• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Berufe: Im Heli über der tosenden See

02.11.2017

Steinhausen Wenn ein Sturm wie „Herwart“ tobt, die Wellen auf der Nordsee meterhoch schlagen und der Wind über das Meer peitscht, steigt Christoph Meyer aus Steinhausen in einen Helikopter. Er ist Flugdienstmechaniker und „Hoist Operator“, und seine Aufgabe ist es, die Lotsen zu den Schiffen in der Nordsee zu bringen. Zwei Piloten und er als Techniker sorgen dafür, dass Lotsen an Bord der Frachter kommen, damit sie den Kapitänen helfen können, sicher die Häfen anzusteuern. Am vergangenen Wochenende hat Christoph Meyer bei Windstärke 10 oben aus dem Helikopter Luftbilder von Schiffen in der tosenden See gemacht.

„Schwindelfrei muss man schon sein. Zum Teil haben die großen Containerschiffe neun Containerlagen, das sind dann schnell mehr als 40 Meter Höhe, aus denen wir die Lotsen abseilen“, sagt er. „Und dazu kommt der Seegang, den merkt man auch im Hubschrauber.“ In den älteren Hubschraubern sitzt er im Innenraum, bei den neueren von Airbus steht er draußen auf den Kufen, um die Lotsen mit der Seilwinde auf die großen Frachter hinunterzulassen. „Natürlich sind wir im Helikopter gesichert. Das ist ein Geschirr, ähnlich wie ein Bergsteigergurt mit Beinschlaufen und Schultergurten“, sagt der 25-Jährige. Er arbeitet für „Wiking Helikopter Service“ in Sande.

Als er die Fotos im Sturm „Herwart“ geschossen hat, wartete die Hubschrauber-Crew gerade darauf, dass sich das Containerschiff anders in den Wind dreht. „Das Schiff war so nicht mit einem Lotsen zu besetzen. Es neigte sich einmal so stark nach links, dass der Schriftzug an der Seite nicht mehr zu sehen war, und dann nach rechts, man konnte fast drunter gucken. Wir mussten warten, dass der Frachter in die Welle fährt und mit dem Wellengang hoch und runter geht, aber nicht nach links und rechts schwankt“, erklärt Christoph Meyer.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

„Der Pilot braucht einen festen Punkt, auf den er sich im Schwebeflug konzentrieren kann. Dabei helfe ich: Ich gucke raus und gebe Kommandos, welche Position die beste ist. Denn wir müssen dafür sorgen, dass der Lotse sicher auf dem Frachter ankommt, dafür bin ich verantwortlich. Es müssen auch ein paar Containerreihen frei sein, um den Piloten absetzen zu können. Wir setzen ihn ja nicht auf den Containern ab.“

Normalerweise werden die Lotsen, die als Berater der Kapitäne an Bord der großen Schiffe bei der Navigation helfen, mit dem Lotsenboot zu den Frachtern gebracht. Aber ab 1,80 Meter Wellengang fährt das Lotsenboot rein und die Hubschrauber sind gefragt. „Wenn Sturm ist, müssen wir schon mal an die 30 bis 40 Schiffe in 24 Stunden anfliegen. Bei einem Zehn-Stunden-Dienst kommt man auf sieben Stunden Flugzeit. Da muss man zu Hause viel vorschlafen, damit man konzentriert bleibt.“

Christoph Meyer ist mit seiner Frau für den Job in Sande aus dem Landkreis Diepholz nach Friesland gezogen. Die Familie lebt jetzt mit ihrem neun Monate alten Sohn in Steinhausen. So einen Sturm wie „Herwart“ hat Christoph Meyer aber auch in Friesland noch nicht oft erlebt – zumindest nicht von einem Helikopter aus. „Das war für mich schon heftig. Da ist die Arbeit anspruchsvoller.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.