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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Wer hier sitzt, möchte schnell wieder weg

15.11.2017

Varel /Langendamm Wer auf dem Land wohnt und kein Auto zur Verfügung hat, der hat es schwer, irgendwo hinzukommen, wenn das Ziel nicht gerade an der nächsten Ecke liegt. Abhilfe schaffen – zumindest in Varel und umzu – soll die Mitnahmebank. Das Konzept versuchen Lothar Macht und Rolf Ammermann hier umzusetzen.

Wie funktioniert die Mitnahmebank?

Das Konzept ist simpel: Eine Bank wird aufgestellt und wer sich drauf setzt, der möchte mitgenommen werden. Autofahrer, die jemanden mitnehmen möchten, halten an und nehmen die Fahrgäste mit. Lothar Macht stellt sich das Ganze noch ein bisschen ausgefeilter vor: „Am besten wäre es mit einer digitalen Anzeige, die auf Knopfdruck das Ziel anzeigt, damit die Autofahrer auch wissen, wo es hingehen soll.“

An welchen Orten soll die Mitnahmebank stehen?

Lothar Macht und Rolf Ammermann haben schon eine Stelle im Blick: an der Oldenburger Straße in Varel auf Höhe des Friseurs kurz vor der Tankstelle. Für den Anfang werde erstmal nur über eine Route nachgedacht. Von der Oldenburger Straße aus könne man gut nach Büppel, Neuenwege, Obenstrohe, Bramloge und Altjührden weiterkommen.

In allen fünf „Zielorten“ soll auch jeweils eine Bank aufgestellt werden. In Büppel könnte die Stelle zum Beispiel beim Seniorenheim „Simeon und Hanna“ sein. Das soll aber nicht heißen, dass die Mitnahmebank nur für Senioren gedacht ist, die vom Dorf nach Varel wollen. Im Gegenteil: Die Mitnahmebank richtet sich auch ausdrücklich an Jugendliche.

Ist das Nutzen der Mitnahmebank gefährlich?

Der Gedanke, dass gerade jungen Frauen etwas passieren könnte, wenn sie zu Fremden ins Auto steigen, liegt nahe. Deshalb haben sich Lothar Macht und Rolf Ammermann einen einfachen Mechanismus ausgedacht: Die Autofahrer, die jemanden mitnehmen wollen, lassen sich beispielsweise bei ihrer Dorfgemeinschaft registrieren. Dafür bekommen sie einen Aufkleber mit einer Nummer, den sie gut sichtbar in die Scheibe kleben. Mitfahrer lassen sich auch registrieren. Benimmt sich einer von beiden daneben, kann anhand der Nummer der Übeltäter ermittelt werden. Lothar Macht baut aber auch auf Nachbarschaften und Bekanntschaften. „Die Nachbarn kennen sich.“ Außerdem: Man kann in das Auto einsteigen, muss es aber nicht.

Wer kommt für Unfallschäden auf?

Bei Unfällen gelten die gleichen Regeln wie sonst auch: In der Regel gibt es einen Verursacher, dessen Versicherung für etwaige Schäden aufkommt.

Was ist mit anderen Lösungen?

Die ÖPNV-Verbindungen sind überschaubar. „An 170 Tagen im Jahr besteht diese Mitfahrgelegenheit nicht“, sagt Lothar Macht. Zudem kenne kaum jemand die Fahrpläne. Ein Zuschuss aus den klammen Kassen der Kommunen für den ÖPNV sei nicht denkbar. Ebenso gestaltet sich die Umsetzung eines Bürgerbusses schwierig. Ein Carsharing-Konzept ist ebenfalls kaum denkbar, weil sich dafür keine Sponsoren finden. Mitfahrer-Zentralen über Whatsapp-Gruppen oder betriebliche Fahrgemeinschaften wären dagegen umsetzbare Alternativen.