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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

So krank macht Plastikmüll aus dem Meer

28.10.2017

Varel „Der daraus resultierende Schaden ist noch gar nicht abzusehen.“ Ebenso dramatisch wie drastisch schilderte Dr. Holger Freund die Folgen der Plastikvermüllung in den Weltmeeren für die Menschen. Denn der Müll kann krank machen. „Plastik bleibt Plastik, es wird nur kleiner“, betonte der Wissenschaftler von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg bei seinem Vortrag am Donnerstagabend in Varel, zu dem der Heimatverein in die Aula des Lothar-Meyer-Gymnasiums eingeladen hatte.

Beispielsweise brauche eine Plastikgetränkeflasche 450 Jahre, um sich aufzulösen. Doch der ganz kleine, nun nicht mehr sichtbare, Kunststoff sei dann immer noch da, erläuterte der Experte. Bestandteile davon wurden schon im Meersalz und Meerestieren nachgewiesen. „So gelangen die kleinsten Partikel über die Nahrungskette auch in die menschlichen Zellen“, warnte der Geoökologe aus Oldenburg.

Die stetig wachsende Verschmutzung der Meere mit langlebigem Plastikmüll ist ein globales Problem mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Meeresökosysteme. „Plastik ist eigentlich was ganz Tolles, aber verursacht in zunehmenden Maße Probleme“, sagte Dr. Holger Freund. Auch Niedersachsens Küsten und Inselstrände sind von diesen Entwicklungen betroffen.

Fensterrahmen, Haustüren und viele weitere Plastik-Produkte sind lange Jahre im Gebrauch. Aber rund 40 Prozent der verschiedensten Kunststoffe werden für nur kurzfristige Verpackungen verwendet und landen schnell im Müll.

Wie Plastik das Ökosystem angreift, veranschaulichte Dr. Holger Freund mit Schock-Fotos in einer Dia-Schau. Darauf waren verendete Tiere zu sehen, deren Mägen voller Plastik waren. Auch Bilder von mit Plastik zugemüllte Strände unbewohnter Inseln wurden gezeigt.

Der Wissenschaftler wies darauf hin, dass sich in fast jedem Kosmetikprodukt auch Plastik befindet. Die Liste sei sehr lang. „Hinterfragen sie Ihr Verhalten im täglichen Leben“, appellierte Dr. Holger Freund an die zahlreichen Zuhörer in der LMG-Aula: „Auch kleine Schritte können helfen.“