Stein ist kalt. Und mitten auf dem Krankenhaus-Gelände mit vielen Menschen sind die Bienen nicht gut aufgehoben.

Der Wind weht außerdem böig vor dem Einflugloch, die Bienen werden aus ihrer Flugbahn geschleudert, einige sogar bis auf die Steine auf dem Parkplatz. „Das kostet wahnsinnig viel Energie“, sagt Bünting.

Vor der Beute hat sich inzwischen eine Traube gebildet. Die Bienen suchen nach dem neuen Einflugloch. „Die Tiere müssen sich jetzt erstmal zurechtfinden“, erklärt Bünting. Sie sollen den Bunker und die Beute als einen Bienenstock wahrnehmen.

Bei den Bienen handelt es sich um die, die bereits mit den ersten Sonnenstrahlen ab 4 Uhr morgens und ab 15 Grad Außentemperatur ausfliegen und nun von ihrer Sammeltour zurückkehren.

Seit Samstag haben sich die Bienen im Bunker niedergelassen. Woher sie kommen, ist unklar. „Wenn ich die Königin sehen könnte, dann könnte ich sie eventuell zuordnen. Viele Imker markieren ihre Königin“, sagt Bünting.

Kontrolle in drei Wochen

In gut drei Wochen wird Bünting erneut nach den Bienen sehen. Er hofft, dass die Königin dann in der Beute sitzt. Dann kann er den Durchgang zwischen Bunker und Beute verschließen. „Die Bienen, die dann nicht in der Beute und damit ohne Königin sind, werden sich dann bei anderen Völkern einbetteln“, sagt Bünting. Sie suchen also Anschluss bei anderen Völkern.

„Wenn die Bienen wüssten, dass es ihnen in der Beute besser geht, dann würden sie sofort reinfliegen und es sich bequem machen“, sagt er.


Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Rahel Wolf
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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Bünting | Nordwest-Krankenhaus

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