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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Feuerwehr ohne Pause im Einsatz – keine Entwarnung

23.05.2018

Varel Die Lage ist mittlerweile wieder etwas entspannter, Entwarnung hat die Feuerwehr am Dienstagvormittag aber noch nicht gegeben. Immer noch brennen auf dem Gelände der Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) 7000 Tonnen Altpapier. Die ursprünglich angenommene Menge von 4000 Tonnen hat die Geschäftsführung nach neuesten Überschlagsrechnungen am Dienstag noch einmal korrigiert. Dichte Rauchschwaden liegen über der Stadt, es ist heiß und Asche fällt aus dem Himmel.

Seit dem Alarm am Montagnachmittag ist die Feuerwehr ununterbrochen im Einsatz. Das gefährliche sind die Glutnester in den kompakt zusammengepressten Altpapierballen, die zu Tausenden auf dem weiträumigen Gelände an der Hellmut-Barthel-Straße stehen. Auf der Hellmut-Barthel-Straße, B437 und Dangaster Straße sind Vollsperrungen und Ableitungen eingerichtet worden. Dort ist aufgrund von Lösch- und Aufräumarbeiten mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Wie lange, ist noch unklar.

Nach Angaben von PKV-Geschäftsführer Ulrich Lange könnte eine der Altpapierrollen beim Verladen mit dem Gabelstapler Feuer gefangen haben. „Wenn der Stapler mit seinen speziellen Metallklammern zugreift, kann Reibungswärme zwischen dem Metall und dem Asphalt entstehen“, sagte Lange zum möglichen Brandgrund. Bei der Wetterlage – windig und sehr trocken – habe dann ein Funken genügt, um ein Glutnest zu schaffen.

Der starke Wind hatte das Feuer, das zunächst nur vier, später zehn Papierblöcke befallen hatte, dann weiter angefacht. Es sprang von Sektion zu Sektion der eigens errichteten 20 Meter Breiten Brandgassen und löste das Inferno aus. Der Schaden beträgt nach einer ersten Schätzung der PKV rund 1,2 Millionen Euro. Der Materialwert des Altpapiers liege bei 700 000 Euro, bestätigte Geschäftsführer Ulrich Lange auf Nachfrage der NWZ. Der Rest ist durch Schäden am Betriebsgelände entstanden. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt.

Derzeit löscht die Feuerwehr weiterhin das Papier ab. „Zudem sind wir seit heute Nacht dabei, die Masse an Papier umzuschichten und auseinanderzuziehen“, beschrieb Volker Sermond am Dienstagvormittag die Einsatzlage. Im Einsatz sind derzeit drei Bagger und vier Radlader. Weitere sind angefordert, ebenso zwei Raupen, eine aus Wilhelmshaven und eine von der Firma Kroll aus Zetelermarsch. „Die Lage ist aktuell schwierig“, so Sermond.

Noch in der Nacht wurde schweres Bergungsgerät angeliefert. Unterstützt werden sie dabei vom Technischen Hilfswerk (THW) sowie der Bundeswehr. Im Einsatz waren neben den Ortswehren aus Varel, Borgstede-Winkelsheide und Obenstrohe auch die Kameraden aus Bockhorn und Zetel, Hohenkirchen, Jaderberg sowie die Experten aus der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Jever. Mit speziellen Löschgeräten rückte zudem eine Werksfeuerwehr aus Nordenham und Emden, sowie Spezialisten mit einer Schaumkanone aus Friesoythe (Kreis Cloppenburg) an.

Sie spritzen unablässig Wasser auf die glimmenden Ballen. Im Einsatz seien dabei vier Wasserwerfer, so Volker Sermond: „Diese haben eine Leistung von 2000 bis 4000 Liter pro Minute.“ Insgesamt ist die Wasserversorgung bei der PKV sichergestellt. Nach Angaben des Vareler Stadtbrandmeisters bedient sich die Feuerwehr an der Vielzahl an Brunnen, die auf dem Gelände des Unternehmens zu Brandschutzzwecken gebaut worden waren. Zusätzlich werde das Kühlwasser aus dem Werkprozess entnommen, ebenso wie aus der benachbarten Leke. Darüber hinaus werden die öffentlichen Hydranten angezapft.

Bei der größten Ausdehnung des Brandes am Montagabend rückte die Feuerwehr den Flammen mit insgesamt maximal 15.000 Litern Wasser pro Minute entgegen. Am Dienstagmorgen reduzierten die Kameraden diese Leistung auf 8000 Liter pro Minute.

Gegen Mittag rückt dann Ersatz der Kreisfeuerwehrbereitschaft Ammerland an, um die seit vielen Stunden im Einsatz befindlichen und erschöpften Kameraden aus Varel und Umgebung abzulösen. „Das gibt uns im Stadtgebiet wieder etwas Entlastung“, sagte Volker Sermond. Insgesamt waren in der Nacht 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Dienstagmorgen waren es immerhin noch 80.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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