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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Kranke Kastanie kracht in Varel auf zwei Autos

14.06.2019

Varel Als die Freiwillige Feuerwehr am Mittwochabend wieder abrückte, gab es für die Bewohner kein zurück mehr. Auf Anordnung des Ordnungsamtes durften sie die Nacht nicht in ihrem Haus verbringen. Der Grund: „Es bestand Gefahr für Leib und Leben“, erklärte Gerrit Ostendorf von der Stadtverwaltung am Donnerstag auf Nachfrage des „Gemeinnützigen“.

Das war passiert: Wie aus heiterem Himmel brach in den Abendstunden ein großer Ast der im Garten des Gebäudes an der Straße Marienlustgarten stehenden über 300 Jahre alten Rosskastanie einfach ab. Das tonnenschwere Teil krachte auf die Straße und begrub zwei Autos unter sich. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehrleute rückten mit mehreren Fahrzeugen an und den Ästen mit einer Kettensäge zu Leibe. „Danach übergaben wir den Einsatzort an den Eigentümer“, sagte Feuerwehrsprecher Georg von Ivernois. Später wurde noch ein Mitarbeiter des Landkreises dazu gerufen, der den Schaden an dem Baum begutachten sollte.

Fest steht: „Der Baum ist von innen heraus krank und war morsch geworden. Das konnte man von außen nicht sehen“, erläuterte Gerrit Ostendorf. Der Landkreis hat am Donnerstagvormittag eine Fachfirma beauftragt die prüfen sollte, ob der Baum gefällt werden muss, um die Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten.

Die Kreisverwaltung ist zuständig, weil es sich bei der alten Rosskastanie um ein Naturdenkmal handelt. Die Straße Marienlustgarten gehörte früher zum Schlossgarten in Varel. Auf dem Grundstück befindet sich zudem ein weiteres Naturdenkmal, eine Blutbuche. Beim Nachbarn steht ein dritter gesetzlich geschützter Baum, der zwar dem Grundstückseigentümer gehört, die Rechte und Pflichten aber bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises liegen – vom Laubsammeln mal abgesehen.

Deshalb wurde der seit Jahrzehnten schief stehende Baum auch regelmäßig von Experten untersucht. „Zuletzt im vergangenen Jahr“, sagt Friedhelm Müller-Düring, auf dessen Grundstück der Baum steht. Die Untere Naturschutzbehörde nimmt die Naturdenkmäler zweimal im Jahr in Augenschein – einmal belaubt und einmal unbelaubt. Um herauszufinden, ob der schiefe Baum weiter kippt, haben Fachleute in acht Metern Höhe ein Pendel in den Baum gehängt. Im Lot befindet sich auf der Erde eine Platte mit einer Markierung. Neigt sich die Rosskastanie zu weit, droht der Baum auf das Haus von Müller-Düring zu kippen. Das ist ebenfalls denkmalgeschützt und stammt aus dem Jahr 1862.

Bei einer umfangreichen Untersuchung vor zehn Jahren hieß es noch: Der Stamm der Rosskastanie ist kerngesund. Das hatte damals eine schall-tomografische Messung ergeben. Jedoch waren auch 2009 schon die Wurzeln an einer Seite beschädigt. Das bestätigte eine weitere Sondenmessung. Vermutlich wurden die Wurzeln 1965 gekappt, als auf dem Nachbargrundstück ein Haus mit Keller gebaut wurde.

Auch laufen in der Nähe allerlei Versorgungsleistungen durch die Erde. Und diese werden derzeit von einem Bauunternehmen erneuert. Ob das mit dem Zustand des Baumen in Zusammenhang steht, steht indes nicht fest.

Für den am Mittwochabend entstandenen Schaden kommt nach Angaben des Landkreises die Versicherung auf. „Derzeit wird geprüft, in welchem Zuständigkeitsbereich dieser Schaden liegt“, teilte Kreissprecherin Nicola Karmires mit. Die Schadenshöhe könne noch nicht beziffert werden.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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