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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

5400 Euro Strafe wegen Nötigung im Straßenverkehr

19.10.2017

Varel /Oldenburg Weil er auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in einer Vareler Bank andere Autofahrer genötigt und bedrängt hat, hat das Oldenburger Landgericht den 52-jährigen Banker wegen Nötigung im Straßenverkehr zu einer Geldstrafe von 5400 Euro und zu einem Fahrverbot von einem Monat verurteilt.

Damit hob das Gericht unter Vorsitz von Richter Alexander Wiebe auf die Berufung des Angeklagten hin ein früheres Urteil des Amtsgerichtes in Varel wieder auf.

Das Amtsgericht hatte den Angeklagten in einem ersten Prozess um die Sache noch wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung schuldig gesprochen und gegen ihn neben der Geldstrafe eine neunmonatige Führerscheinsperre verhängt. Es war davon überzeugt gewesen, dass der Angeklagte auf der Autobahn 29 andere Verkehrsteilnehmer rücksichtslos bedrängt und mit hoher Geschwindigkeit so dicht auf vor ihm fahrende Fahrzeuge aufgefahren war, dass ein Autofahrer in Panik auf den Pannenstreifen auswich und beinahe in die Leitplanke gerast wäre.

Diese Gefährlichkeit (Beinahe-Unfall) erfüllt den Tatbestand der vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung, der stets mit der Verhängung einer Führerscheinsperre einhergeht. Am Mittwoch allerdings stellte sich die Sache etwas anders dar. Der Angeklagte erklärte, er habe am Tatmorgen auf dem Weg zu seiner Bank einen Lastwagen überholen wollen. Hinter dem Lastwagen habe sich ein langsam fahrendes Auto befunden. Als er gerade diesen Wagen und dann den Lastwagen habe überholen wollen, sei der Fahrer des Autos plötzlich und ohne zu blinken auf die Überholspur gewechselt. Er habe sein Fahrzeug stark abbremsen müssen.

Nachdem das Auto den Lastwagen überholt hatte, überholte der Angeklagte Lastwagen und das Auto, scherte dann aber ganz dicht vor dem anderen Wagen wieder ein. Er habe den Fahrer „aufwecken“ wollen, räumte der Angeklagte ein nicht korrektes Verhalten ein.

Seine Version war ihm nicht zu widerlegen gewesen. Und weil es damit an der besonderen Gefährlichkeit der Tat fehlte, stellte sich für die Oldenburger Berufungskammer das Geschehen als Nötigung dar, nicht als Gefährlichkeit. Und eine Nötigung sieht keine Führerscheinsperre vor. Dennoch verhängte das Gericht einen Monat Fahrverbot.

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