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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Tonnenschwerer Ast stürzt im Vareler Wald auf Fußweg

14.06.2018

Varel Das hätte böse enden können: Am Dienstagabend ist ein tonnenschwerer und knapp 25 Meter langer Ast einer 300 Jahre alten Eiche im Vareler Wald abgebrochen und hat sich bis zu zehn Zentimeter in den mit Schotter festigten Fußweg gebohrt. Zudem riss er mehrere kleinere Bäume mit um. Verletzt wurde niemand.

Der Weg unmittelbar neben der alten Baumscheibe an der Friedrich-August-Straße, die an die lange Geschichte des Vareler Waldes erinnert, ist gesperrt. An diesem Donnerstag soll der Holzkoloss abtransportiert werden. „Zudem müssen wir den Rest des Baumes, der noch steht, aus Sicherheitsgründen fällen“, sagt Revierleiter Jan-Michel Schmeling. Der Stamm sei an mehreren Stellen durch den Abbruch der sogenannten „Zwille“ eingerissen.

Auslöser des Naturphänomens war ein Pilzbefall im Stammdirekt an der Gabelung, der schwächsten Stelle (siehe Infobox). An der Bruchkante sind deutlich große Areale an Weiß- und Braunfäule zu erkennen. „Diese zersetzen das Holz und machen es brüchig“, erläutert Rainer Städing, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten, nach der ersten Untersuchung am Mittwoch.

So sieht die heile „Zwille“ des Nachbarbaumes aus.
Die Bruchstelle der „Zwille“ am Stamm. BILD: Olaf Ulbrich

Anfällige Stelle

Die „Zwille“ oder „der „Zwiesel“ ist eine der anfälligsten Stellen des Baumes. In der Mitte sammelt sich oft Regen und es entsteht ein „Wassertopf“. Dadurch kann im Innern des Stamms Pilzbefall entstehen. Zudem arbeiten die beiden Kronenhälften mit den Blättern gegeneinander, etwa bei Wind. Deshalb wirken in der Zwille enorme Kräfte.

Dieser durch Wasserstand in der Gabel entstandene Pilzbefall, sei von außen nicht zu erkennen gewesen, betont Jan-Michel Schmeling: „Deshalb war er als standsicher eingestuft, und es bestand bislang kein Anlass, ihn zu fällen.“ Dennoch: „In den alten Teilen des Vareler Waldes kann das immer passieren“, warnt der Revierleiter. Deshalb sei das Betreten auch auf eigene Gefahr.

Um Unglücke zu vermeiden, begutachten die Mitarbeiter der Landesforsten die Bäume regelmäßig. „Wir versuchen, die Gefahren einzuschätzen“, sagt Schmeling. Ist die Sicherheit gerade an Wegen und Straßen gefährdet, müsse man auch manchmal einen Baum „entnehmen“, wie das Fällen in der Forstsprache genannt wird. „Je älter die Bäume sind, desto schöner werden sie“, sagt Rainer Städing, „aber eben auch gefährlicher“.

Der abgestürzte Stamm der Eiche wiegt nach Angaben von Jan-Michel Schmeling rund drei Tonnen, inklusive Blattwerk. „Der gesamte Baum dürfte etwa 16 Tonnen wiegen“, schätzt er. Der Stamm an der Bruchstelle hat einen Durchmesser von 1,40 Metern.


Ein Film-Interview mit Revierleiter Schmeling unter   www.facebook.com/nwzfriesland/ 
Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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