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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Glosse: So wird eine nette Geschichte zum düsteren Drama

23.05.2020

Varel Im Dunklen ist gut munkeln. Es ist keine neue Erkenntnis, dass manche den Schutz des düsteren Waldes suchen, um einmal ganz ungestört zu sein. Schließlich kann man sich dort an geheimen und abgelegenen Orten zwischen den Bäumen und unter den Blättern so ausgesprochen herrlich verbergen.

Einige Zeitgenossen nutzen diese Abgeschiedenheit und Einsamkeit aber auch, um Schabernack zu treiben. So auch im Vareler Wald. Zuletzt zündete ein Unbekannter dort einen großen Holzstapel an. Doch dass „böse Buben“ im Wald ihr Unheil treiben, ist kein modernes, zeitgenössisches Phänomen. Das weiß auch der Vareler Heimatforscher und Archivar Udo Klün, der der Redaktion als Reaktion auf den Bericht „So viel passiert im Vareler Wald wirklich“ (NWZ vom 13. Mai) nun einen Text aus dem „Gemeinnützigen“ vom 23. März 1933 mit dem Titel „Die Liebeshöhle im Vareler Wald“ zuschickte. Er handelt von einer „netten Geschichte, die im vorigen Jahre im Vareler Wald passiert ist“.

Gleich am Anfang machen die Redakteure keinen Hehl daraus, dass sie die Männer kennen. „Aus ganz sicherer Quelle können wir mitteilen, daß als Täter nachfolgender Begebenheit zwei Schlosser in Frage kommen, die länger arbeitslos und dadurch auf diese dummen Gedanken gekommen sind.“

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Dann wird die Begebenheit erklärt: „Im Walde sind an vielen Stellen Bänke aufgestellt, die von den Waldbesuchern zum Ausruhen bestimmt sind. Abends finden sich natürlich auch Liebespärchen ein, die im Freien ihre junge Liebe auskosten wollen. So stehen auch zwei Bänke in der Nähe der Schwerzelanlagen. Dort hatten die beiden Burschen Höhlen gemacht und sie so maskiert, daß sie nicht so leicht zu entdecken waren. Nun lagen sie auf der Lauer und beobachteten die Pärchen beim Knutschen. Das konnte manchmal stundenlang andauern.

Wenn sie nun meinten, jetzt wäre es genug, traten sie aus der Höhle und erschraken die Pärchen, die dadurch natürlich einen heillosen Schreck bekamen, da sie sich allein wähnten. Das machten sie fast jeden Abend und man muss sich fragen, was sie damit bezwecken wollten.“

Über das Motiv der Täter konnte der „Gemeinnützige“ zwar nur spekulieren, hatte aber eine ganz klare Meinung dazu: „Es sind doch Männer in den 30er Jahren, sodaß man annehmen muß, daß sie krankhaft veranlagt sind.“

Dem Zeitgeist der 1930er Jahre gemäß, forderten die Redaktion eine angemessene Strafe: „Eine tüchtige Tracht Prügel wäre das Beste und sollten sie auch in diesem Jahr dasselbe Theater noch einmal machen, werden wir die Namen preisgeben. Für so einen Dummenjungenstreich kann man keine Gnade aufbringen.“

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Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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