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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Rettungsdienst: Trage fährt jetzt automatisch in den Innenraum

18.11.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-11-18T05:27:37Z 280 158

Rettungsdienst:
Trage fährt jetzt automatisch in den Innenraum

Friesland Kommen Sie doch einmal näher. Noch ein Stückchen. Na los, trauen Sie sich: Und, was hören Sie? Auf jeden Fall keinen lauten Knall – dafür hat der Rettungsdienst Friesland nämlich gesorgt. Der hat jetzt zwei neue Fahrzeuge. Und eine neue Funktion beider Rettungswagen ist die halb-automatische und besonders leise Türschließung.

Seit September sind die beiden Fahrzeuge, eines für Varel und eines für Jever, einsatzbereit. Und mit den Fahrzeugen wurden auch direkt zwei Neuerungen eingeführt – beide sind gibt es erstmals in Friesland.

Eine Neuerung ist der so genannte „Door-Assist“. Das heißt: Die Tür wird bis zur Einrastung zugeschoben, dann schließt sie das letzte Stück von allein – und zwar leise.

„Mit dieser Neuerung wollen wir den Patienten den Stress nehmen“, erklärt Axel Wittke, stellvertretender Wachleiter. Gemeinsam mit seiner Kollegin Ann-Kathrin Bonow hat er die Fahrzeuge jetzt vorgestellt.

„Wenn Patienten in den Rettungswagen müssen, sind sie oft ohnehin schon ängstlich. Der laute Knall beim Tür schließen verstärkt das nur noch“, so Wittke. Außerdem bekommen einige Patienten direkt ein Narkosemittel, mit dem sie dann besonders geräuschempfindlich werden. „Ein Schnipsen reicht da oftmals schon aus, damit die Patienten trotz Narkose in Stress geraten – das Knallen der Tür ist natürlich viel lauter“, sagt Wittke. „Davon können sie auch Albträume bekommen.“

Doch das ist noch nicht alles. Die zweite Neuerung: der „Multi-Load-Assist“, eine Einzugshilfe für Fahrtragen. Das ist sowohl für Patienten als auch für die Retter selbst eine Erleichterung. „Dadurch, dass die Fahrtragen automatisch in den Wagen gezogen werden, ist das angenehmer für die Patienten“, sagt Wittke. Das probiert Kreistagsabgeordneter Holger Ulfers direkt aus. „Ich habe zwar keinen Vergleich zum vorherigen System – aber das ist schon sehr ruckelfrei.“

Für die Mitarbeiter ist der Assistent ebenfalls eine Erleichterung: Sie müssen die Trage nur einrasten, damit sie automatisch eingezogen wird. Damit müssen sie nicht mehr so schwer heben. „Ich erinnere mich noch daran, dass die Trage einmal vereist war – als ich sie einschieben wollte, kam sie mir wieder entgegen und das war sehr gefährlich“, sagt Wittke. „Das kann jetzt nicht mehr passieren.“

Bisher sind nur diese beiden neuen Fahrzeuge mit den Assistenten ausgestattet. Die Fahrzeuge haben etwa 130 000 Euro gekostet. Wenn die Systeme so gut funktionieren wie es sich das Rettungsteam erhofft, soll künftig jedes neue Fahrzeug damit ausgestattet sein. Ein neues Fahrzeug wird gegen das alte nach etwa vier bis fünf Jahren eingetauscht – oder nach maximal 200 000 Kilometern. Nachgerüstet werden die alten Fahrzeuge allerdings nicht mehr.

Das Fahrzeug für Jever ist übrigens ein reiner Rettungswagen – das heißt, er wird hauptsächlich für Notfälle eingesetzt. Der Wagen für Varel ist ein Kranken- oder Mehrzweckwagen. Damit werden also auch Patienten gefahren, die zum Beispiel gerade vom Arzt kommen oder in eine Rehaklinik gefahren werden müssen.

Der Einsatzwagen für Jever fährt sich zudem ein klein wenig anders als die anderen. Der Grund liegt diesmal unter dem Fahrzeug: „Der Wagen ist der erste, der eine Zwillingsbereifung hat, also jeweils zwei Reifen direkt nebeneinander statt einem in jeder Ecke“, sagt Ann-Kathrin Bonow. „Bemerkbar macht sich das besonders in den Kurven – da ist er stabiler und fährt sich viel besser.“

Einen kleinen Nachteil bei den neuen Wagen kennt Ann-Kathrin Bonow aber auch: „Mit den Jahren kommen immer mehr Ausstattungen hinzu. Das bedeutet dann manchmal leider auch, dass das Fahrzeug schwerer ist und sich somit nicht mehr so schnell beschleunigen lässt.“

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